Markttag & Pan Cake Rocks

Noch erschöpft vom Abel Tasman Track, wollten wir heute den Tag ruhiger angehen lassen. Da es Samstag war, sollte in Nelson Markt Tag sein. Hier sollte es allerhand selbst-gemachtes aus Neuseeland geben soll. Also genau das richtige für uns. Dummerweise machen die Märkte hier schon 13:00 Uhr zu, Punkt 13:00 Uhr! Also mit ausschlafen war da nichts. Früh raus aus den Federn, fertig machen und ab nach Nelson.Nelson ist eine kleine nette Stadt direkt am Wasser. Einen kostenlosen Parkplatz für 2h, fanden wir gleich zwei Straßen weiter. Und am Markt mischten wir uns gleich unters Volk und bestaunten die schönen Handgearbeiteten Sachen. Da wir eigentlich schon Übergepäck hatten, konnten wir leider nichts kaufen.

Der arme Vogel…

Haha, denkste, es gab so viele schöne Dinge, die wir einfach nicht in Neuseeland lassen konnten. Irgendwie würden wir das ganze Zeug schon in den Flieger bekommen, dachten wir uns. Maria kaufte ein schönes Brettchen, worauf sie die Wurst Schnittchen vor ihrem inneren Auge schon kunstvoll drapierte. Und ich wollte unbedingt einen kleinen Becher haben, auf dem ein Kiwi ist. Es durfte aber nicht irgendein Becher sein, es musste einer sein den es nicht überall zu kaufen gibt. Tja und auf dem Markt wurde ich dann fündig, bei einem Einheimischen Töpfer. Weiterhin fanden zwei selbstgemachte Fensteranhänger aus Glas ihren Weg in unsere Taschen. Selbstverständlich gab es auch leckeres Essen und Getränke dort zum Probieren. Ein wirklich kleiner feiner Markt der sich lohnt. Und der Bacon Burger den wir aßen war einfach der Oberhammer. Ebenso die Erdbeeren! Da bekommt „Karls“ wirklich Konkurrenz.Die Stadt an sich wollten wir uns nicht weiter anschauen, wir wollten weiter Richtung Süden. Also Monster-Energiedose auf und ab ging die Post weiter Richtung Süden.

Neue Socken müssen präsentiert werden…

Die komplette Strecke wollten wir noch nicht fahren, so entschieden wir uns gegen Mittag schon einen Campingplatz an zu fahren, um dort zu entspannen. Wir fanden einen Campingplatz direkt am Strand. Mega. Auf dem Strand selbst hätte man auch fahren können aber das ließen wir mal lieber sein. Wir schnappten uns unsere Stühle, unseren Rucksack mit Naschi drin und unseren Zeichenblock. Denn wir wollten kreativ sein. Maria zeichnete und ich schnitze etwas. Der Strand war Kilometer lang und voll von Treibholz. Nach unserer kreativen Phase, knurrte uns der Magen. Also rasch zu Molly Abendessen machen und dann gleich wieder an den Strand, um zu essen. Das war natürlich traumhaft, ein Abendessen direkt am Strand.

Am nächsten Morgen waren wir ganz alleine auf dem Campingplatz, denn wir lümmelten bis Mittag noch im Bett rum. Aber das war nicht weiter schlimm, denn über Nacht hatte es angefangen zu regnen und es wollte einfach nicht mehr aufhören. Der Blick auf die Wetter Vorhersage verhieß, auf unserer Route nichts gutes. Regen Regen und nochmals Regen, die kompletten nächsten Tage. Wir wollten es nicht wahr haben und hofften darauf, dass sich das Wetter vielleicht noch ändern würde. Also setzen wir unseren Weg Plan mäßig fort, Richtung Pan Cake Rocks.

Zwischendurch hatten wir Glück und es regnete mal nicht. Also legten wir einen kleinen Zwischenstopp ein und gingen durch dichten Wald zu einem Aussichtspunkt. Als wir am Ende des Weges waren fing es natürlich aus Eimern an zu schütten, weit und breit nichts zum unter stellen. War ja klar, pitsch nass kamen wir bei Molly an.Es wollte einfach nicht aufhören. Als wir bei den Pan Cake Rocks ankamen, warteten wir im Bulli noch ein wenig und hofften das es etwas weniger regnen würde. Dem war jedoch nicht so, also gingen wir im strömenden Regen los um uns die Rocks an zu gucken.Da meine Hose eh schon pitsche nass war, zog ich meine kurze Hose und meine Flip Flops erst garnicht aus. Schon witzig, alle Besucher waren dick mit Regensachen angezogen und mitten drin ich mit meiner kurzen Hose und Flip Flops.Schade das wir so ein schlechtes Wetter erwischt hatten. Denn bei tollem Wetter wären die Pan Cake Rocks gleich viel beeindruckender gewesen. Die Felsen sahen wirklich wie auf einander gestapelte Pan Cakes aus (ja ich weiß, um sonst würden sie ja nicht Pan Cake Rocks heißen). An der Klippe pfeifte der Wind uns um die Ohren und das Meer klatschte gegen die Felswand. Durchgefroren kehrten wir zum Bus zurück, um festzustellen, dass es jetzt aufgehört hat zu regnen. Naja was solls. Nun mussten wir erstmal einen Platz suchen wo wir unsere Akkus laden können. Im Ort Greymouth wurden wir dann bei Subways fündig. Wir bestellten etwas und saßen dann gut drei Stunden bis alle Kameraakkus voll waren. Danach fuhren wir dann zur ausgewiesenen Campingsite. Das Wetter wollte einfach nicht besser werden und mittlerweile fing es wieder an zu regnen.Also kuschelten wir uns schnell ins Bett und träumten uns an den warmen Strand zurück…

Abel Tasman Wanderung

Heut wollten wir früh starten, doch das Bett war so bequem… also ging es doch eine Stunde später als geplant in Richtung Nationalpark.Der Abel Tasman Park ist der kleinste Nationalpark in Neuseeland und auch der Meistbesuchte. Ein 60 km langer Wasserweg führt entlang der wunderschönen Küste und zu versteckten Buchten. Als Besucher hat man die Möglichkeit in 5 Tagen den kompletten Wanderweg zu erkunden und in Hütten und Zelten zu schlafen. Oder mit einem Wassertaxi sich zu einer Bucht kutschieren zu lassen. Auch Kajaktouren sind in dem Gebiet sehr beliebt. Doch die Preise ließen unsere Kasse weinen.

