20 km durch den Dschungel

Am zweiten Tag stand ab morgens gleich eine lange Wanderung an. Im Office hieß es – 9 km, geradeaus. In Wirklichkeit standen 20 km Berg auf und ab auf dem Programm. Nach einem guten Frühstück machten wir uns also auf den Weg und ziemlich schnell ging es auch Berg auf. Die drei Männer voran, ich als einzige Frau hechelnd hinterher.

Je höher wir kamen, desto schöner wurde die Aussicht und die Männer konnten sich die Wartezeit auf mich so gut vertreiben. Nach einer ganzen Weile kamen wir dann am „Monkeyhouse“ an und es gab die erste längere Pause. Was für eine Erleichterung für mich. Endlich mal den Rucksack abstellen und Luft an den Rücken lassen. Die Sonne brannte vom Himmel und wir suchten uns ein schattiges Plätzchen.

Martin baute mittlerweile einige Köstlichkeiten vor uns auf. Doch was war das? In einer Schnapsflache steckte eine tote Schlange. Doch zuerst gab es eine Handvoll Cocablätter. (Diese sind hier völlig legal und gehören zum Alltag dazu) Doch gar nicht so leicht, die trockenen Dinger in seine Wange zu stopfen. Nun saßen wir dort mit dicken Backen und Martin öffnete den Schlangenschnaps. Dieser soll nämlich den Geschmack der Cocablätter abrunden und die Wirkung versträken. Die Schlange gibt keinen Geschmack, sondern sei nur Deko, erklärte Martin weiter und nahm dann einem ordentlichen Schluck aus dem Becher. Und nun wir. Doch die Jungs schüttelten gleich den Kopf. Das war mein Moment! Ich nahm das Glas, nahm einen Schluck und konnte den Männern zeigen, ich bin zwar nicht so schnell – aber dafür hab ich Mumm! ( und die Blicke der Jungs – waren es einfach sowas von Wert das Zeug zu trinken 😄) Der frische Saft und die selbstgemachte Schokolade danach waren dann aber doch mehr nach meinem Geschmack.

Wir gingen weiter und hielten bei einer anderen Familie an. Diese baut Kaffee an und wir hatten die Chance ihn selbst über Feuer zu rösten, zu malen und dann zu kosten.

Und weiter ging die Wanderung. Immer höher den Berg hinauf um zu einem Inkatrail zu gelangen. Und als er endlich vor uns lag, genossen wir erst die Aussicht.

Dann gab nus Martin 3 Cocablätter. Diese sollten wir an die Natur zurück geben und währenddessen uns für alles was uns lieb ist bedanken. Ein besonderer Moment. Denn unsere Gedanken waren in diesem Augenblick nicht nur auf diesem Berg, sondern vor allem zu Hause bei all unseren Lieben ❤️

Danach ging es den Inkattail entlang und wir waren ehrfürchtig. Der Gedanke das hier damals auch die Inkas lang gelaufen sind, beeindruckte uns sehr.

Es ging den Berg nun wieder Bergab und die Aussicht aufs Mittagessen trieb und alle voran. Als es dann mitten im Dschungel bei einer Familie lecker Avocadobrote und kühle Getränke gab, entspannten wir uns. Wir hatten noch Zeit für eine Siesta in den vielen Hängematten und während kleine Küken zwischen den Bäumen entlang hüpften, unterhielten Alex und ich uns über unsere Zukunft.

Am Nachmittag ging es dann weiter. Wir marschierten und marschierten durch den Dschungel.

Mittlerweile war der Berg hinter uns und wir liefen an einem Fluss entlang. Wir mussten über klapprige Bretter, eine sehr wackelnde Hängebrücke und einen kleinen Wasserfall hoch klettern.

Es ging über Sand und Steine. Über Geröll und Wiesen. Und aus der Ferne entdeckten wir eine kleine Bahn über den Fluss. Und da mussten wir dann rauf! Oh Gott! Was hat mein Herz geschlagen. Denn wirklich sicher sah das Ding nicht aus. Aber einen anderen Weg gab es nicht! (Naja zurück – aber das stand nicht wirklich zur Debatte 😄)

Als wir endlich an der anderen Seite angekommen waren, mussten wir noch durch einen dunklen Tunneln laufen und waren dann nur noch wenige Meter vom Ziel entfernt.

Mit dreckigen Füßen, müden Knochen und einem riesigen Stolz kamen wir am Hot Spring von Santa Theresa an. Schnell ging es in die Badesachen und ins heiße Wasser. Was für eine Wohltat und für ein perfekter Tagesabschluss!

Inka Dschungel Tour

Viele Wege führen zum Maccuh Picchu. Von Trails, die monatelang im voraus ausgebucht sind bis ein Tages Touren. Wir entschieden uns für eine 4 tägige Tour durch den Dschungel mit ein wenig Aktion. Diese beinhaltet viele aktionreiche Aktivitäten und sprach uns gleich an.

Unsere „Gruppe“

Da ich allerdings einen Tag vor dem Start wieder einmal mit Magen Darm erkrankte, mussten wir die Tour um zwei Tage verschieben und unsere Tickets für Machu Picchu umschreiben lassen. Funktioniert zum Glück wunderbar. Wir wechselten das Hostel und wohnten zwei Tage in einem super schönen und sauberen Zimmer mit eigenen Bad. Ideal um sich zu erholen und Energie für die nächsten Tage zu sammeln.

Sonntag früh um 6.45 ging es dann endlich los, wir wurden von unserem Guide, Martin abgeholt und warteten gemeinsam auf unseren Minibus. In diesem saßen noch einige andere und diese strapazierten Alex Nerven gleich. Ohne Rücksicht auf Verluste, stellten die beiden vor uns ihre Sitze zurück, um zu schlafen. Und Alex wusste nicht mehr wohin mit seinen Beinen. Und beim Aussteigen ließen sie dann noch ihre Sitze in dieser Position. Da hatten die beiden schon keine Chance mehr unsere Freunde zu werden. 😄

Unsere Gruppe bestand ein Glück nur aus drei Personen. James aus England, Alex und ich. Was für ein Luxus.

