Das Licht geht an… Der Busfahrer brüllt einmal laut „Ninh Bình“… und alle rissen geschockt die Augen auf! Die Uhr zeigte 5 Uhr morgens an und draußen war es noch dunkel. Doch es half ja alles nichts – wir mussten raus! Also klettern wir über riesige Gepäckstücke und wischten uns den Schlaf aus den Augen…
Auf der Straße sammelten wir uns erstmal – doch es dauerte nicht lange, da sprach uns ein Mann an, ob wir ein Taxi brauchen. Unsere Unterkunft war ziemlich weit weg. Doch ist da jetzt überhaupt schon auf? Der Taximensch sagte „klar“ und Zack saßen wir schon in einem Auto. Der Fahrer fuhr wie wild durchs nächtliche Ninh Bình und setzte uns unfreundlich vor einem dunklen Haus ab.
Denn natürlich war hier noch nichts auf und niemand wach.
Und so standen wir, kurz nach 5, mitten auf einer dunklen Straße. Alles war verschlossen. Kein Café oder gar eine Möglichkeit zur Toilette zu gehen in Sicht. Wir standen uns die Beine in den Bauch und regten uns über den Taximenschen auf, als nach einer Stunde Wartezeit ein Licht im Haus anging. Und wirklich an der Rezeption stand eine Frau. Allerdings mit dem Rücken zu uns, sodass sie unser Winken nicht sehen konnte. Doch Alex, der Fuchs, holte schnell unsere Taschenlampe und leuchtete an die Wand hinter dem Tresen. Die arme Frau erstreckte sich kurz, entdeckte uns dann aber hinter dem Zaun stehend und öffnete uns die Tür und das Tor. Die etwas ältere Dame sprach kein Englisch, bot uns aber gleich einen Platz und einen Tee an. Dann telefoniere sie kurz und nur einen Moment später stand die Chefin vor uns. Und gab uns einen Zimmerschlüssel!
Wir hatten das Glück sofort in ein Zimmer ziehen zu können. Ganz ohne langen Check In. Das können wir auch alles später machen, meinte die nette Dame.
Und so kam es, dass wir um halb sieben in einem netten Zimmer standen, schnell duschten und in ein weiches Bett fielen!
Nachdem wir uns am Nachmittag ausgeschlafen hatten, sah die Welt auch wieder ganz anders aus. Wir checkten offiziell ein und bekamen zwei Kostenlose Räder um den Ort zu erkunden. Doch hier müssen wir gestehen: der sagte uns gar nicht zu! Meine Güte war das hässlich hier! Aber wir waren ja auch nicht wegen der Stadt hier her gereist, sondern wegen der Umliegenden Natur, die wir morgen erkunden wollten. Und so verzogen wir uns in unser neues Liebeslokal: das Chookies! Es überzeugt mit einem angenehmen Flair und leckeren Angeboten. Hier zog es uns in den nächsten Tagen auch mehrmals hin!
Doch nun zur Beeindruckenden Natur: Ninh Bình ist nämlich auch als trockene Halong Bucht bekannt. Doch trocken bedeutet nicht ganz trocken. Ein langes Flusssystem führt durch die riesigen Kalksteinhügel und kann mit einer kleinen Bootstour erkundet werden. Als Besucher hat man die Wahl zwischen 3 Routen durch die Gegend. Zu 4 teilt man sich ein kleines Boot, oder wie wir es nennen würde: Nussschale und schippert damit gemütlich 3 Stunden durch die Natur.
Mit an Board ein Local der das Boot rudert und lenkt.
Als Höhlenliebhaber entschieden wir uns für Route 1, da diese durch 9 Höhlen und Tunnel führen soll. Und wir wurden auch nicht enttäuscht. Gekonnt lenkte uns die Dame durch die teilweise unendlich langen Tunnelsysteme.
Oft mussten wir unsere Köpfe auf die Beine legen, um nirgends anzustoßen. Wirklich cool. Und jedes Mal wenn man aus einer Höhle raus kommt und wieder einen Blick auf die grün bewachsenen Felsen bekam, konnte man sein Glück kaum fassen.
Wir waren sehr froh, diese Tour gemacht zu haben. Auch wenn nach 3 Stunden der Po ein wenig schmerzte.
Deswegen gab es am nächsten Tag, ein bisschen mehr Bewegung. Wir wollten einen Aussichtspunkt erklimmen. Und so düsten wir mit den Roller ein kleines Stück aus der Stadt raus. Wir fuhren durch einen kleinen Ort und hier standen schon viele Locals draußen und versuchten uns zu sich zu winken. Alle hatten auf ihren Grundstücken „Parkplätze“ und wollten natürlich möglichst viele Touristen zu sich locken. Eine Dame sprang uns mit einer Trillerpfeife sogar fast vor unseren Roller. Doch Alex ließ sich nicht beeindrucken.
Doch irgendwann mussten auch wir mal parken – denn auf den Hang Mua Viewpoint führen insgesamt 647 Stufen, die erklommen werden wollen. Vorbei an Schaukeln und andere Fotospots ging es zum Berg. Die unregelmäßigen Stufen führen steil empor, doch so konnte man bereits nach kurzer Zeit einen tollen Ausblick genießen. Perfekt um eine Pause zum Luft schnappen einzulegen oder die anderen Besucher zu beobachten. Denn auch hier war wieder alles dabei: vom Flip Flop Abenteurer bis hin zum voll ausgestatteten Wanderoutfit Typ. Und auch die schicken „ich-trag-beim-Wandern-ein-Kleid-und-werd-nicht-Rot“ Mädchen waren am Start.
Beim Dreiviertel der Strecke teilt sich der Weg und man hat die Chance auf zwei verschieden Spitzen zu klettern. Wir machten natürlich beide und waren beide Mal fasziniert vom wunderschönen Blick in die Ferne.
Auf der einen Spitze war auch eine lange Drachenfigur aus Stein. Hier hoch zu klettern war schon ein bisschen anspruchsvoller und selbst in unseren Turnschuhen fühlten wir uns nicht 100 % sicher. Doch das hielt andere nicht ab sich in Flips Flops noch an uns vorbei zu schlängeln.
Dann doch lieber wieder ein Stück runter und von dort Arm in Arm auf die vielen Kalkstein Hügel blicken. Doch eins steht fest: ganz gleich welcher Ausblick sich uns bietet: „die schönste Aussicht – bist und bleibst: DU!“

