Neuseeland ist beliebt zum Wandern und seine viele Vulkane, die teilweise noch aktiv sind, lösen nicht nur bei anderen Touristen eine gewisse Sehnsucht aus, sondern natürlich auch bei uns beiden Abenteurer.
Und so beschlossen wir, dass es Zeit wird, die Wanderschuhe zu schnüren. Unser Weg führte uns zum Tongariro Nationalpark, der größte Park Neuseelands. Und auch einer der beliebtesten, da einer der 9 „Great Walks“ hier entlang führt. Das sind die schönsten und beliebtesten Wanderungen. Allerdings alles Mehrtagestouren. Daher entschieden wir uns nur einen Teil davon zu gehen. Die „Tongario Alpine Crossing“ Strecke ist rund 20 km lang und bei den vielen Tagesausflüglern sehr beliebt.
Und so kam es, dass bereits am frühen Morgen am Startpunkt die Hölle los war. Wir hatten unsere Molly auf einem Parkplatz am Ende der Wanderstrecke abstellt und uns dann mit einem Shuttlebus zum Anfang bringen lassen. Kostet allerdings für 20 min Fahrt auch stolze 90 $ (unser Tipp – nicht den bewachten Parkplatz wählen/ das nehmen die da eh nicht ernst. Sondern an der Straße parken. Den Bus von da nehmen und nur 70$ für zwei Personen zahlen)
Nun standen wir morgens kurz vor 8 am Start und staunten nicht schlecht über die vielen Wanderer. Und auch wie unterschiedlich die Menschen los zogen. Einige in Turnschuhe und Jeans – andere sahen aus als würden sie zur Mount Everest Besteigung starten.
Der Anfang lief sich ganz entspannt, es ging ziemlich flach die ersten 3 km durch die Landschaft. Immer mit Blick auf den berühmten „Schicksalsberg“ aus der „Herr der Ringe“. 
Doch dann ging das erste Mal ein gutes Stück in die Höhe und hier machten sich die Menschenmassen so richtig bemerkbar. Über Stufen und einen Schmalen weg ging es nämlich nach oben. Und wenn jemand etwas langsamer war, staute es sich regelrecht und man kam wirklich nur noch im Schneckentempo voran. Ist jetzt nicht so, dass ich mich dadurch gestört fühlte, aber andere die doch gern flotter unterwegs sind, waren schnell genervt!
Wir fanden die Grundstimmung dadurch irgendwie ein bisschen anstrengend. Und waren froh, als wir den ersten Ansteig geschafft hatten und es ein Stück flach weiter ging. In dieser Strecke verlief sich dann wieder alles ein bisschen. Viele machten die erste kleine Pause und auch wir aßen einen Apfel um neue Energie für den nächsten Ansteig zu haben.
Doch vorher entdecken wir noch den ersten Schnee und mussten natürlich erstmal ein paar Schneebälle werfen!
Die ersten Stunden waren vergangen und der nächsten Anstieg stand bevor. Vorbei an einem Warnschild, ging es steil in die Höhe.
Einige drehten an dieser Stelle um. Wir haben viele junge Familien gesehen, die hier ihre Elternzeit in Neuseeland verbringen. Einige hatten versucht diesen Weg mit Baby vor dem Bauch zu wandern. Wir würden denk ich eher andere Wanderungen dafür empfehlen.
Denn ab dem zweiten Aufstieg wurde es ziemlich windig und mit dem Blick auf den Red Crater befindet man auch nun auch auf über 1800 Höhenmeter. Hier machten wir unsere zweite Pause. Die Aussicht war wunderbar, da schmeckt eine Stulle gleich besser!
Der Abstieg kostete uns dann aber mehr Kraft als der Aufsteig. Denn der Weg war voll losen Geröll und Sand und man rutschte nur so hin und her.
Alex fiel auch gleich nach zwei Meter hin. Er tat sich nicht weh. Aber ich war danach wie gelehmt. Ich hatte Angst auch zu fallen, schließlich ging es ziemlich steil runter und ich machte mir Sorgen um mein Knie. Also kroch ich in Zeitlupe diesen Berg hinunter.
Die Aussicht auf die drei blauen Bergseen konnte ich kaum genießen. Mein Herz klopfte zu sehr und ich wollte hier einfach nur heil runter. Was war ich erleichtert, als der Weg wieder fester wurde und ich es geschafft hatte. Und ich glaub auch Alex war froh, dass er mich nicht runtertragen musste 😄
Und obwohl es nur ein paar Hundert Meter waren, machten wir erstmal die dritte Pause. Denn dieser Streckenabschnitt hatte zu viel Kraft gekostet. Und von hier konnten wir auch endlich die wunderschönen Seen in Ruhe ansehen.
Mittlerweile war es früher Nachmittag und wir waren bei der Hälfte der Strecke. Also weiter! Wir liefen und liefen. Der letzte kleine Aufstieg war schnell geschafft und dann ging es über einige Schneestellen in Richtung Abstieg. Das kann ja eigentlich nicht so lange dauern.
Pustekuche. Der Weg zog sich in endlosen Serpetinen. Und wollte anscheinend nie enden. Die Lust verließ uns. Und ich kam in die „Wanderphase des Meckern“ 😄 – denn warum ist man eigentlich so doof und rennt stundenlang einen Berg auf der einen Seite rauf und auf der anderen wieder runter? Und warum wird der Weg hier als schönster bezeichnet? Wer hat sich das nur ausgedacht? 😄 nach 20 Minuten wettern, kam dann die Phase des Schweigens…
Und so liefen wir die nächsten 3 Stunden schweigend den Berg runter. Der Weg führte er über ein riesiges Feld und dann durch eine Art Dschungel.
Und dann kam das Schild… Kilometer 19! Also hatten wir es gleich geschafft. Die Freude war riesig. Und als wir ein Abschlussbild machten, kam die Erkenntnis „so schlimm war es doch gar nicht 😄 und eigentlich war es sogar ganz schön! 😄“
Auf den Weg zum Parkplatz hielt ein netter Mann noch an und nahm uns die letzten Kilometer mit. Was waren wir dankbar.
Am Parkplatz stand unsere Molly ganz allein –
so viel zu bewachter Parkplatz. Keine Menschenseele war zu sehen. Schön das wir dafür 20 $ bezahlt hatten…
Doch wir nutzen den leeren Platz um uns mit Wasserflaschen kurz ein bisschen „ab zu duschen“ und in Ruhe unsere Nudeln von gestern zu essen…


Ach so muss das aussehen!!!
Ihr habt ja tolles Wetter.
Wir hatten bei unserem Crossing, Nebel und eine Sicht von 20 Metern!
Aber 2021 versuchen wir es noch einmal.
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Oh ja wir hatten echt Glück. Dann drücken wir für 2021 schon mal die Daumen. 😉
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Hallo ihr beiden!Erst einmal alles erdenklich Gute im neuen Jahr für euch!! Ich warte schon immer ganz gespannt auf eure neuen Berichte!!!Kann ich ja viele meiner Reiseerlebnisse noch einmal Revue passieren lassen.Wünsche euch noch viele spannenden Erfahrungen. Liebe Grüße Bärbel
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