Wir fuhren eine ganze Weile, hielten für ein kleines Frühstück und mussten dann noch mal eine ganze Weile im Auto sitzen. Es ging permanent Berg auf, da wir später auf Mountainbikes wieder runter rasen sollten. Doch bevor es los ging, mussten wir erstmals Schutzkleidung anlegen. Dann wurde mein Fahrradsitz komplett runter gestellt, wegen meinen kurzen Beinen und los ging es 😄

Alex düste davon wie ein kleiner Blitz. Ich hielt die Bremse gedrückt und kroch hinterher. Am Anfang warteten die Männer auch noch auf mich. Später wurde es Ihnen wohl zu öde und ich fuhr allein den Berg hinunter. Naja ganz allein war ich nicht, immer hinter mir, der Minibus. Nach einer Stunde gab die erste auf (Die die ihren Sitz zurück gestellt hatte). Nun saßen zwei im Auto hinter mir. Doch ebenfalls Aufgeben war für mich keine Option. Am Ende wartet Alex schon auf mich. Nach knapp 3 Stunden waren wir auch alle deutlich kaputt.

Wir fuhren im Auto weiter zum Lunch, doch durch die vielen Serpentinen war mir so schlecht, dass Alex zwei Portionen essen konnte. Zu Fuß ging es dann weiter zum Hostel. Dort hatten wir ein großes Zimmer mit eigenen Bad für uns allein und konnten uns eine Stunde ausruhen bevor es weiter zum nächsten Highlight ging.

Rafting stand auf dem Programmpunkt. Wir hatten es beide noch nie gemacht und hörten den Erklärungen auf Englisch aufmerksam zu. Und ein bisschen aufgeregt waren wir schon (mehr Maria), vor allem nach den Erklärungen, was man machen soll, wenn man aus dem Boot fällt.

Das Wasser war ziemlich kühl und tausende Moskitos zerstochen unsere Beine, doch es machte auch einen unglaublichen Spaß. Das Adrenalin schoss durch unsere Körper und wir genossen die Tour.

Am Abend gab es ein leckeres Abendessen und wir erfuhren, dass wir am nächsten Tag bereits um 6 starten. Also gingen wir früh ins Bett und schliefen uns für die bevorstehende Wanderung aus.

Private Taxitour ins Heilige Inkatal

Mit unseren Freunden aus Australien beschlossen wir den Abend zuvor, heute ein Taxi zu mieten und die umliegenden Inka-Stätten zu erkunden. Ein Taxifahrer nur für uns, den ganzen Tag. Da Shannon und Helene noch von Freunden Besuch bekamen waren wir zu sechst und das Taxi auch nicht mehr all zu teuer. Morgens um 7:30 Uhr ging es los. Unser erstes Ziel, war Ollantaytambo und liegt ca. 60km nordwestlich von Cusco. Die Inkas bauten hier Verwaltungs-, Landwirtschafts-, Militär-, religiöse Einrichtungen. Wirklich beeindruckend was die Inkas schon damals in den Bergen bzw. auf den Bergen erbauten.

Dann ging es erstmal zum Mittagessen. Denn wir hatten alle schon Knast. Unser Taxifahrer empfahl uns ein Restaurant, da sollte aber das Buffet 55 Sol pro Person kosten, nix da, dass ist viel zu überteuert. Wir gingen dann lieber in ein kleines Local Restaurant und bestellten uns dort das gute alte „Menu del Dia“, was viel günstiger ist, genau so gut schmeckt und satt macht.

Nach unserer Stärkung ging es zu den Salzmienen von Mora. Hunderte Salzpfannen erstrecken sich terrassenförmig durch das heilige Tal der Inka.

Unsere nächstes Ziel war Moray. Der Ort Moray war eine Kreisförmige Anlage, welche von den Inkas in unterschiedlicher Höhe erbaut wurde, um dort unterschiedliche Pflanzen an zu bauen. Die Inkas wollten somit in Erfahrung bringen in welcher Lage die Pflanzen am besten wachsen, um so den besten Ertrag zu erzielen.

Unser letztes Ziel sollte die Anlage im Ort Chinchero sein. Die Kleinstadt liegt etwa 15 km nordwestlich von Cusco. Hier soll der Inka Herrscher Túpac Yupanqui seinen Lieblingsaufenthaltsplatz gehabt haben. Leider war es schon ziemlich spät als wir im Ort ankamen, weshalb die Ausgrabungsstätte bald schloss und wir keine Zeit mehr für eine Besichtigung hatten. Das war aber auch nicht weiter schlimm, da wir von einem Aussichtspunkt ein – zwei Bilder knipsen konnten. Und dort Bilder von den Lamas zu machen war eh viel spannender und lustiger.

Zum Abschluss entschlossen wir uns noch in die „LIMBUS RESTOBAR“ zu gehen und den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen. Von der Bar aus hatten wir einen wunderbaren Blick über Cusco, sehr zu empfehlen und die Cocktails schmeckten wunderbar. 😄 Wir hatten viel Spaß mit den anderen.

Am nächsten Tag war Maria dann allerdings krank und wir mussten drei Tage Pause einlegen um fit in unsere Inka Dschungel Tour zu starten.

Cusco – eine Stadt zum verlieben!

Nachdem wir den ersten Tag fast nur geschlafen haben, da es unseren Bäuchen wieder nicht so gut ging, machten wir uns am Sonntag auf den Weg Cusco zu erkunden. Und wir verliebten uns gleich in die nicht zu große Stadt, mit ihren kleinen Gassen, alten Häusern und tollen Lokalen.

Leckere Schoki im Restaurant Yaku

Wir schlenderten über Märkte, ließen uns von einem tollen Guide über die unterschiedlichsten Aktivitäten in der Gegend beraten und trafen durch Zufall Helene & Shannon, von der Uyunitour. Wir verabredeten uns am nächsten Tag zum Abendessen und fielen Abends müde in unser Hostelbett. Das „Grasshoper“ steht allerdings eher als Synonym für „alle kiffen sich den ganzen Tag den Kopf weg“. Und so fühlten wir uns in unserem Zimmer, dass genau in der Kifferhöhle lag und nicht richtig zu schließen war, eher unwohl.