Eine kurze Wassertaxifahrt sollte 44 $ pro Person kosten und ein Kajak zu leihen sogar 90 $. Das war uns schlichtweg zu viel. Und so kam uns die großartige Idee:Wir laufen einfach alles! 😄 Gesagt getan. Die Rucksäcke waren voll gepackt mit Getränken und Proviant. Die Wandersandalen wurden angezogen und los ging es.Molly ließen wir am Parkplatz zurück.Der Weg lief sich sehr gut. Nur ein paar kleine Steigungen waren zu überwinden und ansonsten verlief der Weg flach. Und so wanderten und wanderten wir und hatten schnell die ersten 10 km geschafft.

Als Ziel steuerten wir den Cleopatra Pool an. Auf den Weg dorthin entdeckten wir eine kleine Bucht, die für die Mehrtages Wanderer auch als Zeltplatz dient. Wie traumhaft. Wir ärgerten uns ein bisschen, dass wir kein Zelt dabei hatten und auch die lange Tour hätten machen können. Nach einer kurzen Trinkpause ging es von der Bucht wieder ein Stück hoch, zurück auf den Wanderweg und weiter in Richtung „Pool“. Das Tempo wurde auch schneller, langsam knurrten nämlich unsere Mägen!

Und so machten wir in kurzer Zeit die restlichen 10 km zu unserem Ziel und langsam wurde auch der Park immer voller. Immer mehr Menschen, die das Wassertaxi nutzen, kamen uns entgegen.

Wir hatten trotzdem noch die Hoffnung, dass es am Cleopatra Pool nicht so voll ist. Doch natürlich lagen wir falsch und einige Menschen machten dort ihre Pause und genossen das frische Wasser.

Auch wir suchten uns ein schattiges Plätzchen und packen endlich unsere Schnitten aus. Was schmeckten die gut nach 20 km. Wir nahmen uns genug Zeit zum Essen und Alex traute sich auch ins kalte Wasserfallbecken. Hier ist auch eine natürliche Wasserrutsche entstanden, die natürlich auch gleich mehrmals getestet wurde. Und so verging die Zeit und es war langsam Nachmittag.

Zeit den Rückweg anzutreten.

Wir liefen zur großen „Anchorage“ Bucht und setzten uns dort noch einmal an den Strand. Wir beobachten wie viele andere Touristen angehetzt kamen. Die mussten nämlich das letzte Wassertaxi schaffen. Wir allerdings konnten uns ja so viel Zeit lassen wie wir wollten und so ging Alex noch mal den Strand entlang und ich düste ein wenig im Schatten.Der Rückweg von der Bucht zum Wanderweg war dann doch noch mal ein gutes Stück steil, wurde uns aber von einer kleinen Vogelfamilie, welche mit seinen winzigen Kücken, den Weg kreuzte, versüßt. Alex wäre am liebsten in den Busch hinterher gekrochen um die Daumengroßen Babys zu fotografieren 🙈Langsam wurde es wieder ruhiger um uns herum. Der Wanderweg war wieder angenehm leer und wir liefen und liefen… immer mit Blick auf das türkisfarbene Meer und begleitet von vielen Vögeln am Wanderweg.

Doch so schön es auch war, nach 34 km brannten die Beine und die letzten 3 waren eine Qual. Die Lust war weg und man wollte einfach nur noch den Rucksack abstellen, die Beine hoch packen und eine groooooße Portion Nudeln essen!

Dieser Ausblick trieb uns voran und kurz nach 19.30 waren wir dann auch wieder am Ziel und ließen uns in die Sitze fallen. Puh was für eine Wanderung. 37,4 km. So viele Eindrücke und Wunderschöne Natur und kein Cent bezahlt. Prima. Da es noch hell war, fuhren wir noch zum Spilt Appel Rock. Doch als ich sah, das man auch hier noch 15 min hin laufen musste, war meine Energie am Ende und Alex lief allein hin um noch ein Bild zu machen. Ich musste dringend die Beine hoch halten! 😄Als Alex wieder am Auto war, suchten wir uns ein ruhiges Plätzchen um uns ein bisschen frisch zu machen. Wir „duschten“ und zogen bequeme Sachen an. Dann ging es im Sonnenuntergang zum Stellplatz. Dieser war ziemlich voll, doch wir fanden noch einen Platz für uns. Schnell ein paar Nudeln und dann hieß es: tief und fest schlafen!

Ab auf die Südinsel…

Wir machen keinen Urlaub, sondern wir reisen. Das heißt auch mal bisschen arbeiten. Die Karte vervollständigen, Blog schreiben, Tagebuch vervollständigen und und und… so sah unser Morgen dann auch schon aus.Im morgendlichen Sonnenschein erledigten wir unsere schon längst fällige „Arbeit“.Danach ging es weiter in Richtung Wellington. Dort hieß es dann erstmal Vorräte auffüllen, also fuhren wir einen „Pack and Save“ an. Die große Supermarktkette hat definitiv die günstigen Preise. Einmal hin – alles drin!

Danach erkundeten wir ein wenig die Innenstadt. Ideal eignet sich dafür die Cuba Street. Eine nette kleine Fußgängerzone mit vielen kleinen hübschen Geschäften. Natürlich konnten wir uns nicht zurückhalten und musste wieder etwas kaufen. Wir waren wieder voll im Shopping Modus. Doch lange konnten wir nicht bummeln, da alle Geschäfte in Neuseeland spätestens um 16Uhr geschlossen haben. Unser Konto und die Rucksäcke freuten sich! 😄 Also machten wir uns auf den Weg und suchten uns ein Plätzchen wo wir für eine Nacht stehen könnten. „Camper Mate“ sei Dank (kostenlose Camping App für Neuseeland) sollte es einen großen Stellplatz für Campingfahrzeuge geben. Den Stellplatz gab es auch, doch war dieser bei unserer Ankunft schon wieder brechend voll. Super… viele ankommende Camper stellten sich mittig zwischen allen anderen auf, wo man eigentlich garnicht mehr stehen durfte. „Pfiffig“ wie wir sind haben wir uns an die Spitze quer gestellt. Maria war nicht so recht zufrieden aber was sollten wir machen, Wäsche waschen mussten wir nämlich auch noch.

