Jeder der sich mit der Geschichte von Vietnam ein wenig auseinander setzt, wird an dem Kriegsreste Museum und den Chu-Chi-Tunneln nicht vorbei kommen. Geschichte zum anfassen wie ich es nenne. Um genau zu wissen was dem Land wieder fahren ist und etwas Hintergrundinformationen zubekommen, sollte man sich die eine oder andere Doku dazu auf jeden Fall anschauen.
Wir besuchten zuerst Kriegsreste Museum in Saigon. Dies besteht aus einem großen Hof und einem Gebäude welches vier Stockwerke hoch ist, die man von oben nach unten ablaufen sollte. Auf dem Hof stehen die verschiedenen eingesetzten Fahrzeuge, Luftfahrtzeuge, sowie Reste von Bomben die so groß sind wie ein Kleinwagen. 
Im Gebäude selbst wird die Geschichte des Vietnamkrieges in Bildern gezeigt. Die Ausstellung zeigt hierbei sämtliche Gräueltaten des Krieges auf. Nichts für schwache Nerven. Kein Bild wurde hierbei zensiert. Unvorstellbar wie sich Menschen so etwas antun können.
Und nach unserem ersten Geschichtlichen Ausflug in das Kriegsreste Museum, würden wir heute eine Reise zu den Chu-Chi-Tunneln machen.
Hierzu ein kleiner Exkurs. Ursprünglich 1948 erbaut, diente es zum Schutz von Menschen, Vorräte und Waffen gegen die Kolonialmacht Frankreich. Nachdem die Franzosen vertrieben wurden und eine Wiedervereinigung durch den Kommunistischen Norden kurz bevorstand, schickten die USA ihre Truppen nach Süd- Vietnam, um diesen zu unterstützen. Sie wollten damit verhindern das Vietnam zu einem Kommunistischen Land wird. Die Amerikaner waren der Auffassung, würde eine Volk Kommunistisch werden, würden weitere Völker folgen.
Im Jahre 1960 wurden sämtliche Tunnelsysteme weiter ausgebaut, bis es schließlich eine Gesamtlänge von über 200km, auf drei Ebenen erreichte.
So reicht auch wieder mit dem Geschichtlichen Exkurs und weiter mit dem Blogeintrag. Wie gesagt, geht es heute zu den Chu Chi Tunnel mit einer geführten Tour. Zwar sind geführte Touren irgendwie immer ätzend aber so würden wir noch ein paar Hintergrund Informationen von einem Guide bekommen. Unsere Tour startete morgens um 7:00 Uhr vor dem Reisebüro und kostete pro Person umgerechnet ca. 11€. Wir stiegen in einen großen Reisebus, zum Glück war dieser jedoch nicht voll. Unsere Gruppe bestand aus 10-15 Reisenden.
Bevor wir jedoch am eigentlichen Ziel ankamen, stand uns eine kleine Kaffeefahrt bevor. Egal was für eine Tour man macht, zunächst fährt man immer woanders hin. Wir fuhren zu einer Manufaktur die Bilder und Schüsseln mit Eierschalen verziert. Der Hammer. Wir kauften natürlich…. nichts. Natürlich respektieren wir handwerkliches Geschick und finden so etwas immer wieder klasse. Jedoch muss es uns halt auch gefallen und das traf hier absolut nicht zu, für uns war es zu kitschig. Des Weiteren reichte unser Budget für eine derartige Ausgabe nicht mehr aus. Also schnell in den Bus und warten bis es weiter geht. Zum Glück ging es auch schnell wieder weiter, ich glaube niemand hat etwas gekauft. Auf der einen Seite schade für die Leute aber man kann niemanden zwingen.
Endlich bei den Tunneln angekommen ging es los in den Wald. Alles grün, nicht umsonst sagte man die grüne Hölle. 
Hier und da waren riesige Krater zu sehen, auf dem Familienhäuser Platz finden würden, dies waren Plätze wo Bomben einschlugen. Unser Guide zeigte uns die kleinen, engen, stickigen Tunnel und Unterschlüpfe der vietnamesischen Widerstandskämpfer. Sie waren so klein und eng, dass ein Europäer niemals hätte hinein kriechen können. Extra für die Touristen wurden einige Tunnelsystem verbreitert und durch diese konnten wir nun. Natürlich lies ich es mir nicht nehmen durch so einen Tunnel zu „laufen“.
Doch zuvor überlegte ich hin und her, wage ich es oder nicht. Mir machte das Gefühl Bauchschmerzen stecken zu bleiben, nicht vor und zurück zu kommen. Ich fragte den Guide, ob genügend Licht im Tunnel sei und man halbwegs ordentlich laufen konnte. Unser Guide spürte meine Aufregung, er meinte keine Sorge es ist genügend Licht und Platz da unten. Seine Worte in Gottes Ohren, dachte ich mir. Die Gruppe stellte sich in einer Reihe auf, vorne die gleich den ersten Ausgang aus dem Tunnel nehmen wollen und hinten die Maulwürfe die bis ganz nach hinten die 100m durch machen würden. Ich wusste nicht wie weit ich gehen würde und stellte mich einfach nach ganz hinten – sobald ich raus will, würde ich raus gehen.
Im Entenmarsch ging es durch den Tunnel. Immer mehr verließen den Tunnel. Ich dachte mir, jetzt aufgeben kann ich nicht, ich zieh das weiter durch. Also ging es für mich weiter zum nächsten möglichen Ausgang. Auch dort dachte ich mir, ich gebe jetzt nicht auf, ich will weiter und so schlimm wie ich es mir vorgestellt hatte war es dann doch nicht ganz. Im Tunnel war es ziemlich eng, stickig und heiß. Vereinzelt bließen Ventilatoren etwas Luft durch den Tunnel, was wirklich gut tat. Denn ich schwitzte aus jeder einzelnen Pore wie verrückt. Solche Ventilatoren wurden halt nur für die Touristen installiert, der Vietnamesische Widerstand musste hingegen mit der Hitze und der stickigen Luft zurecht kommen. Zum Schluss hin wurde der Tunnel immer kleiner und enger. Eine Passage konnte ich nur kriechend auf dem Po bewältigen, anders wäre ich da nicht durch gekommen. Am Ende des Tunnels wartete bereits Maria und unser Guide, die machten sich schon sorgen wo ich denn nur bleiben würde. Im Tunnel habe ich nämlich noch ein paar Bilder von mir machen lassen und dadurch bin ich ziemlich zurück gefallen. Echt verrückt das in solchen Erdbauten Menschen lebten und kämpften. Für mich unvorstellbar.
Weiter zeigte uns unser Guide die einfachen jedoch effektiven Fallen, womit der Vietkong ihr Tunnelsystem vor den US-Streitkräfte schützte. Verrückt so etwas zu sehen, es waren Fallen wie im Mittelalter, jedoch waren sie sehr effektiv und gefürchtet.
Etwas befremdlich war es, dass mitten auf der Anlage eine Schießanlage war. Dort hätte man sich Munition kaufen können und mit den unterschiedlichsten Gewehren, sowie Maschinengewehren schießen können. Schon etwas komisch, da das Gelände ja doch eher eine Art Gedenkstätte für den Vietkong ist. Ich ließ es lieber bleiben und entschied mich dagegen, weil ich es irgendwie komisch fand und weil ich mir das Geld lieber für einen Tauchgang sparen wollte. Zum Abschluss unserer Tour gab es dann noch einen kleinen Dokumentarfilm.
Wieder in der Stadt, machten wir uns auf den Weg und gingen wie jeden Abend auf den Markt Abendessen.