Wir besuchten in Cusco auch das Inkamuseum und tauchten ein bisschen in die Geschichte der Stadt ein.

Am Dienstag stand dann das erste Highlight an, wir machten uns morgens um 4 auf den Weg mit einer Tour zu den Rainbow Mountains. In einem kleinen Minibus fuhren wir eine ganze Weile raus aus der Stadt und hielten in einem kleinen Dorf zu einem leckeren Frühstücksbuffet. Gestärkt durch Pancakes und viel frischem Obst, fuhren wir eine Stunde lang die Berge hinauf und hielten an einem großen Parkplatz mit Blick auf einen gigantischen Gletscher. Ab nun war Fußmarsch angesagt. Da wir uns schon auf 4000 Höhenmeter befanden, war die Luft schon ziemlich knapp und der Kopf begann zu schmerzen. Ganz langsam und Schritt für Schritt ging es also los. Vor uns lagen 7 km und einige Höhenmeter. Alex sprang wieder umher wie ein junger Gott, ihm machte die Höhe einfach nichts aus. Ich kämpfte schon ein bisschen. Nach einer Weile trafen wir dann Helene & Shannon wieder. Die beiden hatten die Tour mit einer anderen Organisation gebucht und waren bereits auf dem Rückweg. Und schwärmten von der tollen Aussicht ganz oben. Also ging es weiter.

Nach einer kleinen Ewigkeit, erreichten wir dann endlich das Ziel. Und die Aussicht war so wunderschön. Ich musste mir ein paar Tränchen verdrücken. Ich war stolz dort oben zu stehen. Ich war glücklich Alex an meiner Seite zu haben. Und ich war beeindruckt von dieser wunderschönen Natur.

Wir genossen diesen Moment sehr, trotz der vielen anderen Menschen. Und entschieden nicht noch zum Red Vally zu hetzen, sondern lieber die Aussicht zu genießen. Wir machten viele Erinnerungsfotos und kuschelten mit Lamas.

Die Zeit verflog nur so und wir mussten uns langsam auf den Rückweg machen. Runter ging es ein Glück leichter und wir waren schneller unterwegs. Mit dem Minibus ging es wieder zum Restaurant und es gab ein leckeres Mittagsbuffet. So waren wir gestärkt für die Rückfahrt und fielen am Nachmittag erschöpft ins Bett.

Wir waren nicht allein dort! 😄

Uros – die schwimmenden Schilfinseln

Nach einem leckeren Frühstück, stellten wir unsere großen Backpacks im Gepäckraum des Hostels unter und machten uns mit leichten Gepäck auf den Weg zum Hafen. Dort hatten wir uns schon vor zwei Tagen nach einem Boot erkundigt. Klang alles unkompliziert. Und war es wirklich. Schnell konnten wir zwei Tickets für je 10 Sol kaufen und noch mal 5 pro Person als Taxe und schon saßen wir auf einem kleinen Kahn. Ich war angespannt wie ein Flitzebogen. Bootfahrten sind ja so gar nichts meins. Doch ich hatte wirklich Glück, das Wasser war ganz ruhig und ich hatte einen guten Platz um starr an den Horizont zu schauen.

Und so tuckerten wir ganz langsam über den Titicaca-See und mein Herzschlag beruhigt sich ein bisschen. Nach einer Weile konnten wir auch bereits die ersten Schilfinseln entdecken und die Vorstellung, dass die Menschen dort wirklich drauf leben, faszinierte uns. Wir hielten auch an einer Insel an und wollten sitzen bleiben, denn schließlich hatten wir keine Tour gebucht, sondern wollten lediglich auf die Insel Quecha gebracht werden. Dort hatten wir uns ein Zimmer gebucht und die Chance verschiedene Aktivitäten zu machen.

Doch plötzlich hieß es, wir sollen auch aussteigen, die Fahrt würde gleich weiter gehen. Na gut, dann warten wir halt kurz hier und schauen uns auch diese Insel mit an. Begrüßt wurde die ganze Gruppe von einem Einheimischen der einen kleinen Vortrag über das Leben auf der Insel hielt. Wir verstanden allerdings von seinem schnellen Spanisch nicht viel außer : „Amigo, Amigo, Amigo“ Definitiv sein absolutes Lieblingswort.

Gleich nach seinem Vortrag wurden wir in kleine Gruppen aufgeteilt und die in einzelnen Wohnhäuser geschickt. Diese bestanden alle nur aus einem Raum mit einem Bett, vollgemüllt mit persönlichen Dingen. Wir sollten uns nun aufs Bett setzen. (Na, dass ist ja genau das richtige für mich – Fremde Leute mit Alltagskleidung aufm Bett! 🙈) Und dort saßen wir nun und sollten uns Handarbeit anschauen und am besten auch gleich abkaufen. Da steckt sicherlich auch viel Arbeit hinter, aber bitte wer hängt sich denn so einen knallbunten Wandteppich auf? Wir verneinten höflich und flüchteten aus dem kleinen Häuschen.

Endlich sollte es auch weiter gehen; doch nicht mit dem Boot, sondern plötzlich mit einem Katzenschiff – alias „Mercedes“. Auch wir sollten dort rauf und waren genervt. Die Laune sank allerdings noch mehr, als wir plötzlich auch noch 20 Sol bezahlen sollten und dazu von 4 Damen schiefe Popsongs dargeboten wurden. Da wir uns auf spanisch nicht ausdrücken konnten, blieb uns gar nicht anderes übrig als zu zahlen. Das I- Tüpfelchen dieser Abzocke war dann, als die Kinder der Insel während der Fahrt auf dem Boot umhersprangen, ebenfalls sangen und wieder Geld haben wollten.

Was waren wir erleichtert, als wir endlich auf unserer Insel angekommen waren und herzlich vom Besitzer begrüßt wurden. Und als wir unser hübsches Ein Zimmer Häuschen gezeigt bekommen haben, war die Freude riesig. Es war so hübsch und das riesige Fenster mit Blick auf den Titicaca-See war einfach traumhaft.