Der Platz vor Wellington, war so schön leer.

Also geparkt, getan sind wir dann Wäsche waschen gegangen. Als wir wieder kamen waren alle anderen Falschparker weg und nur noch unsere Molly stand dort und an unserer Scheibe ein Zettel. Na toll, dass wird doch sicherlich ein Strafzettel sein dachten wir uns. Gott sei Dank war es nur eine Verwarnung, mit dem Hinweis das man vorne an der Straße frei stehen kann. Mhhh komisch, hier kann man nicht in der dritten Reihe stehen aber dafür darf man vorne an der Straße Campen. Naja egal, Hauptsache keine Strafe.

Mit dem Wäschebeutel einmal durch die Stadt!

Am nächsten Tag ging es für uns auf die Fähre. Die Tickets dafür haben wir gut eine Woche vorher schon gebucht gehabt. Also mussten wir früh los, damit wir pünktlich bei der Ablegestelle sind. Pünktlich an der Fähre, wollten wir grade unseren geschmierten Schnitten essen als es plötzlich an meiner Scheibe klopfte und uns ein großer Mann und eine Frau anlächelten. Ich guckte zur Scheibe, guckte Maria an, fragte sie ob sie „die“ kennt? Maria antwortete nein. Verwirrt machte ich die Scheibe runter und guckte fragend raus. „Wir wollten euch noch zur eurer Hochzeit gratulieren“, ich guckte wie ein Auto und sagte nur „Danke“. Am Fenster standen Alex und Silke die uns auf Instagram folgen und durch Zufall auch grade auf die Fähre warten und uns erkannt haben. Wir fühlten uns geschmeichelt und konnten es kaum glauben, dass man uns schon erkennt. Schon richtiger Fame. 😄

Auf Anhieb verstanden wir uns sehr gut und verbrachten gleich die Fahrtzeit auf der Fähre gemeinsam. Eigentlich wollten wir während der Fahrtzeit uns die Zeit mit Tagebuch, Blog schreiben und nebenbei Akkus laden vertreiben. Aber wir genossen lieber die Gesellschaft der anderen beiden und unterhielten uns über Gott und die Welt. Es war so schön…

Als wir in Picton ankamen hieß es dann Abschied nehmen. Aber nicht für immer, denn unsere Wege sollten sich schon bald wieder kreuzen. Wir fuhren nach Motueka, einen kleinen netten Ort um dort die Nacht zu verbringen und am nächsten Tag in den Abel Tasman Nationalpark wandern zu gehen.

Tongariro Alpine Crossing

Neuseeland ist beliebt zum Wandern und seine viele Vulkane, die teilweise noch aktiv sind, lösen nicht nur bei anderen Touristen eine gewisse Sehnsucht aus, sondern natürlich auch bei uns beiden Abenteurer. Und so beschlossen wir, dass es Zeit wird, die Wanderschuhe zu schnüren. Unser Weg führte uns zum Tongariro Nationalpark, der größte Park Neuseelands. Und auch einer der beliebtesten, da einer der 9 „Great Walks“ hier entlang führt. Das sind die schönsten und beliebtesten Wanderungen. Allerdings alles Mehrtagestouren. Daher entschieden wir uns nur einen Teil davon zu gehen. Die „Tongario Alpine Crossing“ Strecke ist rund 20 km lang und bei den vielen Tagesausflüglern sehr beliebt.Und so kam es, dass bereits am frühen Morgen am Startpunkt die Hölle los war. Wir hatten unsere Molly auf einem Parkplatz am Ende der Wanderstrecke abstellt und uns dann mit einem Shuttlebus zum Anfang bringen lassen. Kostet allerdings für 20 min Fahrt auch stolze 90 $ (unser Tipp – nicht den bewachten Parkplatz wählen/ das nehmen die da eh nicht ernst. Sondern an der Straße parken. Den Bus von da nehmen und nur 70$ für zwei Personen zahlen)

Nun standen wir morgens kurz vor 8 am Start und staunten nicht schlecht über die vielen Wanderer. Und auch wie unterschiedlich die Menschen los zogen. Einige in Turnschuhe und Jeans – andere sahen aus als würden sie zur Mount Everest Besteigung starten.Der Anfang lief sich ganz entspannt, es ging ziemlich flach die ersten 3 km durch die Landschaft. Immer mit Blick auf den berühmten „Schicksalsberg“ aus der „Herr der Ringe“.

Doch dann ging das erste Mal ein gutes Stück in die Höhe und hier machten sich die Menschenmassen so richtig bemerkbar. Über Stufen und einen Schmalen weg ging es nämlich nach oben. Und wenn jemand etwas langsamer war, staute es sich regelrecht und man kam wirklich nur noch im Schneckentempo voran. Ist jetzt nicht so, dass ich mich dadurch gestört fühlte, aber andere die doch gern flotter unterwegs sind, waren schnell genervt!

Wir fanden die Grundstimmung dadurch irgendwie ein bisschen anstrengend. Und waren froh, als wir den ersten Ansteig geschafft hatten und es ein Stück flach weiter ging. In dieser Strecke verlief sich dann wieder alles ein bisschen. Viele machten die erste kleine Pause und auch wir aßen einen Apfel um neue Energie für den nächsten Ansteig zu haben.

Doch vorher entdecken wir noch den ersten Schnee und mussten natürlich erstmal ein paar Schneebälle werfen!

Die ersten Stunden waren vergangen und der nächsten Anstieg stand bevor. Vorbei an einem Warnschild, ging es steil in die Höhe. Einige drehten an dieser Stelle um. Wir haben viele junge Familien gesehen, die hier ihre Elternzeit in Neuseeland verbringen. Einige hatten versucht diesen Weg mit Baby vor dem Bauch zu wandern. Wir würden denk ich eher andere Wanderungen dafür empfehlen.

