Da war er also der Tag der Tage. Lange haben wir von diesem Moment geträumt, gespart und nun ist er da. Eines unserer Highlights auf unserer Reise sollte nun in Erfüllung gehen. Eines der sieben Weltwunder, was man sonst nur aus Büchern oder den Geschichtsunterricht kennt, sollten wir nun live zu Gesicht bekommen.

Den Berg selbst kann man auf zwei Arten erklimmen, entweder zu Fuß oder mit dem Bus. Wir wählt doch die komfortablere Lösung und kauften uns den Abend zuvor ein Busticket. So konnten wir doch etwas länger schlafen und kamen nicht abgehetzt oben an. Also Busticket gekauft, Sachen gepackt und schlafen gehen. Den Abend zuvor konnte ich nicht so wirklich einschlafen, da ich wie ein kleiner Schuljunge aufgeregt war. Maria komischerweise ganz entspannt, aber ich aufgeregt.
Um 4:00 Uhr morgens klingelte endlich der Wecker, zwischendurch habe ich öfters auf die Uhr geschaut, um ja nicht zu verschlafen. Unser Guide meinte zu uns, dass es ausreicht wenn wir um 5:30 Uhr bei den Bussen sein würden. Ne ne nix da. Zum Glück sind wir um 4:00 Uhr auf gestanden und waren gegen 4:30 bei den Bussen. Denn nur 10 min später wäre die Menschenschlange so lang gewesen, dass wir den Anfang nicht mehr gesehen hätten. So viele Menschen standen plötzlich hinter uns.
Pünktlich um 5:30 Uhr kamen die ersten Busse. Und weil wir so früh da waren, haben wir es in den zweiten Bus geschafft, denn es kamen zunächst nur drei Busse. Die Fahrt dauerte ungefähr 15 min bis wir oben ankamen, schon wärend der Fahrt nach oben hatte man einen wahnsinnig tollen Ausblick. Oben mussten wir dann wieder einmal warten, bis sich um 6:00 Uhr die Tore zur Stadt Machu Picchu für uns öffneten. Vor uns ältere Herren mit ihrer Begleitung, die dummerweise Tickets für den folgenden Tag hatten. Die wurden natürlich gleich ausgemustert. Da machen die Peruaner keine Gefangenen, wer ein falsches Ticket hat, hat Pech gehabt. Man kann sein Ticket nämlich nur in Cuscus bei der Machu Picchu Government ändern lassen. Die dachten anscheinend, dass es kein Problem sei die Tickets zu tauschen oder zu ändern. Tja hätten sie mal einen der unzähligen Reiseblogs gelesen, dann wüssten sie es.
Der Ansturm begann und wir waren einer der ersten. Geil. Aber dann die Ernüchterung: wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Die dichte Wolkendecke versperrte nämlich die Sicht auf alles und jeden. Na Super, mein erster Gedanke war gleich: „Na hoffentlich, wird dass nicht so ein Reinfall, wie bei der Christus Statue in Rio“.

Zum Glück gab es einige Lichte Momente wo sich die Wolkendecke öffnete und die Sicht auf die Stadt frei gab. Doch man musste schnell sein, um einen Blick zu erhaschen, denn gleich im nächsten Moment umhüllten die Wolken wieder alles und jeden.

Ab um 7:00 Uhr kämpfte sich dann die Sonne durch und es war strahlender Sonnenschein. Bestes Wetter um Machu Picchu zu bestaunen. Oh yes. Zur selben Zeit bekam auch die restliche Gruppe Eintritt. Wir trafen uns alle, damit unser Guide uns noch etwas über Machu Picchu und die Inka Kultur erklären konnte.

Es ist schon sehr beeindruckend zu sehen was die Inka Kultur schon damals alles geleistet hat. Nach dem Vortrag entschieden wir uns die Stadt Machu Picchu zu erkunden und nicht zu dem Aussichtspunkt „Sonnentor“ zu gehen. Wir mussten nämlich um 14:30 Uhr wieder in Hydroelectrika sein und bis dahin würde man ca 3h laufen (andere waren wahrscheinlich schneller). Welchen Weg man geht, sollte mit bedacht gewählt werden, denn wenn man einmal falsch abbiegt darf man nicht mehr zurück. Die Wege in Machu Picchu sind wie eine Einbahnstraße angelegt, will man mal einmal zurück, ertönt gleich ein pfeifen aus der Pfeife eines Aufsehers.

Gerne wäre ich auch auf den Huayna Picchu gestiegen, hierfür muss man jedoch bereits Monate vorher ein extra Ticket reservieren, was bei uns ja nicht möglich war. Nach unserer Erkundungstour durch die Ruinenstadt, entschlossen wir uns kurzerhand den Bus in Richtung Tal zu nehmen. Zum Glück hielt der Bus schon an der Abzweigung nach Hydroelectrica und wir mussten nicht von Aguas Calientes noch bis zum Abzweig laufen, wieder etwas Zeit und Energie gespart. In Hydroelectrica angekommen, stärkten wir uns erst einmal mit einem Burger und einer leckeren Inka Kola. Wir hatten noch gut eine Stunde Zeit bis der Bus fahren würde, also hätten wir noch locker bis zum Sonnentor laufen können und den Ausblick über Machu Picchu genießen können, na toll. Naja egal jetzt, nun warteten wir erstmal auf den Bus.

Wie eine Sardine in der Büchse, ging es dann 6h zurück nach Cusco. Mir schmerzte mein Bein und mein Rücken, ich hatte die Nase voll. Endlich, gegen 22:00 Uhr kamen wir dann in Cusco an. Wir wollten nur noch eins! Ab zur Unterkunft und schlafen. Zum Glück hatten wir vorher alles mit dem Hostel „El Tuco“ abgesprochen und wir brauchten nur noch zum Hostel laufen. Erschöpft fielen wir dann ins Bett.

Rückblickend ist zu sagen: Machu Pichu ist sicherlich ein Ausflug wert. Die Aussicht auf die Stadt ist traumhaft schön. Für uns war der Zeitdruck im Nacken störend. So schön die Tour war, es ist sicherlich entspannter noch eine Nacht in Aguas Calientes zu bleiben.