Wir erkundeten die kleine Insel, mit einem Restaurant, einem Minimarkt, ein paar kleinen Häuschen und einem Forellenteich. Sehr groß ist sie nicht, weswegen wir schnell mit unserer Besichtigung am Ende waren. Und nun? Wir gönnten uns eine leckere Forelle als Mittagessen und genossen währenddessen die Aussicht aufs Wasser. Und danach mussten wir erstmal lernen abzuschalten. Die letzten Wochen hatten wir immer etwas zu tun und es gab immer etwas zu entdecken. Und nun saßen wir auf einer einsamen Insel und sollten einfach entspannen. Erstmal ungewohnt. Vor allem für Alex, der Hummeln im Hintern hat. Doch wir schnappten uns eine Decke und legten uns in die Sonne. Und bald bekamen wir auch Gesellschaft von Miguel – dem kleinen 11 jährigen Sohn vom Besitzer. Er bestaunte unsere Kamera, die Drohne und naschte mit uns Kekse. Und immer wenn wir ihn nicht verstanden, haute er seine Hand gegen seinen Kopf und schüttelte ihn wie wild. 😄

Am Abend genossen wir den Sonnenuntergang mit einem Bier und konnten wunderbar die Lichter der Stadt Puno betrachten.

Die Nacht war ziemlich kalt und auch wenn das Bett sehr schön aussieht, so ganz bequem war es leider nicht. Aber trotzdem fanden wir es toll, hier geschlafen zu haben. Und da wir morgens eh zum Angeln verabredet waren, war es auch nicht schlimm früh aufzustehen. Gemeinsam mit einem alten Opi fuhren wir aufs Wasser und holten ein altes Fischernetz ein. Ein paar kleine Babyfische waren auch drin, diese werden später als Köder wieder benutzt. Und nachdem wir das Netz wieder ins Wasser gelassen hatten, gab es ein leckeres frisches Frühstück. Neu gestärkt starten wir dann nochmal mit dem Boot um die Inseln. Wieder mit dem Opi. Auf spanisch erklärte er uns wo die Schulen sind und wie man das Schilf schlägt. Wir probierten es auch selbst aus. Einen Teil des Schilfs kann man übrigens essen und es schmeckt auch gar nicht so schlecht. 😄

Nach der privaten Tour, war es Zeit Abschied zu nehmen. Und vor allem Schokolotti, der kleine Inselhund,tat sich schwer. Haben wir ihn doch die ganze Zeit so gut gestreichelt.

Zurück in Puno, stand dann noch die Mission „Friseur“ auf dem Tagesprogramm. Uns hatten schon einige Nachrichten erreicht, was auf Alex Kopf los sei. 😄

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Puno

Mitten in der Nacht kamen wir in Puno an und machten uns auf den Weg zu Fuß zu unserer Unterkunft. Wir mobilisierten unsere letzten Kräfte, da wir nach der langen Anreise wirklich kaputt waren. Die Einreise nach Peru war ein Glück ziemlich unkompliziert.

Wir waren froh, als wir in unserem Hostel angekommen waren und freuten uns auf unser Zimmer. Doch leider bekamen wir ein Vier Bett Zimmer statt einem Doppelzimmer. Also wieder runter. Doch in dieser Nacht konnten wir nicht mehr wechseln und einfach nur hoffen, dass nicht noch jemand ins Zimmer kommt. Und wir hatten Glück, wir blieben die Nacht allein und konnten am nächsten Morgen in ein Doppelzimmer wechseln. Vor allem das Frühstück in der Unterkunft war super. Es gab sogar Käse und etwas Wurst und viele Sorten frisches Obst.

2x Mittagsmenü für 10 Euro!

Am ersten Tag in Puno erkundeten wir ein bisschen den Ort, gingen am berühmten Titicaca-See spazieren und bemerkten, die Stadt ist doch ganz nett. Es gibt viele kleine Lokale in denen man gut essen gehen kann, man kann durch die Läden bummeln und es gibt einige Tour Anbieter, welche Aktivitäten in und um die Stadt anbieten. Wir erkundigen uns und entschieden uns schnell für eine Tour zu alten Inka Grabstätten und überlegten eine Nacht auf einer Schilfinsel von Uros zu schlafen. Wir verglichen die Angebote und entdeckten, dass auch auf Aribnb Übernachtungen auf den Inseln angeboten werden. Das fanden wir besser als eine Tour und entschieden uns dazu.

Der beste Kuchen der Stadt!

Am zweiten Tag machten wir aber erstmal eine Halbtagestour nach Sillustani. Wir starteten um kurz vor zwei mit einem kleinen Bus und holten erstmal andere Touristen ab. Die waren aber eindeutig keine Deutschen, denn sie kamen einfach 40 min zu spät – ohne sich zu schämen! Wir waren genervt. Schließlich ist die Zeit bei Touren immer knapp bemessen und wir lassen uns gern Zeit beim anschauen! Als wir dann endlich unterwegs waren, dauerte es auch nicht lange und unser Guide erzählte auf Spanisch und Englisch etwas über das Leben in Puno. Die Menschen hier leben hauptsächlich vom Tourismus, der Alpakazucht und einige auch vom Schwarzmarkt. Das billige und nahgelegene Bolivien motiviert viele zum Schmuggeln.

Auf dem Weg zu den Grabstätten, hielten wir bei einer Familie an. Diese lebt ganz traditionell in kleinen Steinhütten und verkauft selbstgemachte Alpakawaren. Wir konnten vor Ort auch ein paar Bilder mit den tollen Tieren machen und leckeren selbstgemachten Käse probieren. Und wirklich, dieser Käse, war einer der beste die wir je gegessen haben! Nur ein kleines Stück weiter war dann auch die alte Inkagrabstätte. Um genau zu sein, erbaute diese das Colla Volk und die Inkas übernahmen diesen Ort später für Ihre Zwecke. Die Bauten sind wirklich riesig.