Denn ab dem zweiten Aufstieg wurde es ziemlich windig und mit dem Blick auf den Red Crater befindet man auch nun auch auf über 1800 Höhenmeter. Hier machten wir unsere zweite Pause. Die Aussicht war wunderbar, da schmeckt eine Stulle gleich besser!Der Abstieg kostete uns dann aber mehr Kraft als der Aufsteig. Denn der Weg war voll losen Geröll und Sand und man rutschte nur so hin und her.

Alex fiel auch gleich nach zwei Meter hin. Er tat sich nicht weh. Aber ich war danach wie gelehmt. Ich hatte Angst auch zu fallen, schließlich ging es ziemlich steil runter und ich machte mir Sorgen um mein Knie. Also kroch ich in Zeitlupe diesen Berg hinunter.

Die Aussicht auf die drei blauen Bergseen konnte ich kaum genießen. Mein Herz klopfte zu sehr und ich wollte hier einfach nur heil runter. Was war ich erleichtert, als der Weg wieder fester wurde und ich es geschafft hatte. Und ich glaub auch Alex war froh, dass er mich nicht runtertragen musste 😄Und obwohl es nur ein paar Hundert Meter waren, machten wir erstmal die dritte Pause. Denn dieser Streckenabschnitt hatte zu viel Kraft gekostet. Und von hier konnten wir auch endlich die wunderschönen Seen in Ruhe ansehen.

Mittlerweile war es früher Nachmittag und wir waren bei der Hälfte der Strecke. Also weiter! Wir liefen und liefen. Der letzte kleine Aufstieg war schnell geschafft und dann ging es über einige Schneestellen in Richtung Abstieg. Das kann ja eigentlich nicht so lange dauern.Pustekuche. Der Weg zog sich in endlosen Serpetinen. Und wollte anscheinend nie enden. Die Lust verließ uns. Und ich kam in die „Wanderphase des Meckern“ 😄 – denn warum ist man eigentlich so doof und rennt stundenlang einen Berg auf der einen Seite rauf und auf der anderen wieder runter? Und warum wird der Weg hier als schönster bezeichnet? Wer hat sich das nur ausgedacht? 😄 nach 20 Minuten wettern, kam dann die Phase des Schweigens…Und so liefen wir die nächsten 3 Stunden schweigend den Berg runter. Der Weg führte er über ein riesiges Feld und dann durch eine Art Dschungel.

Und dann kam das Schild… Kilometer 19! Also hatten wir es gleich geschafft. Die Freude war riesig. Und als wir ein Abschlussbild machten, kam die Erkenntnis „so schlimm war es doch gar nicht 😄 und eigentlich war es sogar ganz schön! 😄“

Auf den Weg zum Parkplatz hielt ein netter Mann noch an und nahm uns die letzten Kilometer mit. Was waren wir dankbar.

Am Parkplatz stand unsere Molly ganz allein –

so viel zu bewachter Parkplatz. Keine Menschenseele war zu sehen. Schön das wir dafür 20 $ bezahlt hatten…

Doch wir nutzen den leeren Platz um uns mit Wasserflaschen kurz ein bisschen „ab zu duschen“ und in Ruhe unsere Nudeln von gestern zu essen…

Geothermale Wunder

Die Gegend um das Örtchen Rotorua ist ein Magnet für Touristen, denn hier verzaubert Neuseeland seine Besucher mit geothermischen Quellen, Gysieren und unterschiedlichsten Aktivitäten.

Ob Entspannen im Polynesian Spa oder ein bisschen Staunen im Waiotapu Thermal Wonderland – hier ist für jeden etwas dabei.

Wieder neue Freunde gefunden! 💚

Wir entschieden uns für letzteres und spazierten durch das brodelnde Gebiet. Der Geruch erinnerte an die Hölle. Naja jedenfalls stellten wir es uns so in der Hölle vor. Überall lag Schwefel in der Luft. Über einen gut zu laufenden Pfad kommt man an verschiedenen Highlights des Parks vorbei.Besonders bekannt ist wohl der Champagne Pool; mit seinen orangefarbenen Ablagerungen. Seinen Namen hat er, durch die vielen kleinen Bläschen die an der Wasseroberfläche treiben, bekommen. Da genau diese Gasbläschen an ein Glas Champagne erinnern. Doch das eigentliche Highlight ist der Giftgrüne See. Hier braucht man keine Bildbearbeitung. Dieses Wasser sieht wirklich so giftig aus. Es faszinierte uns, was die Natur so erschaffen hatte und wir standen eine ganze Weile und starrten regelrecht aufs Wasser. Wow. Dafür hatte sich dieser Ausflug gelohnt. Da es heut ziemlich warm war, legten wir eine kleine Siesta ein.

Denn wir wollten heute noch dem Tipp nachgehen, den wir vor ein paar Tagen bekamen. Und wir sagten ja – dieser Tipp war heiß!

Also warteten wir die Mittagshitze ab, entspannten ein bisschen mit offener Heckklappe im Vanbett und düsten am späten Nachmittag los.Und nach einer kurzen Fahrt fanden wir in mitten eines Kuhfeldes einen Pool. Einen heißen Thermalpool. Und wir waren ganz allein dort. Das Wasser sah ein bisschen „schmutzig“ aus – aber das ist wohl durch die Mineralien so.

Vorsichtig steigen wir ins extrem warme Wasser. Das war ziemlich cool.

Doch nach kurzer Zeit kam ein Motorrad angefahren. Fuhr einmal im Kreis und haute wieder ab. Nur kurze Zeit später ein zweiten Motorrad. Diesmal auf der anliegenden Kuhwiese und mit einem Mann und einer Frau drauf. Und nur 10 Minuten danach kam ein Auto mit voll Gas angebrettert. Aber wirklich mit voll Gas. Wir waren grad dabei uns ab zutrocknen und anzuziehen.Aus dem Auto stiegen ein Mann und eine Frau. Die doch ebend noch auf dem Motorrad saßen. Sie schauten grimmig drein. Alex grüßte. Darauf kam eine knappe Antwort.

