Nachdem wir auch diese Nacht wieder am Lake Pukaki verbracht hatten, war es nun Zeit Abschied zu nehmen, von diesem schönen See. Hier hatten wir uns so richtig wohl gefühlt. Doch leider neigt sich unsere Zeit in Neuseeland dem Ende entgegen…
So machten wir uns auf den Weg zum Nahe gelegenen Lake Tekapo. Hier soll man Nachts einen wunderbaren Ausblick auf den Sternenhimmel haben. Diese Aussicht beeindruckte uns allerdings nicht so sehr. Bereits am Nahe gelegenen Lake Pukaki hatten wir schließlich immer einen wunderschönen Nachthimmel.
Trotzdem hielten wir hier an, schauten uns eine kleine Kapelle an, die direkt am himmelblauen See steht und versuchten ein Bild ohne hunderte Asiaten zu machen. Gar nicht so leicht. Denn vor allem hier, halten im Minutentakt die Reisebusse. Kann man auch verstehen. Der Blick auf den See, mit der niedlichen Kirche und den wunderschönen Blumen, ist schon einzigartig.
Natürlich machten auch wir ein paar Bilder im Lupinenfeld und das ganz ohne Heuschnupfen! Diese Reise ist nämlich vor allem für mich eine Wohltat – kein lästiges Nasenlaufen!
Nach diesem Nachmittag machten wir uns weiter in Richtung Castel Hill. Vor zwei Wochen waren wir hier nämlich schon mal lang gegefahren. Leider im strömenden Regen. Deswegen wollten wir noch mal an unserem letzten Tag versuchen, dort ein wenig zu wandern.
Wir verbrachten die Nacht auf einem kleinen Freecamp, feierten noch den 4. Advent und fuhren die letzten Kilometer am nächsten Morgen.
Das Wetter war sehr wechselhaft. Oft regnete es. Doch als wir an unserem Ziel ankamen, hatten wir Glück. Der Himmel war zwar grau. Aber keine Tropfen.
Castel Hill erinnert mit seinen vielen Gesteinsbrocken an eine alte Burg und lädt Kletterer aus aller Welt zu Abenteuer ein. Aber auch ohne professionelle Ausrüstung kann man hier entlang wandern, auf ein paar große Steine klettern und die Aussicht genießen. Wenn man in der Nähe von Christchurch unterwegs ist, definitiv ein schöner Ort.
Gleich in der Nähe befindet sich auch ein zweiter Wanderweg, welcher zu einer Höhle führt. Dafür war Alex natürlich gleich Feuer und Flamme. Doch auf Grund der starken Regenfälle in dieser Region, war das Wasser mächtig hoch. Viele Warnschilder machten außerdem deutlich, dass man ohne Sicherheitsausrüstung wie Helm und spezielle Kleidung nicht in die Höhle wandern sollte.
Doch Alex in seiner Entdeckerlust zu bremsen ist manchmal sehr schwer. Und meine Angst zu überwinden, ebenfalls. Da prallen schon mal kleine Welten aufeinander. Und das führte in diesem Fall zu einem Streit…
Jaaaa – es ist nicht 24\7 – rosa roter Sonnenschein bei uns. In seltenen Fällen, verstehen wir uns gegenseitig auch mal nicht. Und brauchen ein paar Minuten Abstand. Und nachdem Alex zu mir sagte „Bist du denn gar nicht Abenteuerlustig?“ – Brauchte ich ein paar Momente allein! Denn ich fühlte mich gekränkt! Ich fühlte mich unverstanden. Alex sich gebremst.
Da tat uns beiden ein Moment allein sein – mal ganz gut. So wanderte ich in die eine Richtung des kurzen Rundweges zurück zum Auto. Alex in die andere. Durchatmen! Braucht man halt auch mal.
Eine Weile später – sprachen wir darüber. Denn auch dafür gibt es einfach keine Andere Lösung. Wir haben hier nun mal nur uns. Und irgendwann muss man einfach reden und eine Lösung finden. Denn den Luxus, wie in diesem Moment – das jeder in eine andere Richtung gehen kann, haben wir sonst eigentlich nicht! 😄 Da ist Zusammenhalt das Wichtigste!
Am Abend war alles wieder vergessen und trotzdem blicken wir traurig drein…
Es war nämlich die letzte Nacht in unserer Molly. Zeit Abschied zu nehmen, obwohl wir es so genossen hatten, wieder im Van unterwegs zu sein. Neuseeland ist ein bezauberndes Land und wir lassen einen kleinen Teil unseres Herzens hier… wir kuschelten uns ein. Hörten die Regentropfen auf das Dach prasseln und dachten an die vielen schönen Momente des letzten Monats… unzählige Strände, ganz viele tolle Menschen und neue Freunde, atemberaubende Natur, frische Luft, lecker Vanfood, Wasserfälle und Tiere…
Mit einem Lächeln schliefen wir ein, trotz dem kleinen Abschiedsschmerz…
Am letzen Morgen war dann wieder die Realität da – wir mussten um 13 Uhr den Bus abgeben, Sauber. Also hieß es packen. Alles irgendwie in die Rucksäcke rein. Dann ein letztes Mal Nudeln kochen – denn wir würden nach der Abgabe 17 Stunde am Flughafen warten. Das macht hungrig und wir wollten nicht teueres Flughafen Essen kaufen. Zur Post mussten wir auch noch, die letzten Karten wegbringen. Dann das Schmutzwasser ausleeren. Und dann nahmen wir Abschied von Molly.
Und standen wieder wie die Packesel da 😄, in letzter Zeit hatte sich so einiges Angesammelt.
Am Flughafen hieß es deswegen: hin und her packen, bis beide Rucksäcke knapp unter 23 Kilo waren. Über das Handgepäck sprechen wir lieber nicht 🙈 da hatten wir mittlerweile jeder zwei Taschen, die wir irgendwie durch mogeln mussten…
