Dunedin & verlassene Strände

Okay, auch heute haben wir irgendwie etwas komisches vor!

Wir fahren uns eine Straße anschauen! Hört sich doof an! Jaja! Aber diese Straße hat eine Steigung von 35 % und ist somit die steilste Straße der Welt! Noch vor San Francisco!

Da wollten wir natürlich mal hoch laufen. Zu verfehlen ist es auf jeden Fall nicht. Denn obwohl alles auf den ersten Blick nach normalen Wohnviertel aussieht, machen einem die vielen Touristen schnell klar – in welche Richtung man muss.

Und da ist sie dann: die Baldwin Street!

Wir stellten Molly ab – und liefen nach oben! Als nicht autorisierte Person, darf man hier nämlich auch nicht hoch fahren. Eigentlich! Hält natürlich nicht alle Blitzbirnen ab, ihren Mietcamper unter lautem Gedröhne die Straße hoch zu Hämmern und alle zu nerven!

Aber nun gut – oben angekommen, machten wir natürlich auch ein paar obligatorische Bilder und genossen das Schauspiel! Unzählige Touristen, die sich freuen eine Straße rauf und runter zu laufen. Radfahrer die den Berg besiegen wollen. Die Blitzbirnen. Und Anwohner – die wild hupend aus ihren Ausfahrten fahren, um nicht noch jemanden vor der eigenen Haustür zu verletzen.

Nachdem wir genug hatten, schnappten wir Molly und machten uns auf den Weg auf eine kleine Halbinsel bei Dunedin. Dort wollten wir zum Sandfly Beach und heut Abend etwas ganz besonderes beobachten…

Wir parkten, schnappten uns das nötigste und liefen zwischen tausenden gelben Blüten eine Sanddüne hinunter. Im Hintergrund bereits das blaue Meer und die weißen Wellen. Wie wunderschön.

Am Strand angekommen, war noch ziemlich wenig los. Wir schlenderten die Bucht einmal entlang und entdeckten auch hier wieder ein paar dicke Seelöwen im Sand. Mittlerweile haben wir so viel gesehen – aber spannend bleibt es trotzdem immer noch. Auch wenn sie ziemlich stinken!

Langsam wurde es Nachmittag und wir machten uns auf den Weg zurück zum Strandanfang. Dort suchten wir uns ein gemütliches Plätzchen und Alex flitze noch einmal zum Van. Bier, Schoki und eine Decke holen. Denn nun hieß es warten. Langsam bekamen wir auch Gesellschaft und immer mehr Leute setzten sich in den warmen Sand. Der Strand macht im übrigen seinem Namen alle Ehre.

Der Wind pustet hier ordentlich und der Sand fliegt in alle Richtung. Den würden wir später noch überall in unserem Van wiederfinden!

Eine Dame mit Warnweste gesellte sich an den Strand und sprach nach und nach alle Touristen an. Auch zu uns kam sie und erklärte uns nett, worauf es nachher ankommt. Wir hörten aufmerksam zu und waren noch gespannter, ob wir heute Glück haben. Denn die nette Neuseeländerin sagte auch: manchmal sieht man leider nichts!

Doch was wollten wir eigentlich hier?

Der Strand ist Lebensraum für kleine Pinguine! Und wenn man Glück hat, kann man sie am Abend beobachten, wie sie aus dem Wasser nach Hause kommen und über eine Düne zu ihren Nestern verschwinden. Ab ca. 16 Uhr sollte man sich geduldig in den Sand setzen. Natürlich nicht in ihren Weg und auch unbedingt sitzen bleiben. Denn die kleine Vögel schauen vom Wasser aus, ob der Strand sicher ist. Und wenn da nun mal viele große Menschen stehen, kommen sie nicht raus. Also sitzen bleiben!

Wir warteten bestimmt zwei Stunden und mittlerweile waren sicherlich 20 Menschen da um zu warten. Und plötzlich sagte jemand laut:

Da kommt einer!

Und wirklich: in der Ferne kam ein frei lebender Pinguin aus dem Wasser gewatschelt und flitze zur Düne. Und 20 Menschen waren entzückt! 😄

So ein Pinguin strahlt irgendwie besonders viel Niedlichkeit aus! Und nun waren wir motiviert noch weiterhin zu warten. Die Zeit wurde uns auch durch aus versüßt!

Neben uns saß eine kleine Familie und ihr Babymädchen krabbelte neugierig durch den Sand direkt auf uns zu. Und wollte dann gar nicht mehr weg! Wir spielten ein bisschen und kamen währenddessen mit den Eltern ins Gespräch. Sie verbringen 2 Monate gemeinsame Elternzeit in Neuseeland. Reisen als Familie mit dem Camper durchs Land. Wir waren begeistert und unterhielten uns angeregt. Definitiv eine Sache, die auch uns später ein mal gefallen könnte…

Es war übrigens total schön, ein kleines Kind auf den Arm zu halten. Die kleine Händen… in solchen Momenten vermissen wir all unsere kleinen Freunde in Deutschland… so viele kleine Babys sind in der letzten Zeit in unserem

Freundeskreis zur Welt gekommen und wir würden gern alle mal wieder knuddeln!

Oder unsere Neffen so richtig fest abknutschen! 😄 (ob sie wollen oder nicht! 😄😉)

Deswegen genossen wir den kleinen Strandmoment und die kleinen Pinguine wurden fast nebensächlich! Obwohl, nein eigentlich freuten wir uns immer, wenn einer seinen Weg aus dem Ozean an den Strand fand.

Am Abend blieben wir einfach auf dem Parkplatz und schliefen dort. An vielen Plätzen in Neuseeland kann man Frei Campen. Das finden wir natürlich super! So können wir wenigstens ein bisschen sparen. Am nächsten Tag erkundeten wir die Umgebung von Dunedin. Eigentlich wollten wir zwei Märkte besuchen, doch das Glück war an diesem Vormittag nicht ganz auf unserer Seite. Bei dem einen hatten wir uns im Tag geirrt, der andere machte um 12.30 zu. Und wir waren 5 min zu spät.

So führte uns unser Weg wieder zu einem Strand. Wir mussten ein kleines Stück, vor bei an vielen Schafen, wandern. Und fanden uns dann an einem einsamen Traumstrand wieder. Neuseeland ist einfach ein unglaubliches Land! Und von Tag zu Tag verlieben wir uns mehr.

Die letzte Nacht in Dunedin verbrachten wir in sehr netter Gesellschaft. Wir hatten über die letzten Tage Kontakt mit Alex und Silke (die wir an der Fähre kennen gelernt hatten) gehalten. Wir verabredeten uns an einem Parkplatz direkt an der Strandpromenade und verbrachten einen ganz tollen Abend gemeinsam. Wir schnatterten bis spät in die Nacht, denn die beiden sind so wunderbar unterhaltsam. Wir waren sofort auf einer Wellenlänge und die beiden schenkten uns sogar ein bisschen Weihnachtsdekoration für unseren Bus. Wir freuten uns riesig – sowohl über die Deko, aber noch mehr so tolle neue Freunde gefunden zu haben! 💚

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