Unsere Zeit in der Pool Villa war nun zu Ende und das bedeutete auch, dass der Abschied immer näher rückte…
Doch an diesem letzten Tag wollten wir noch nicht daran denken… Sondern alles noch einmal in vollen Zügen genießen!
Am Morgen wurden wir von einem Fahrer den wir bereits vor Monaten gebucht hatten, an der Villa abgeholt und ganz entspannt nach Saigon gefahren. Dort hatten wir uns für die letzte Nacht 4 Hotelzimmer gebucht. Diese lagen schön Zentral und als wir gegen Mittag dort ankamen und einige Bars entdeckten, freuten wir uns schon heut Abend noch mal auf die letzten zwei Wochen anzustoßen.
Doch erstmal bezogen wir unsere Zimmer und da alles ordentlich war, buchten Alex und ich gleich noch 3 zusätzliche Nächte. Wir wollten noch ein paar Tage hier bleiben und die Gegend um Saigon erkunden.
Nachdem alle ihre Sachen abgestellt hatten, machten wir und zu Fuß auf den Weg durch Saigon. Unser Ziel: das Hard Rock Café!
Doch bereits unterwegs landete noch das eine oder andere Andenken in unseren Taschen. Saigon lud auch mehr zum entspannten Bummeln ein. Die Innenstadt ist deutlich geordneter und sauberer als Hanois Altstadt. So fühlten wir uns alle wohl und schlenderten entspannt durch die Straßen.
Am Hard Rock Café hatten wir dann auch alle mächtig Hunger und vor allem Durst. Von Außen ist der Laden ziemlich klein. Hinter dem Rock Shop ist noch ein kleiner Sitzbereich. Doch man schickte uns in den Keller und wir waren erstaunt. Hier war noch mal richtig viel Platz und sogar eine große Bühne für Live Konzerte. Und auch das Essen und die Getränke überzeugten. Ein netter Abschluss für unsere gemeinsamen Tage.
Auf den Rückweg zog es uns noch zu einer Streetfood Halle. Wir waren zwar alle satt, aber ein Cocktail sollte es noch sein. Und wir hatten Glück – es gab eine Happy Hour! Und so holten wir mehrere Runden von leckeren Cocktails und hatten wirklich eine Menge Spaß. Neben uns saß noch ein nettes Ehepaar aus Schweden und erzählte eine ganze Weile mit Alex. Wir bekamen auch ihre Mailadresse und sollten uns unbedingt melden, wenn wir mal in Schweden sind. Sie würden sich über Besuch freuen 😄
Total glücklich und beschwingt zog unsere Gruppe weiter. Als Abschluss wollten wir noch ein letztes Mal mit einem Bier vor unserem Hotel anstoßen und dann entspannt schlafen gehen.
Doch als wir in unsere Straßen kamen, fielen uns fast die Augen raus. Mitten auf der Straße war ein riesiges Konzert. Lichter Schiene und laute Bässe dröhnten durch die enge Gasse. Oh mein Gott – was war hier los?
Die Menschen tanzten und flippten aus. Wir näherten uns und schauten kurz zu. Unser Hotel war quasi genau auf der anderen Seite. Wir mussten uns also einmal quer durch die Masse schieben…
Und genau hier passierte dann das Unglück… Im dichten Gedränge fühlen sich vor allem Langfinger wohl und so verschwanden in Sekundenschnelle ein Portmonee und ein Handy. Mein Papa merkte seinen Verlust zu erst und sagte Alex und mir Bescheid. Wir wussten sofort, was es heißt, wenn die Kreditkarte weg ist und was zu tun ist. Wir hatten uns vorher schon damit auseinander gesetzt, welche Nummern man im Notfall braucht. Problem! Wir standen in mitten der Menschenmasse. Nichts ging. Weder vor noch zurück. Die anderen am Anfang wussten auch noch nicht was passiert war. Mein Herz klopfte wie wild. Ich wusste, dass schnelles handeln nun wichtig war. Also schubste ich die Leute vor mir weiter. Ein paar böse Blicke kamen zurück – doch das war nun erstmal egal!
Als wir aus der großen Masse raus waren, informierten wir die anderen was passiert war und in dem Moment erfuhren wir, dass das Handy von Alex Papa auch verschwunden war.
In Eiltempo ging es also zum Hotel. Per Handy konnten wir nicht raus telefonieren, da wir nur Simkarten mit Internet gekauft hatten. Aber auch mit dem Hoteltelefon kamen wir nicht nach Deutschland durch. Und die Minuten verstrichen.
Und dann kam der Gedankenblitz. Übers WLAN rief ich bei Anne, meiner besten Freundin an. Und diese war zum Glück grad in Begleitung. So konnte sie mit dem Handy ihres Freundes bei der Notfallnummer anrufen. Und an ihrem Handy waren wir und konnten alle wichtigen Informationen durch geben!
Und dann ging es auch wirklich schnell und nach ein paar Minuten war die Karte gesperrt. Puh da fiel uns allen erst Mal ein Stein vom Herzen.
Währenddessen sperrte Alex und seine Mutti die Simkarte von Alex Papa. Und so war nach einer halben Stunde alles geklärt. Aber der Schock wirkte noch länger nach.
Neben dem Schaden des Verschwundenen Handys, entstand natürlich auch ein Bargeldverlust. Das muss erstmal verdaut werden. Denn mit diesem Ende hat niemand gerechnet.
Doch je mehr Zeit vergangen ist, desto eher können wir nun sagen: wir sind froh das es nur ein Verlust von Geld war. Es wurde einfach nur aus der Tasche gefischt. Niemand wurde bedroht oder verletzt. Und auch wenn es natürlich ägerlich bleibt – sind wir dafür einfach nur froh.
Und es hat auch dazu beigetragen, dass Alex und ich wieder mehr auf unsere Wertsachen achten. Wir waren in den letzten Monaten auch etwas „unvorsichtig“ geworden und steckten unsere Handys oder Portmonee auch nur in die Hosentasche. Der Vorfall öffnete uns doch noch einmal die Augen!
Am nächsten Morgen war der erste Schreck ein bisschen verdaut und die Gedanken kreisten nun auch mehr um die Abreise. Außerdem waren wir alle ziemlich müde, denn die ganze Nacht wummerte die Musik durchs ganze Hotel! Mit zwei bestellten Taxis ging es zum Internationalen Flughafen. Dort checkten wir das Gepäck ein und da es an der Sicherheitskontrolle ziemlich voll war, war es viel zu schnell Zeit für den Abschied. Dieser fiel uns sichtlich schwer und das Lächeln fürs letzte Gruppebild war nicht ganz so strahlend wie in den letzten zwei Wochen.
Doch uns allen war klar, das dieser Moment kommen würde und wir uns nun für die nächsten Monate drücken mussten. Ein paar Tränchen kullerten und die Herzen wurden schwer…
Ein letztes Mal Winken und ein paar Handküsse flogen noch durch den Flughafen und dann waren zwei gemeinsame Abenteuerwochen vorbei…
Zeit für ein kleines Resümee:
10 Menschen
8 Koffer
2 Backpacks
12 Handgepäcksteile
2 Häuser
4 Hotelzimmer
1 Schiff
Eine Menge Fisch
Und noch mehr Reis
Und viiiel mehr Bier
Unzählige Umarmungen
Eine Silvesterparty
Tausend Mal laut gelacht
Unbezahlbar viel Liebe 💚
Und die zwei glücklichsten Langzeitreisenden auf der ganzen Welt! 💙
Ihr Lieben – Danke, dass ihr dieses Abenteuer für uns gewagt habt! Wir haben euch lieb!

