Mit dicken Augenringen und ziemlich erschöpft wachten wir mitten in Saigon auf, als unser Wecker um kurz vor 7 Uhr klingelte. Wir konnten es kaum glauben. War es wirklich schon Zeit aufzustehen? Wir waren doch grad erst vor zwei Minuten eingeschlafen!
Wir bereuten es sehr dieses Zimmer mehrere Tage verlängert zu haben und das wir schon alles bezahlt hatten. Denn das hier war kein Hotelzimmer – das war eine Disko. Wenn wir im Bett lagen, fühlte es sich sich an, als würde dies mitten auf der Tanzfläche stehen. Um uns herum waren nämlich unzählige Clubs, die dafür sorgten, dass unser Herz nun im Technotakt wummerte. Denn der Bass ging einem direkt ins Mark über.
Trotzdem mussten wir aufstehen, denn wir hatten eine Tagestour ins Mekong Delta gebucht. Eigentlich sind diese Touren immer nicht so unser Ding, doch da wir nur einen Tag fürs Mekong Delta hatten und es nicht ganz Ausfallen lassen wollten, entschieden wir uns halt zu einem geführten Trip.
Wir liefen ein paar Meter bis zur Reiseagentur und dort sammelte uns ein Bus um kurz nach 8 Uhr ein. Während der Fahrt dösten wir noch einmal. Wir fühlten uns einfach wie gerädert.
Nach knapp zwei Stunden – hieß es dann umsteigen. Vom Bus, ab auf ein Boot. Dieses fuhr uns einmal quer über den Mekong Fluss zu einer kleinen Insel. Nach einem kurzen Fußmarsch, sollten wir uns an Lange Tische setzten und konnten tropische Früchte probieren. Währenddessen kamen ein paar Sängerinnen und versuchten uns mit ihren Stimmen zu überzeugen. Klappte aber nicht ganz, denn Alex hasst sowas. Und als dann die Trinkgeldkasse rumgereicht wurde, bereute er es schon wieder eine Tour gebucht zu haben.
Doch das ganze Spektakel dauerte zum Glück nicht lange und unsere Gruppe konnte weiter ziehen. Zu Fuß ging es durch einen Garten und hier zeigte uns unser Guide viele unterschiedliche Früchte. Besonders interessant fanden wir hierbei den Jackfruit Baum. Die Früchte sind riesig und wirklich schwer und hängen trotzdem an einem Baum. Das fanden wir spannenden, vor allem weil wir uns vor kurzem noch gefragt hatten, wie diese Früchte wohl wachsen.
Wieder etwas dazu gelernt.
Zu Fuß ging es zu einer Honigfarm und hier bekamen wir wirklich sehr leckeren Honigtee serviert. Wir hatten auch die Chance die fleißigen Bienchen zu sehen und sie einmal ganz von nahen zu betrachten. Und auch wenn die Leute danach uns ihre Produkte versuchten zu verkaufen, empfanden wir es hier, als nicht zu aufdringlich.
Danach wurde noch selbstgemachte Schoki zum probieren gereicht, die war uns persönlich aber zu bitter. Wir mögen es halt einfach zuckersüß 😄
Der Guide führte uns danach zurück zum Boot und wir wechselten die Insel. Wieder nur eine kurz Überfahrt und wir fragten uns: wann würden wir denn endlich das brühmte Mekong Delta sehen? Und als wäre es Gedankenübertragung, war genau das die nächste Aktion. Wir stiegen in ein kleineres Boot und das fuhr uns in die Tiefen des Deltas. Überall hingen riesige grüne Plamenblätter… das kam unseren Vorstellungen schon näher.
Nach ein paar Minuten hieß es dann wieder das Boot wechseln. Vom mittleren Kahn ging es nun in eine kleine Nussschale. Grad so 4 Leute hatten hier Platz. Ab hier wurde dann auch nur noch gepaddelt. Kein lauter Motor mehr.
Endlich genießen… dachten wir. Denn an der Ablegestelle waren mehrere Lokale in denen wir nach der Tour ein Mittagessen bekommen sollten. Doch diese beschalten das ganze Gebiet mit Ohrenbetäubender Musik.
Und so paddelten wir durch unglaublich schöne Natur – mit fetten Diskobässen im Hintergrund. War ja fast wie in unserem Hotel hier!
Trotzdem: die Flusslandschaft ist wirklich einmalig schön und es lohnt sich das mal gesehen zu haben! Nur vielleicht lieber nicht in nur einer Tagestour. Außer man will Disko im Dschungel… haha!
Nachdem wir vom Boot runter waren und gegessen hatten, wollten wir eigentlich noch eine kurze Radtour machen. Fahrräder konnte man sich kostenlos nehmen. Kein Wunder – die hatten ja auch alle keine Bremse! Wir wollten es trotzdem wagen, kamen aber nicht weit. Nach nur 100 Meter kam eine Schrank und ein unfreundlicher Wachmann der uns eindeutig zu verstehen gab! Hier kommen wir nicht lang!
Also wieder zurück. Naja gut. Dann halt knutschen unter Palmen…
Am Nachmittag ging es dann wieder zurück. Wir hielten noch an einer Kokusnuss Süßigkeiten Manufaktur und probierten uns wieder durch. Das war auch mehr nach unserem Geschmack. Klebrig und süß! 😄
Zurück am Bus erklärte uns der Guide, dass wir noch einen kurze Stopp an einem großen Buddha einlegen würden. Und dieser war wirklich riesig. Wirklich beeindruckend.
Die Rückfahrt verschliefen wir dann… wir mussten schließlich jede Sekunde nutzen, in unserem Zimmer war an Schlaf ja leider kaum zu denken…

