Am zweiten Tag stand ab morgens gleich eine lange Wanderung an. Im Office hieß es – 9 km, geradeaus. In Wirklichkeit standen 20 km Berg auf und ab auf dem Programm. Nach einem guten Frühstück machten wir uns also auf den Weg und ziemlich schnell ging es auch Berg auf. Die drei Männer voran, ich als einzige Frau hechelnd hinterher.

Je höher wir kamen, desto schöner wurde die Aussicht und die Männer konnten sich die Wartezeit auf mich so gut vertreiben. Nach einer ganzen Weile kamen wir dann am „Monkeyhouse“ an und es gab die erste längere Pause. Was für eine Erleichterung für mich. Endlich mal den Rucksack abstellen und Luft an den Rücken lassen. Die Sonne brannte vom Himmel und wir suchten uns ein schattiges Plätzchen.

Martin baute mittlerweile einige Köstlichkeiten vor uns auf. Doch was war das? In einer Schnapsflache steckte eine tote Schlange. Doch zuerst gab es eine Handvoll Cocablätter. (Diese sind hier völlig legal und gehören zum Alltag dazu) Doch gar nicht so leicht, die trockenen Dinger in seine Wange zu stopfen. Nun saßen wir dort mit dicken Backen und Martin öffnete den Schlangenschnaps. Dieser soll nämlich den Geschmack der Cocablätter abrunden und die Wirkung versträken. Die Schlange gibt keinen Geschmack, sondern sei nur Deko, erklärte Martin weiter und nahm dann einem ordentlichen Schluck aus dem Becher. Und nun wir. Doch die Jungs schüttelten gleich den Kopf. Das war mein Moment! Ich nahm das Glas, nahm einen Schluck und konnte den Männern zeigen, ich bin zwar nicht so schnell – aber dafür hab ich Mumm! ( und die Blicke der Jungs – waren es einfach sowas von Wert das Zeug zu trinken 😄) Der frische Saft und die selbstgemachte Schokolade danach waren dann aber doch mehr nach meinem Geschmack.
Wir gingen weiter und hielten bei einer anderen Familie an. Diese baut Kaffee an und wir hatten die Chance ihn selbst über Feuer zu rösten, zu malen und dann zu kosten.

Und weiter ging die Wanderung. Immer höher den Berg hinauf um zu einem Inkatrail zu gelangen. Und als er endlich vor uns lag, genossen wir erst die Aussicht.


Dann gab nus Martin 3 Cocablätter. Diese sollten wir an die Natur zurück geben und währenddessen uns für alles was uns lieb ist bedanken. Ein besonderer Moment. Denn unsere Gedanken waren in diesem Augenblick nicht nur auf diesem Berg, sondern vor allem zu Hause bei all unseren Lieben ❤️

Danach ging es den Inkattail entlang und wir waren ehrfürchtig. Der Gedanke das hier damals auch die Inkas lang gelaufen sind, beeindruckte uns sehr.

Es ging den Berg nun wieder Bergab und die Aussicht aufs Mittagessen trieb und alle voran. Als es dann mitten im Dschungel bei einer Familie lecker Avocadobrote und kühle Getränke gab, entspannten wir uns. Wir hatten noch Zeit für eine Siesta in den vielen Hängematten und während kleine Küken zwischen den Bäumen entlang hüpften, unterhielten Alex und ich uns über unsere Zukunft.

Am Nachmittag ging es dann weiter. Wir marschierten und marschierten durch den Dschungel.

Mittlerweile war der Berg hinter uns und wir liefen an einem Fluss entlang. Wir mussten über klapprige Bretter, eine sehr wackelnde Hängebrücke und einen kleinen Wasserfall hoch klettern.



Es ging über Sand und Steine. Über Geröll und Wiesen. Und aus der Ferne entdeckten wir eine kleine Bahn über den Fluss. Und da mussten wir dann rauf! Oh Gott! Was hat mein Herz geschlagen. Denn wirklich sicher sah das Ding nicht aus. Aber einen anderen Weg gab es nicht! (Naja zurück – aber das stand nicht wirklich zur Debatte 😄)

Als wir endlich an der anderen Seite angekommen waren, mussten wir noch durch einen dunklen Tunneln laufen und waren dann nur noch wenige Meter vom Ziel entfernt.

Mit dreckigen Füßen, müden Knochen und einem riesigen Stolz kamen wir am Hot Spring von Santa Theresa an. Schnell ging es in die Badesachen und ins heiße Wasser. Was für eine Wohltat und für ein perfekter Tagesabschluss!














































