Also machten wir uns einfach weiter fertig. Dabei wurden wir aus den Augenwinkeln beobachtet. Aber es wurde nichts gesagt. Doch wir spürten deutlich. Hier waren wir nicht so Recht erwünscht.

Der Pool ist öffentlich. Wird sogar mit einem kleinen unscheinbaren Schild markiert. Doch die Anwohner wollen wohl nicht so Recht, dass Touristen ihn nutzen. Vielleicht haben sie auch schlechte Erfahrungen gemacht. Leider halten sich viele nicht an Grundregeln und verlassen solche Plätze wie Müllhalden.

Wir konnten daher verstehen, dass die Freude uns mit unserer Molly dort zu sehen, nicht groß war.

Ohwohl wir den Grundsatz verfolgen: „Verlassen einen Platz immer besser, als du ihn vor gefunden hast.“ Und uns nicht zu fein sind, Müll auf zu heben und mit zu nehmen.

Und somit entschlossen wir, weiter zu fahren. Und den Standort dieses heißen Pools für uns zu behalten. Diesen Tipp nicht weiter zu geben um den Locals ihr Plätzchen zu lassen…

Hobbiton – Ein Ausflug ins Auenland

„Es ist eine gefährliche Sache, Frodo, aus deiner Tür hinauszugehen. Du betrittst die Straße, und wenn du nicht auf deine Füße aufpasst, kann man nicht wissen, wohin sie dich tragen!“

Unsere Füßen trugen uns heut auf direktem Weg ins Auenland. Naja um ehrlich zu sein, fuhr uns Molly auf direktem Weg dort hin. Und als wir vor Ort waren und den Eintrittspreis von 168 $ (99.38 €) hörten, wollten unsere Füße eigentlich auf direktem Weg umkehren, doch nun waren wir nun mal hier und entschieden auch rein zu gehen! Und beim nächsten Mal VORHER zu schauen, was der Eintritt kostet. 🙈

Das Auenland kann man nur mit einer geführten Gruppentour betreten. Alle 10 min startet eine Tour und in großen Reisenbussen wird man vom Kassenbereich auf das Gelände der Alexanderfamilie gebracht. Ihnen gehört nämlich das Land auf welchem 3 Monate lang „Herr der Ringe“ und 12 Tage die „Hobbit“ Filme gedreht wurden.

Mit einem kleinen Spaziergang – bei welchem man bitte auf GAR KEINEN FALL den Rasen berühren soll, geht man in den Drehbereich und entdeckt ziemlich schnell die erste kleine Hobbithöhle.

Das Gelände ist wirklich sehr schön angelegt. Viele Blumen schmücken die kleinen Vorgärten und es wurde mit viel Liebe auf die Details geachtet.

All das wurde für die „Herr der Ringe“ Dreharbeiten damals noch aus Sperrholz und Styropor gebaut. Erst 2009, beim Wiederaufbau für die „Hobbit“ Triologie verwendetet man dauerhafte Materialen und verschaffte somit tausenden von Fans die Möglichkeit, einmal in diese Fabelwelt einzutauchen.

Und die Magie des Auenland wirkt. Es ist wirklich ein schöner Spaziergang durch die Anlange.

Nebenbei erzählt der Guide von den vielen Geschichten rund um die Dreharbeiten. So wurde beispielsweise die Eiche, die über Bilbos und Frodos Heim steht, künstlich erschaffen. Tausende Blätter aus Kunststoff wurden aus dem Taiwan eingeführt und mehrmals umlackiert, bis es dem Team vollkommen Zusagte.

Wir machten viele Bilder und freuten uns bald eine Höhle von innen zu besichtigen. Doch hier kam der Fail! Man kann sich lediglich in einer Tür reinstellen für ein Erinnerungsbild.

Ansehen kann man sich kein Hobbitheim von innen.

Darüber waren wir ein wenig enttäuscht. Bei dem vielen Geld hätten wir es schön gefunden, auch mal durch ein Hobbitwohnzimmer zu laufen.

Die Tour endet am Green Dragon. Quasi die Kneipe der kleinen Hobbits. Auch wir bekamen einen Drink. Dieser ist sogar im Eintritt inklusive. Wir genossen das kühle Cider in der Sonne und dachten daran:

„Ich will lieber ein einziges Leben mit dir verbringen, als alle Zeitalter der Welt allein zu durchleben. Und so wähle ich ein sterbliches Leben.“ Arwen zu Aragorn

Hotwater Beach und Cathedral Cove

Von unserem schönen Stellplatz starteten wir morgens in Richtung „Hot Water Beach“. Doch vorher hieß es noch einmal Tanken. Fast jeden Tag müssen wir tanken. oh man. Molly unser Camper ist aber auch durstig. Vollgetankt ging es zum Strand. Im Ort angekommen hatten wir Glück, dass wir gleich einen Parkplatz bekommen haben. Bezahlen muss man hier bei Hot Water Beach auf fast jedem Parkplatz. Für 2 Stunden haben wir 4,50 NZD bezahlt. Vor Ort kann man sich einen kleinen Spaten für 10 NZD ausleihen und weitere 10 NZD gibt man als Pfand.Am Strand folgt man einfach den Menschen oder hält nach den Löchern Ausschau. Denn hier ist eine Menge los. Doch es ist nicht egal wo man gräbt. Unser erstes Loch war ein Reinfall, es war eisig kalt. Da wollten wir uns nicht rein legen. Unser zweites Loch war dann kochend heiß. Sobald man nur seinen großen Zeh ins Wasser steckte, hatte man das Gefühl zu verbrennen.

So kam es, dass ich insgesamt 4 „Badewannen“ und einige Testlöcher gebuttelt, tja wenn die Maschine läuft, dann läuft sie auch. Letztendlich haben wir uns ein frisch verlassenes Loch geschnappt und es ein wenig ausgebaut. Denn dieses Loch war genau richtig, nicht zu kalt und nicht zu heiß. Wir hatten nämlich schon beobachtet, wie die „Vorbesitzer“ ganz entspannt darin lagen. Man muss halt auch ein bisschen Glück haben, um die richtige Ader zu treffen. Selbst im Meer gab es Stellen, an welchen man sich die Füße verbrennen konnte, wenn man sich nur ein bisschen „einbuddelte“.