Wir genossen die wunderschöne Aussicht dort und machten viele Erinnerungsfotos. Es war ein wirklich schöner Nachmittag und auch wenn die Zeit am Ende etwas knapp war, gefiel uns die Tour sehr gut. (Übrigens sind wir im Dauerlauf zum Bus, waren 3 Minuten zu spät – und es wurde schon nach uns gehupt! Als die anderen 40 min zu spät waren, war das natürlich gar kein Ding!)

Am Abend teilten wir uns eine Familienpizza (naja wir würden sagen Normale Pizza) und diese war einfach köstlich und fielen dann ins Bett. Morgen wollten wir früh raus um möglichst viel Zeit auf der Insel zu haben.

Zurück in der Zivilisation

Der letzte Tag im Amazonas brach früh an, da wir den Sonnenaufgang sehen wollten. Wir fuhren mit dem Boot zu einem Feld und warteten dort auf die Sonne. Leider konnte man sie an diesem Morgen nicht so gut sehen, dafür konnten wir aber umso besser die hungrigen Affen brüllen hören. Es war ein ohrenbetäubendes Gebrülle.

Und wir hatten Glück auf den Rückweg zum Lager konnten wir sogar einen Affen im Baum entdecken. Zwar ziemlich weit weg, doch wir konnten gut erkennen, dieser war deutlich größer als die anderen die wir aus nächster Nähe gesehen hatten.

Nach einem weiteren leckeren Frühstück und der Feststellung, dass in unserer Gruppe nichts verkommt. (Die anderen Tische ließen ihr leckeres frisches Obst fast unberührt stehen – aber dass mopsten wir uns und teilten gerecht 😄) Machten wir uns für eine letzte Erkundungstour fertig. Wir sollten auch noch einmal Badesachen mit nehmen, vor uns lag ein langer Tag und ein bisschen Abkühlung konnte nicht schaden.

Auf dem Weg zur kleinen Badebucht in der sich auch die Delfine gern tümmeln, entdeckte Luis ein Krokodil am Rand liegen, welches er sehr gut zu kennen scheint. Er steuerte unsere kleine Nussschale ans Ufer, stieg aus und begrüßte seinen „Kumpel“. Er ging ganz nah ran, streichelte das Tier und sagte zu uns, wir können nun aus dem Boot aussteigen. Kurz dachten wir, dass wir ihn falsch verstanden hätten. Doch mittlerweile kannten wir unseren verrückten Guide und wussten, auch wenn er ein bisschen speziell ist, vertrauen können wir ihm. Also stiegen wir langsam aus dem Boot aus, bloß keine falsche Bewegung machen.

Doch das Krokodil blieb ganz entspannt in der Sonne liegen und ließ sich von uns gar nicht beeindrucken. Und so trauen wir uns nach und nach ein bisschen näher ran um ein Foto mit diesem beeindruckenden Tier zu machen. Luis stand vor ihm, und beobachtete es genau und machte für uns die atemberaubenden Fotos.

Wir beobachteten das Tier noch eine Weile und waren fasziniert. Es war unglaublich so nah an diesem Tier zu stehen. Mitten im Dschungel.

Nach diesem Herzklopfmoment ging es weiter zur Badebucht. Diesmal steuerte Luis das Boot an die andere Seite der Bucht und meinte wir können nun rein springen. Aber warte – da lag doch nur zwei Meter neben dem Boot ein Krokodil im Wasser. Doch es war sein Ernst. Und die Jungs fackelten nicht lange und hüpften rein. Ich war noch nicht so überzeugt und blieb erstmal im Boot. Nachdem ich aber sah, wie viel Spaß die anderen im Wasser hatten, hüpfte ich auch noch ins braune Trüb. Und es war einfach herrlich erfrischend.

„Hilfe! Ein Krokodil kommt! 😄“

Zurück am Lager, hingen wir die nassen Sachen noch einmal in die Sonne und genossen ein letztes leckeres Mittagessen. Dann hieß es Sachen packen und ein letztes Mal ins Boot steigen. Der Rückweg stand an. Und dieser sollte lang werden. Erst fuhren wir knapp zwei Stunden mit dem Boot, dann ging es gleich in einen kleinen Van, welcher uns 3 Stunden lang über Stock und Stein nach Rurre bringen sollte. Dort stellten wir unsere Backpacks im Office des Veranstalters unter und gingen eine Kleinigkeit essen. Wir kaufen noch ein paar Getränke für die Fahrt und machten uns dann auf den Weg zum Busbahnhof.

Unser Bus, warb außen mit Wifi und 4 Sternen. Innen glich es eher einer kleinen Katastrophe. Aber gut, uns war klar, dass dies keine Luxusfahrt werden würde. Doch die 15 Stunden Berg auf und ab, waren sogar noch schlimmer als vorher gedacht. Wir wurden hin und her geschaukelt. Es war heiß und stickig. Und ich kämpfte die gesamte Zeit mit starker Übelkeit, Schweißausbrüchen und Schwindel. Es war ganz schrecklich und ich war so glücklich als wir in La Paz endlich aussteigen konnten.

Hier hieß es nun aber erstmal wieder warten. Nachdem wir unsere Backpacks abgeholt hatten, gingen wir in unser Lieblingscafé und genossen dort erstmal was gutes zu essen. Wir entschieden uns die Zeit bis zum nächsten Bus hier zu warten und freuten uns als wir Leni – unsere Uyunibekanntschaft durch Zufall wieder trafen.

Am Nachmittag fuhren wir gemeinsam mit Annika & Samuel, zwei Deutschen, die wir auf der Pampastour kennengelernt haben, zum Bus Bahnhof in La Paz. Wir wollten nicht noch eine Nacht hier bleiben, sondern die Zeit lieber nutzen um weiter zu kommen. Und so setzten wir uns in den Bus nach Puno. Wir verließen Bolivien und reisten nach Peru ein. Unser fünftes Land auf Weltreise…

Anacondas, Delfine & Piranhas an einem Tag

Die erste Nacht im Dschungel schliefen wir sehr gut. Das Bett war bequem und durch das Moskitonetz waren wir gut geschützt. Ab und an hörten wir wie die kleinen Äffchen auf unserem Dach umherspringen, doch das störte uns nicht.

