Besuch aus der Heimat

Die Nacht am Flughafen verging ziemlich schnell – wir waren auch fleißig. Tagebuch und Blogbeiträge schreiben. Fotos sortieren. Ausgaben in eine Tabelle tragen… zu tun gibt es wirklich immer etwas.Und so machten wir die Nacht durch und stiegen dann erschöpft in den ersten Flieger… erst ging es nach Auckland. Dann nach Hong Kong und nach einer kleinen Essenspause weiter nach Hanoi.

Unser erstes Asiatisches Land und der Ort indem wir in ein paar Tagen endlich wieder unsere Familien in den Arm nehmen würden.

Was wohl auch der einzige Grund war, warum wir wirklich in den Flieger gestiegen sind und nicht weiterhin in Neuseeland abhängen 😄

Vom Flughafen aus riefen wir uns ein Grab (quasi das Asiatische Uber) und fuhren direkt in die Altstadt Hanois. Und ins wahre Verkehrschaos. Meine Güte war hier was los? Und waren das da wirklich grad 4 Leute + ein Huhn auf einem Roller?

Ja!!! Und das sollte nur der Anfang einer verrückten Zeit werden. Doch nun wollten wir einfach erstmal heil in unser Zimmer und duschen. Nach 17 Stunden warten am Flughafen und weiteren 18 Stunden Flug war es Zeit zu duschen. Mal ganz davon abgesehen, dass es auch in Neuseeland die letzte Woche über nur Katzenwäsche gab.

Kurz und knapp: wir stanken und wollten das endlich ändern!

Doch unser Hotel war überbelegt und wir wurden für eine Nacht in ein Hostel untergebracht. Hier hatten wir aber ein Zwei Bett Zimmer und eine eigene Dusche – zwar auf dem Balkon. Aber hey – wer kann schon sagen: ich hab mitten in Hanoi auf einem Balkon geduscht und nebenbei das Verkehrsaufkommen beobachtet? 😄Am nächsten Tag, ging es dann in unser wirkliches Zimmer und wir vermissten gleich den Balkon. Denn hier gab es leider nur eine Steinwand vor dem Fenster. Tag oder Nacht? War hier nicht zu erkennen.

Doch wir waren nun ganz nah, an dem Haus, was wir für uns und unsere Eltern für die ersten Tage gemietet hatten. Das war uns wichtig. Wir wollten die Lage schon mal checken. Die ersten Wege und Lokale testen, um unseren Eltern eine gute Zeit hier zu ermöglichen.

Pepper Lunch – sehr lecker!

20 Cent Bier an der Straße

Und so bestanden die nächsten Tage daraus. Alles abzulaufen. Verschiedenes Essen zu testen und ganz gespannt auf unsere Lieben zu warten. Versüßt wurde diese Zeit durch etliche Leckereien. Ob Butterbier im Harry Potter Café oder ein Lokal voll mit Klebezetteln. Wir probierten uns durch.Den Tag vor ihrer Anreise, bezogen wir dann das Stadthaus. Und machten uns Sorgen. Es war ein Hinterhaus. Um dort hin zu gelangen, mussten man durch einen langen, engen Flur. Der Geruch gewöhnungsbedürftig. Und jetzt wo alle wieder zu Hause sind, kann ich es ja auch sagen: die eine oder andere Ratte schien es hier auch ganz nett zu finden!

Der Gang…

Im Haus räumten wir erstmal alles um. Da wir keinen Gemeinschaftraum hatten, hielt unser Zimmer als Aufenthaltsraum her. Hier sollte es dann morgens ein Käffchen geben und Abends das eine oder andere Kaltgetränke.Wir dekorierten es Weihnachtlich. Verteilten kleine Betthupferl in jedem Zimmer und waren endlich bereit:

Erste Grüße aus der Heimat!

Der Wecker klingelte sehr früh. Mit dem Bus für 1.50 Euro ging es die Stunde zum Flughafen. Wir wollten lieber etwas eher da sein. Es sollte nichts schief gehen. Die Wartezeit verging allerdings sehr schnell und als die Durchsage kam, dass der Flug aus Moskau gelandet war, klopften unsere Herzen wie wild… Alex hielt Ausschau. Ich versteckte mich, bewaffnet mit Plakat und Luftballons. Wir wollten unsere Lieben doch ordentlich begrüßen.

Und dann kam Alex und meinte: „Ich hab sie gesehen!“ Zu erst fiel mir ein Stein vom Herzen. Sie sind da. Alles hat geklappt. Dann war ich eine Sekunde neidisch aus Alex – das er sie schon von weitem gesehen hat. Und dann kamen schon die ersten Tränen – gleich könnten wir sie umarmen 💚Die Zeit schien kaum zu vergehen… warum dauert das immer so lange bis man seinen Koffer hat? Wir stellten uns bereit. Luftballons. Plakat. Weihnachtsmützen. Ein Rucksack voll mit Getränken. An alles hatten wir gedacht. Und wir wollten nun endlich nach fast 6 Monaten unsere Familien fest in die Arme nehmen.

Und dann kamen sie wirklich aus der Tür… lachten uns an. Und hatten alle das gleiche Shirt an… „Das Abenteuer wartet“.

Mir fehlen immer noch ein bisschen die Worte…es ist schwer zu beschreiben, wie glücklich wir in diesem Moment waren und wie unglaublich gut es sich angefühlt hat, fest umarmt zu werden.

Es ist unglaublich schön, die kleine Schwester wieder im Arm zu haben. Ganz fest zu halten. Heimat zu riechen. Und zu sehen wie sehr sich alle freuen. Dieser Moment war etwas ganz besonderes für uns… ich denke für uns alle…

Flughafen Hanoi

Wir wussten schon vor unserer Weltreise – wir sind Familienmenschen. Wir lieben gesellige Runden und wir wussten schon vorher zu schätzen wie viele tolle Menschen wir in unserem Leben haben. Unsere Familie sind immer an unserer Seite gewesen. Egal was war. Wir haben viele großartige Freunde, mit denen wir unzählige schöne Momente erlebt haben.

Und trotzdem zog es uns in die Ferne. Weit weg von all dem was wir lieben…

Die Reise ist für uns ein Lebenstraum und jeder Moment, ob positiv oder negativ, hat uns weiter gebracht. Wir haben so viele neue Erfahrungen gesammelt und vor Glück gestrahlt.

Und trotzdem… dieser Moment war auf einer ganz anderen Liga… das Gefühl, einen kleinen Teil unser Familie nun für zwei Wochen bei uns zu haben, machte uns einfach unbeschreiblich glücklich…

Und ließ uns erahnen, wie es sein wird, nach einem Jahr zurück nach Hause zu kommen. In unsere Heimat… zu unseren Lieben. 💚 zu all den Dingen, die wir nach diesem Abenteuer noch tausendmal mehr zu schätzen wissen 💚

Vor 6 Monaten in Tegel…

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