Da die Cathedral Cave in der Nähe des Hot Water Beach liegt, wollten wir uns diese auch gleich an schauen. Also düsten wir rüber. Im Ort angekommen, gab es einen großen Parkplatz, wo man kostenfrei stehen konnte. In Strand Nähe war das Parken verboten, weshalb man zu Fuß ca. 75 min oder mit einem Shuttle zum Trackbeginn fahren konnte. Das Shuttle selbst war zwar nicht teuer aber so ein kleiner Fußmarsch hält uns fit. Zunächst gönnten wir uns jedoch ein paar Nudeln, da wir durch unseren kleinen Badespaß doch recht hungrig geworden waren. Na Gott sei Dank hat man in einem Camper immer alles dabei. Außerdem wollten wir ein bisschen warten, bis der Parkplatz sich leert, denn wir hatten keine Lust auf zu viele Menschen am Strand.

Doch kurz bevor wir los gehen wollten, fiel uns auf, dass um 19 Uhr das automatische Parktor zu gehen würde und wir eingesperrt wären. Also hieß es Parkplatz wechseln und glücklicherweise fanden wir auf Anhieb einen.

Der Fußmarsch zum Strand ging Berg auf, Berg ab durch atemberaubende Natur. Wieder fühlte ich mich in Jurassic Park versetzt. Uns kamen massenweise Menschen entgegen, die zurück zum Parkplatz mussten, da es mittlerweile kurz vor 19 Uhr war. Also hatten wir alles richtig gemacht.

Am Ziel angekommen, waren wir erstaunt wie riesig die Cathedral Cove ist.Sie steht in mitten einer traumhaften Bucht. Und da sich der Strand nach und nach immer mehr leerte, hatten wir das Glück ein paar schöne Bilder machen zu können und die Aussicht ganz in Ruhe genießen zu können.Zurück gingen wir dann relativ zügig, da wir für die Nacht noch ein gemütliches Plätzchen suchen mussten. Am Parkplatz bekamen wir dann von einem netten anderen Reisenden noch einen heißen Tipp für die nächsten Tage. Wir wollten uns nämlich nicht nur in Auenland sondern auch ins Geothermische Gebiet wagen…

Cape Reinga und Bay of Islands

Wir hatten die Nacht auf einem Parkplatz von einem Imbissstand verbracht, da es in der Region vom Cape Reinga leider keine Freecamps gab. Da wir aber auch kein Geld für einen Campingplatz ausgeben wollten, stellten wir uns also spät Abends dort hin und fuhren kurz nach Sonnenaufgang zu einem Nahe gelegen Strand. Dort war Overnight Camping verboten – aber Frühstücken ein Glück nicht.Nachdem wir gut gestärkt waren und die Aussicht von unserem Frühstückstisch ausgiebig genossen hatten, spazierten wir noch eine Runde am breiten Sandstrand entlang und ließen unsere Drohne steigen.Dann ging es weiter: unser Ziel war der nördlichste Punkt Neuseelands an dem der Pazifische Ozean auf die Tasmanische See trifft.

Nach knapp einer Stunde, waren wir kurz vor dem Ziel und hielten an einem kleinen Aussichtspunkt. Vor uns war das blaue Meer und die weißen Wellen. Der Strand sah großartig aus und in diesem Moment kamen wir voll und ganz an in Neuseeland. Ein Glückstränchen konnte ich mal wieder nicht unterdrücken! Genau für diese Momente hat sich all das Sparen so sehr gelohnt!

Wir fuhren weiter und kamen am Cape Reinga an. Ein kleiner Weg führte zu einem Leuchtturm und einem Schild, auf dem die Entfernungen zu anderen Orten angegeben sind.Die Kilometer machten noch einmal deutlich: wir sind am anderen Ende der Welt! Wow!Der Ausblick war wunderbar und das Wetter zeigte sich von seiner aller besten Seite. Wir spazierten um das Cape herum und überlegten noch eine der zahlreichen Wanderungen zu machen. Doch die Zeit saß uns ein bisschen im Nacken. Bei der Routenplanung hatten uns alle gesagt, dass die Südinsel noch schöner sei als der Norden. Wir konnten es uns eigentlich kaum vorstellen, doch wir entschieden, im Norden ein bisschen Zeit zu sparen, um mehr Tage auf der Südinsel zu haben.Und so fuhren wir ein Stück weiter in den Ort Paihia. Der kleine Ort ist der ideale Ausgangspunkt um die Bay of Islands zu besichtigen.Doch auf den Weg dort hin, ließen wir es uns nicht nehmen, an einem kleinen Strand anzuhalten. Wir hatten gesehen, dass Kinder baden waren und wollten uns auch kurz ins kalte Nass wagen. Und kalt war es wirklich.Alex war ganz drin. Mir verging der Spaß, nachdem mich ein Sandfloh in den Po biss. Diese gemeinen Dinger!

In Paihia hatten wir das Glück, dass die vielen kleinen Geschäfte noch auf hatten. Was wirklich ein Wunder ist, denn eigentlich macht hier doch alles um 16 Uhr zu?

Wir bummelten noch ein Weilchen, kochten uns dann am Straßenrand eine große Portion Nudeln und aßen sie mit Blick auf die Bucht voller Inseln. Die Parkplatzsuche für die Nacht gestallte sich auch an diesem Abend wieder schwierig. Kein Freecamp und in fast allen Straßen standen Schilder, das Overnight Camping verboten sei.

Wir waren verwundert, hatten wir doch vorher gelesen, dass es hier ganz leicht sein soll zum Campen wenn man ein Mobil mit Wasser und Abwasser hat.

Nun gut, wir fanden eine Straße in der kein Verbotschild stand und nächtigten so vor einem Tennisclub.