Nach einem guten Frühstück machten wir uns bereit für die Suche nach Anacondas. Im Gemeinschaftsraum standen einige Gummistiefel bereit und wir begaben uns auf die Suche nach dem passenden Paar.

Bereit für die Tour!

Bewaffnet mit Kamera und einer Flasche Wasser, starten wir erst mit dem Boot und wenig später zu Fuß in diese Tour. Am Anfang liefen wir noch über staubigen Boden, doch nach einer Weile entdeckten wir den ersten Sumpf. Luis, unser Guide, erklärte uns, dass die Schlangen sich gern im Schumpfgebiet aufhalten. Das Wasser ist ruhig und warm. Auch ein paar Krokodile bleiben während der Trockenzeit dort. In der Regenzeit wird das gesamte Gebiet überschwemmt. Deswegen ist es auch okay, dass wir nun hier querfeldein laufen. Bald ist alles wieder unter den Wassermassen verschwunden. Ein ewiger Kreislauf.

Wir liefen den Rand des Tümpels entlang, Luis ging durch die Mitte. Er meinte, während wir mit dem Game Boy gespielt haben, hat er Schlangen gesucht. Na gut. Dann vertrauen wir ihn mal 😄

Am Anfang ging die Schlammtiefe auch noch, doch je tiefer wir in das Gebiet gingen, umso tiefer wurde auch der Matsch. Meine Gummistiefel kamen schnell an ihre Grenze. Die waren nämlich nicht so hoch. Wir blieben regelrecht in dem festen Matsch stecken und mussten aufpassen, dass wir die Stiefel nicht verlieren.

Die Sonne brannte währenddessen vom Himmel und es war super heiß. Das Wasser was wir mit genommen hatte, färbe extrem ab und so hatten wir alle blaue Arme. Also keine Sorge – keine blaue Flecken 😘

Auf unserer Tour entdecken wir einige wunderschöne Pflanzen. Viele Vögel. Sahen wirklich einige Krokodile die in der Trockenzeit in diesem Gebiet wohnen. Doch von einer Schlange war erstmal nichts in Sicht. Wir schlossen uns einer anderen Gruppe aus unserem Lager an und gemeinsam entschieden die beiden Guide, wir müssen auf die andere Seite des Tumpels. Als Luis dort durch marschierte, dachte ich noch, das sei ein Scherz. Aber Nein, nach und nach liefen auch die anderen einmal quer durch den Teich. Man bedenke, in diesem Gebiet leben Anacondas.

Mir schossen gleich Bilder aus dem Film in den Kopf, wie eine riesige Schlange aus dem Wasser gesprungen kommt und einen Erwachsenen Menschen mit Haut und Haaren verschluckt. Und nun sollten wir da durch? Ach je! Nach einer Minute jammern, wagte ich aber doch den ersten Schritt. Das Wasser war warm und schlammig. Der Boden ganz weich. Alles lief in unsere Stiefel und wir gingen immer weiter rein. Am Anfang noch Hand in Hand, merkten wir schnell, allein läuft es sich besser. Ich marschierte vor. Einfach nur schnell raus. Alex kam hinterher. Auf der andere Seite angekommen, sah man das Ausmaß. Fast bis zum Po war ich im Wasser. Wir sahen alle aus wie die „Schweine“. Doch irgendwie, waren wir plötzlich auch ein bisschen stolz und das Adrenalin pummte durch unsere Körper.

Kurz danach wurden unsere Mühe auch belohnt. Wir fanden eine Schlange. Eine Anaconda. Vor der Reise, hab ich zu Alex noch gesagt, ich würde gern eine sehen. Und nun war es auch wirklich soweit. Natürlich war sie nicht so ein Monster wie in dem Film. Aber wer weiß, vielleicht hat uns solche eine aus der Ferne beobachtet 😄

Ein bisschen skeptisch war ich schon!

Wir genossen nach diesem Trip, alle eine Kalte schnelle Dusche und ein leckeres Mittagessen. Danach stand eine Siesta an. Die Hitze um die Mittagszeit ist wirklich unbeschreiblich. Umso mehr freuten wir uns, am Nachmittag an eine kleine Bucht zu fahren und dort schwimmen gehen zu können. Das besondere, diesmal lagen am Rand nicht nur wieder die Krokodile, sondern im Wasser, tobten rosa Flussdelfine. Mit Herzklopfen ging es ins braune Wasser. Und ja- wir waren aufgeregt. Ganz klar. Und als einmal ein Delfin plötzlich neben Maria auftauchte, dachte wir eigentlich auch, ihr habt uns bis nach Deutschland quieken hören. 😄 Aber auch wenn’s super dreckiges Wasser war, tat die Abkühlung gut und das Erlebnis ist einfach unbeschreiblich.

Da tauchen grad zwei Delfine auf!

Nach einem ausgiebigen Bad, hieß es, Abendessen besorgen. Wir fuhren an eine bewachsene Stelle, holten ein bisschen Angelsehne und einen Haken raus und hingen etwas Fleisch dran. Und dann ging es auf Piranha jagt. Man muss schnell sein, die kleinen Fleischfresser nagen nämlich blitzschnell die Haken blitzeblank. Der Druck war groß – wir wollten unbedingt Papa ein Bild mit einem Fisch schicken 😄 umso größer das Gejubel, als endlich einer am Hacken war.

Die Freude war riesig!

Die ganz kleinen ließ Luis wieder frei, die anderen kamen mit zum Abendessen.

Auf dem Rückweg hielten wir bei einer Familie und konnten dort den Sonnenuntergang sehen. Ihre kleinen Jungs, spielten gleich mit uns Ball und genossen es „Besuch“ zu haben.

Bei Abendessen servierte uns Luis, dann unseren Fang und zeigte uns wie man den Frisch isst. „Wenn man etwas im Amazonas tötet, muss man es auch ganz verwerten“ brachte er uns bei und verspeiste auch die Augen, die Wangen und das Gehirn. Wir haben auch gekostet – aber sagen wir mal so, nicht alles! 😄

Willkommen im Amazonas

Die letzte Nacht in Rurre schliefen wir beide sehr unruhig. Wir waren ein bisschen aufgeregt wegen der bevorstehenden Dschungeltour. Alex hatte Sorgen wir verschlafen. Ich war nervös wegen der Bootsfahrt, dem Feuer und einfach aufgeregt wie immer.

Unsere sieben Sachen waren am Morgen schnell zusammen gepackt und auch das spärliche Frühstück des Hostels war schnell gegessen. Wir sollten um 8 am Office des Touranbieters sein. Um 8.30 sollte es dann los gehen.

Pünktlich waren wir da, gaben unsere Unterlagen ab und buchten über die Agentur gleich noch den Bus für die Rückfahrt am Sonntag. Dieser ist im übrigens deutlich günstiger als der Flug. Für die besten Sitze haben nur nun zusammen 300 Bobs bezahlt. Für den Flug zusammen 1100 Bobs.

Vor Ort lernten wir dann auch unsere anderen Mitreisenden kennen. Mit an Board war ein Paar aus Deutschland in unserem Alter und ein weiteres Pärchen aus England, beide etwas jünger als wir. In einem Familienkutsche – welche als 4×4 ausgeschrieben war, ging es los in Richtung Nationalpark.

Die Fahrt dauerte 3 Stunden und war sehr holprig. Es wackelte und schaukelte hin und her. Und plötzliche Bremsungen waren normal. Denn unseren Weg kreuzten so einige Kühe und Pferde.

Die gesamte Strecke über wurde an der „Straße“ alias Schotterweg gebaut. Nicht nur ein kleines Stück, nein wirklich 3 Stunden lang sahen wir nur Baustelle. Unser Fahrer gab ich aber viel Mühe, denn Weg trotzdem interessant zu gestalten und hielt permanent Ausschau nach wilden Tiere. Und so konnten wir bereits einige auf dem Weg zu Park entdecken.

Unterwegs hielten wir für ein schnelle Mittagessen und stärkten uns für die nächsten Stunden. Kurz danach wechselten wir vom Auto auf ein kleines, schmales Boot, mit 8 angeschraubten Klappsitzen. Wir machten es uns bequem und bekamen eine weiteres Gruppenmitglied. Thai kam in unsere Gruppe.

Gemeinsam mit unserem Guide Luis & einem Koch ging es los in Richtung Dschungelabenteuer. Und wir fuhren keine 5 Meter und entdecken die ersten Krokodile. Übrigens ganz gleich ob Alligator, Krokodile oder Kaiman – alle stammen aus einer Familie. Der Krokodilfamilie. Also ganz gleich welches Tier man nun genau vor sich hat; Krokodil ist nie falsch! 😄

Marias Herz klopfe vor Glück. Ihr großer Wunsch, ein Krokodil in freier Lebensbahn zu sehen, war in Erfüllung gegangen. Und in den kommenden Stunden sahen wir noch so einige wilde Krokodile. Manche lagen an Land und genossen die heiße Sonne. Andere kühlte sich im Wasser ab. Viele lagen mit offenen Mäulern und zeigte ihre gefährlichen Zähne. Aber alle waren ganz friedlich und ließen sich von unserem kleinen Boot gar nicht beirren.

Luis unser Guide erklärte nebenbei ganz viel. Wir unterhielten uns auch über das Feuer, das derzeit im Amazonas ganz viel Unheil anrichtet. Er berichtet stolz, dass in diesem Gebiet seit 10 Jahren kein Feuer mehr wütete. Es ist nämlich ein Nationalpark und die Anbieter der Touren achten darauf gut mit diesem Gebiet umzugehen. Wir fanden es gut, das wir die Chance haben, das alles kennen zulernen und das unser Geld nicht nur gute Arbeitspläte schafft sondern auch das Gebiet mit schützt.

Nachdem wir eine ganze Weile durch die heißen Sonne gefahren sind, hielt Luis unser Boot an und meinte wir können uns nun abkühlen. Ein bisschen verwundert waren wir schon. Hier tummeln sich so viele Krokodile. Mit ein bisschen Witz erklärte uns Luis, wir sind nun extra so weit gereist und wenn er uns sagt wir können das machen, dann sollten wir diese Chance auch nutzen.

Er hatte uns überzeugt und ganz langsam gingen wir in das braune Wasser. Ganz ehrlich in Deutschland hätte uns in dieses Dreckige Zeug niemand rein bekommen. Hier, mitten im Dschungel, klopften unsere Herzen nur so vor Freude. Und nach ein paar Minuten waren wir wirklich alle im Wasser und genossen die Abkühlung. Und das obwohl nur einige Meter weiter die Krokodile lagen.

Nach unserem kleinen Bad ging es weiter in Richtung Camp. Die nächsten zwei Tage wollten wir mitten im Dschungel wohnen. Die kleinen Lodges waren auf Stelzen gebaut. Jedes Häuschen bestand auf Seitenwänden aus Moskitonetzen, einem Bett mit einem Moskitonetz drüber, zwei Stühlen und einen Tisch. Ein kleines Bad mit WC, Waschbecken und sogar einer kleinen Dusche um sich abzubrausen. Wir waren zufrieden und freuten uns auf zwei Nächte im Amazonas.

Als kleinen Snack bekamen wir Popcorn uns stärkten uns bevor wir noch einmal auf eine kleine Bootstour gingen. Diesmal bewaffnet mit Taschenlampen, machten wir uns im dunklen auf den Fluss auf die Suche nach leuchtenden Krokodilsaugen. Und wirklich nun bei Nacht, waren alle Tiere im Wasser und beobachten unser Boot ganz genau. Es war fast ein bisschen unheimlich.

Nach diesem letzten Tagespunkt, gab es ein leckeres Abendessen und wir ließen uns voll mit neuen Eindrücken in die Hängematten fallen.