Am nächsten Morgen, nutzen wir wieder die Technik – früh aufstehen und den Ort wechseln. So fuhren wir im Schlafi nun wieder zur Strandpromenade und genossen dort die Wärme der aufgehende Sonne und die öffentlichen WCs.Nach einem Picknick Frühstück, kauften wir uns zwei Fährtickets auf die kleine Halbinsel Russel. Für 14 $ pro Person schipperten wir hin und zurück in den kleinen Ort. Und hier ging unser Shoppingherz so richtig auf. Ein schöner Laden nach dem anderen, mit wunderbaren Einzelstücken. Und so landeten zwei goldene Gabeln in unserem Rucksack. Denn vor meinem inneren Auge, sah ich diese schon auf einer tollen Wurst und Käseplatte liegen.Auf einer Wanderkarte sahen wir noch den Lemontrack, fühlten uns aber ein bisschen veräppelt, als wir diesen „wandern“ wollten. Denn mit seinen 200 Metern, fanden wir hatte er den Namen „Track“ nicht ganz verdient. Ach und einen Lemonbaum sahen wir auch nicht. Deswegen wanderten wir ihn auch ganze zwei mal. 😄

Am Nachmittag ging es mit „Molly“ weiter. Unser neues Ziel war der Hot Water Beach. Da wir dafür aber wieder nach Auckland vorbei mussten und dort ein riesiger Stau uns angezeigt wurde, machten wir unser Abendbrot an einem kleinen Aussichtspunkt und aßen ganz entspannt dort.Danach hatte sich der Berufsverkehr aufgelöst und wir kamen deutlich schneller voran und fanden einen freien Campingplatz direkt am Meer…

Waipu Cave & Waipoua Forest

Unser erstes Ziel sollten die „Waipu Caves“ sein, eine Höhle mit tausenden von Glühwürmchen, naja eigentlich sind es Larven aber Glühwürmchen hört sich ja auch viel schöner an.Gut 2h Fahrt lagen vor uns. Unterwegs bemerkten wir, dass ein Teilabschnitt der Strecke eine Mautstraße ist. Sparfüchse wie wir sind haben wir 30min extra in Kauf genommen und umfuhren die Mautstraße. Das restliche Stück Straße bestand aus Schotter und konnte nur langsam befahren werden. Einige Kurven und Straßenabschnitte konnten nur einzeln befahren werden. Wir hatten schon Sorge, dass wir uns verfahren hätten. Ab und zu sah es so aus als wären wir im Dschungel unterwegs. Nach ein holprigen Fahrt kamen dann die ersten Schilder und kurz darauf waren wir auch schon da. Großer Parkplatz mit Toiletten und Campen darf man auch, perfekt.Wir konnten es kaum aushalten die Höhle zu entdecken (naja ich zumindest). Also ratzfatz Jacke an, Taschenlampen raus und los. Kurzer Weg übers Feld und schon standen wir vor dem Eingang der Höhle. Sie schaute schon ein wenig unheimlich aus. Höhlen haben für mich immer was Geheimnisvolles und wollen entdeckt werden. Also entdecken wir sie mal. Durch die Höhle fließt ein kleiner Bach, den man drei mal überqueren muss. Ist aber nicht schlimm, es liegen genügend Steine herum auf die man treten kann. Und dann sah man dann schon eine Hand voll Larven leuchten. Das sah schon verrückt aus. Doch wir mussten weiter in die Rein,da es war noch viel zu hell war. Wir gingen immer weiter bis wir unsere Hand vor den Augen nicht mehr sehen konnten.

Und dort waren sie, aber tausend blau leuchtende Glühwürmchen/Larven. Es war einfach nur magisch. Als wenn jemand tausende von LEDs in die Felswand gemacht hätte, wahnsinnig schön und kaum zu glauben. Zum Glück konnten wir ein paar Bilder von diesem tollen Anblick machen. Wir staunten ewig über dieses Naturwunder und waren uns sicher, das war ein Highlight fürs Leben. Am nächsten Morgen frühstückten wir entspannt und wollten dann anschließend noch einmal in die Höhle. Aber dann das. Plötzlich kam ein Transporter, eine Hand voll Menschen packte allerhand Equipment aus und baute ein Pavillon auf. Zunächst dachten wir es wären Höhlenforscher oder sowas aber dann kamen drei weitere Transporter, alle bis oben hin voll mit Kindern. Na toll. Dann hat sich unser Gang in die Höhle damit erledigt. Super! Danke Kinder. 😄Also ging es nachdem Frühstück gleich weiter in den Waipoua Forest, Bäume angucken. Hört sich etwas langweilig an, war es aber garnicht. Denn dort stehen 2000 Jahre alte Kauri-Fichten. Zu den Bäumen läuft man durch dichten Wald und fühlt sich wie in Jurassic World.

Am Ende der einzelnen Tracks dann ein unvorstellbar alter riesiger Baum. Das Highlight war der Baum „Tane Mahuta“ (Gott des Waldes). Mit seinen 51m Höhe und 13m Durchmesser in Bodennähe ist er einer der größten der Welt. Dort saßen wir erstmal eine Weile und starten diesen wunderschönen Baum an. Wir wurden ganz ruhig und der Moment tat so gut! Übrigens muss man sich bevor man den Wald betritt und auch beim verlassen, gründlich die Schuhe putzen. Alles zum Schutz dieser besonderen Bäume. Auf der Suche nach einem Schlafplatz kamen wir dann zum 90 Meilen Strand. Dort darf man auch mit dem Auto lang fahren, jedoch nicht mit dem Mietwagen! Schade! Also blieb uns nur ein Spaziergang, aber auch das war auch schon ein tolles Erlebnis! Denn genau so hatten wir uns Neuseeland vorstellt: unglaublich vielseitig. Wunderschön. Weit. Ruhig.

Willkommen Neuseeland & Vanlife

Der Flug von LA nach Auckland dauerte 13 h und verging sehr schnell und da wir Nachts flogen haben wir viel geschlafen oder einen Film geschaut. Wir hatten Air Newzealand gebucht und waren begeistert. Jeder Platz hatte einen Monitor und eine wirklich tolle Film und Spiele Auswahl.