Welcome to the Jungle

Nachdem wir mehr Mals hin und her gerechnet haben, entschieden wir uns dazu von La Paz nach Rurreabaque zu fliegen (45min, 1100 Bob) und mit dem Bus (14-17h, 300 Bob) zurück nach La Paz zu fahren. Die Tour selbst kostete 750 Bob, viel mehr sollte man nicht bezahlen, da die meisten Anbieter einem die Tour zu diesem Preis anbieten. Unsere Anbieterin wollte uns erst einen Preis von 790 Bob geben, worauf wir hin sagten, dass alle andere Anbieter die Tour für 750 Bob verkaufen würden.

Nachmittags um 13:15 Uhr ging unser Flieger von La Paz, El Alto. So konnten wir entspannt morgens noch frühstücken und dann unsere großen Rucksäcke zum Reiseveranstalter „MylBolivian“ bringen, denn wir reisen nur mit leichten Gepäck. Ein bisschen mulmig ist uns schon, unsere Sachen bei jemanden Fremden zu lassen. Jedoch muss man den Menschen auch vertrauen können und das beste hoffen. Also ab zum Reiseveranstalter, die Rücksäcke abgeben und weiter zur Seilbahn, die uns in das Viertel El Alto bringt. Der Flughafen liegt nämlich in der Nähe wo auch das Cholita Wrestling stattfand. Glücklicherweise war heute nicht Markttag, denn jeden Donnerstag und Sonntag verwandelt sich das Viertel El Alto in einem einzigen Markt, dem größten der Welt. So mussten wir uns nur durch kleinere Märkte und verschiedene Menschenansammlungen kämpfen. Rechtzeitig erreichten wir den Flughafen und konnten so entspannt einchecken. Selbst ein weiteres deutsches Pärchen wollte mit seinen beiden Kindern in den Jungelort Rurrenabaque (die Deutschen sind aber auch überall 😄). Dieses Mal sollte es eine kleine Maschine sein, vor der Maria etwas Angst hatte, da sie noch nie mit so einem kleinen Flugzeug geflogen ist.

So wie wir ein gestiegen sind, stiegen wir auch gleich wieder aus, der Flug ging ja auch grade mal 45min. Der Start war etwas wackelig, die Maschine erreichte jedoch recht schnell einen stabile Flugposition. Aus dem Flieger hatte man einen herrlichen Ausblick auf die um liegenden Berge. La Paz selbst liegt nämlich umgeben von verschiedenen riesigen Gebirgen. Maria kämpfte währenddessen mit Übelkeit und Angst.

In Rurrenabaque angekommen war es wundervoll warm, schöne 30-35grad Celsius „ein Traum“, waren es sonst immer nur 20-25grad. Hosenbeine ab gezippt und Sommermodus eingeschaltet. Nachdem wir meinen Rucksack eingesackt haben, Maria’s Rucksack war nämlich Handgepäck, zerrissen uns gefühlt gleich die Taxifahrer. Es war echt nervig. Glücklicherweise hat uns ein Englischsprachiger Taxifahrer angesprochen, welcher nicht so aufdringlich war. Für 20 BOB (ca. 2,61€) fuhr uns dieser, mit einem weiteren Pärchen, direkt zum Hostel „El Curichal“. Ein Doppelzimmer für 37,23€, Top. Leider hatten wir kein eigenes Bad aber für die zwei Nächte war das nicht so schlimm, zu mal alles eh nicht so sauber war. Das Hostel hatte jedoch einen Pool was bei der Hitze sehr cool ist (der Hauptgrund weshalb wir uns für dieses Hostel entschieden haben). An der Bar ein erster Eindruck vom Dschungel, ein riesiger Schädel von einem Krokodil, unvorstellbar, dass das Krokodil eine Größe von 5-6m hatte. Nachdem wir unser Zimmer bezogen erkundeten wir die Stadt nach etwas essbaren.

Lange mussten wir nicht suchen, denn überall gibt es vereinzelt immer wieder kleine Lokale, Bar‘s oder Restaurant‘s. Das beste Preisleistungsverhältnis in solchen Lokalen hat das „menú del día“ zu deutsch „Tagesmenü“, man wählt eine Vorspeise meistens eine Suppe und dann das Hauptgericht aus. Das ganze kostet grade mal 15 – 20 Bobs. Nachdem wir uns gestärkt hatten erkundeten wir ein wenig die Stadt und erledigten kleinere Besorgungen wie Wasser oder Cola. Abends planschten wir noch eine Runde im Pool und fielen dann erschöpft ins Bett.

Ausgeschlafen und mit Energie starteten wir in den Tag hinein. Das Frühstück war ok und das Wetter sowie so super. Am Abend zu vor erzählte uns der Barmann von einer Lagune wo Krokodile und Schlangen sich sonnen. Maria und ich waren hell auf begeistert diese Lagune zu suchen. So machten wir uns nach dem Frühstück auf dem Weg zur Lagune. In der brütenden Hitze marschierten wir dann durch den Staub in Richtung vermeintlicher Lagune. Tatsächlich haben wir nach ca. 20min Fußweg eine Lagune/Sumpf entdeckt, Krokodile oder Schlagen haben wir jedoch keine gesehen. Die Verständigung mit den Lokals gestaltete sich auch schwierig, so machten wir ein paar Fotos von der Umgebung und gingen enttäuscht zum Hostel zurück. Vor allem der viele Müll unterwegs fiel uns auf.

Im Hostel kühlten wir uns erst einmal eine Runde im Pool ab. Gegen Mittag gingen wir ein neues Restaurant aus probieren und bestellten für uns beide ein Tagesmenü für 24 Bob (3,14€) – Mega gut. Nach dem Mittagessen erkundeten wir weiter die Stadt. Ich wollte noch einen Berg hinauf, Maria war davon nicht so überzeugt (kann ich garnicht verstehen). Jedenfalls haben wir den Weg nicht gefunden. Maria glücklich, ich ein wenig enttäuscht. So gingen wir die Promenade (wenn man das die Promenade nennen kann) entlang zurück zum Hostel und entspannten am Pool.