In Auckland angekommen wurden wir herzlich von Marias „Patchwork Verwandtschaft“ empfangen. Jessica war nämlich so lieb uns an einem Sonntag morgen um 7 Uhr vom Flughafen abzuholen.

Gleich wollten wir auch erstmal in die falsche Seite vom Auto einsteigen. In Neuseeland ist ja Linksverkehr, da ist ebend alles bisschen anders. Auf dem Weg zum Haus von Jessica merkten wir auch gleich das Auckland nicht eine Großstadt ist wie wir sie kennen, alles ist irgendwie kleiner und niedlicher. Keine riesigen Hochhäuser in denen hunderte von Menschen leben, hier hat jeder sein eigenes kleines Häuschen. Vereinzelt gibt es Hochhäuser im Zentrum, dies sind jedoch Bürogebäude. Auch Jessica und Bruce, ihr Lebensgefährte leben in einem kleinen schnuckeligen Haus. Wir fühlten uns sofort wohl.

Nachdem wir ihr Gästezimmer bezogen hatten und erstmal ordentlich duschen waren, erkundeten wir zunächst zu dritt die Stadt. In einem Café trafen wir dann noch Martin, ein Freund von Jessica und Bruce. Martin ist derzeit Arbeitsbedingt in Neuseeland und hat hier ein Forschungsprojekt. Auf Anhieb verstanden wir uns und machten nun zu viert Auckland unsicher. Gerne wären wir noch auf einen Markt gegangen und hätten etwas geschnöckert aber hier in Neuseeland macht wirklich alles super früh zu, egal was es ist. So hatte der Markt ab 13 Uhr schon geschlossen. Also ging es für uns weiter Richtung Stadtzentrum und trotz des langen Fluges erklommen wir noch unseren ersten Vulkan.

Am nächsten Tag mussten Maria und ich auf eigene Faust los ziehen. Wir hatten einiges zu erledigen. Ich benötigte mal wieder einen Haarschnitt und Maria hatte Probleme mit ihrem Zeh. Ein Friseur war schnell gefunden, für Marias Problem mussten wir noch ein bisschen suchen. Wir fuhren kreuz und quer, doch alles hatte zu oder man hätte sich anmelden müssen. In der Stadt wurden wir dann fündig und Maria konnte geholfen werden. Nachdem wir alles wichtige erledigt hatten erkundeten wir noch den Strand und die Stadt, doch irgendwie hatte das meiste schon zu und es war grade mal 16:00 Uhr. Eigentlich wollten wir noch ein Stück Kuchen besorgen aber wie gesagt, so gut wie alles hatte zu. Also wurde es doch eine Flasche Wein für den Abend. Wir machten uns auf den Rückweg und bereiteten uns für den morgigen Tag vor, wo wir unseren Camper abholen würden. Wir verbrachten den letzten Abend gemeinsam mit Bruce und Jessica und freuten uns sehr die beiden auf unsere Reise besucht zu haben. 💚

Und dann war es endlich soweit, wir holten unseren Camper ab. Da wir das Campen/Vanlife ja wirklich lieben, freuten wir uns schon riesig auf diesen Tag. Gleich früh morgens riefen wir uns einen Uber-Fahrer, da der Bus nicht wesentlich günstiger war. Ein Fahrer war schnell gefunden und los ging es zu unserem Camper.

Bei „Happy Campers“, unserer Vermietung, angekommen wussten wir zunächst erst einmal nicht wen wir ansprechen sollten. Im Büro wurde ich dann von einer jungen Frau mit einem Baby auf dem Arm gefragt, wie sie mir denn helfen könnte. Sie erklärte mir noch einmal alle Einzelheiten und machte neben bei Selfies mit dem Baby- super dachte ich mir, wie professionell hat sie noch nie eine Baby gesehen? Nach dem kleinen Fotoshooting mit dem Kind hatte sie dann auch mal Zeit für uns und konnte uns unseren Camper zeigen. Das meiste kannten wir bereits von unserem Bulli. Fragen die wir jedoch hatten, wurden schnell abgeschmettert oder nicht so richtig beantwortet. Nach der Besichtigung stellte sich heraus das zum einen die Klappe zum Tankdeckel kaputt war und die Handpumpe am Waschbecken nicht funktionierte. Na super, da bucht man einen Camper ein Jahr im Voraus und gefühlt ist die Hälfte defekt.

Ändern können wir es jetzt nicht mehr, also Zack Zack reparieren, dass wir hier schnell los kommen. Das Problem mit der Tankklappe war schnell behoben. Jedoch musste unser Camper erstmal auf die Hebebühne und das Problem mit der Pumpe zu beheben. Wir warteten und warteten, unsere Laune wurde immer schlechter und wir wurden immer wütender. Nach 3h Verzögerung platzte uns der Kragen und wir machten uns Luft. Zu mindest bot man uns an, dass wir 1/2 Tag erstattet bekommen, mal sehen ob wir das auch wirklich bekommen. Ganz plötzlich war dann auch der Camper fertig und wir konnten endlich los. Super, nicht mal voll getankt. Über sowas kann ich mich regelrecht aufregen, da im Vertrag drin steht, wenn man den Camper nicht Vollgetankt oder in dem Zustand zurück bringt wie man ihn bekommen hat, muss man eine saftige Gebühr zahlen. Da frage ich mich doch, warum ist das Fahrzeug nicht voll getankt? Wozu die Gebühr wenn es dann doch nicht voll getankt wird?

Nun gut wir haben uns genug aufgeregt, wir wollten endlich genißen! Doch erstmal schnell einkaufen und den Bulli voll laden.

„Pak‘n Save“ ist eine große Supermarktketten und ideal für Einkäufe in Neuseeland, da es vieles gibt und für Neuseeland recht günstig ist. Wir staunten nicht schlecht als wir den Betrag zu hören bekamen aber es war ja auch unser Wocheneinkauf. Schnell verstauten wir alles und fuhren nochmal volltanken. Mit guten drei Stunden Verzögerung hieß es dann, freie Bahn mit Marzipan…