Chitzen Itzá

Da wir am Abend keinen Geldautomaten gefunden hatten, mussten wir noch vor der Tour in die Stadt laufen um Geld zu holen. Morgens waren nur Männer unterwegs und alle starrten uns an. Lag es an unseren blassen Beinen? 😄 Wir ließen uns nicht beirren, holten Geld und warteten am vereinbarten Punkt auf die Abholung zu unserer Tour.

Der Bus war sehr neu und bis auf den letzten Platz besetzt. Wir fuhren eine ganze Weile und dösten noch ein wenig vor uns hin. Es war ja mal grad 8 Uhr. Dann begann unser Guide uns etwas über den Tagesablauf und Mexiko zu erzählen. Wir hörten gespannt zu, doch der ständige Wechsel zwischen Spanisch und Englisch, macht es nicht ganz leicht.

Nach einer ganzen Weile wurden wir langsamer und fuhren durch ein kleines Dorf. Die meisten Hütten waren aus Holzbretter und man sah einige Bewohner. Der Guide meinte nun, würden wir das echte Leben von Mexiko sehen. Wir kamen uns aber eher vor wie im Zoo – die meisten Touristen klebten an den Fenster und machten Fotos von der Armut, ohne aus ihrem klimatisierten Reisebus auszusteigen. Wir fühlten uns fehl am Platz.

Kurz danach hielten wir dann an einer Cenote. Eigentlich dachten wir diese würden wir als letztens Besuchen, aber gut, dann war es halt so. Beim buchen der Tour, hieß es, dort hätten wir 3 Stunden Zeit zum Baden, entspannen und Buffetessen. Doch bevor es richtig los ging, wurden wir erstmal alle in einen Laden geschoben und sollten dort nun eine halbe Stunde shoppen. Was gab es zu kaufen? Nur kitschigen Blödsinn! 😐

Erst nach dieser halben Stunde, bekamen wir unsere Eintrittsbänder. Und dann wurde gesagt; „In 1,5 Stunden fährt der Bus wieder ab!“ Wir waren genervt und wütend: das war definitiv nicht, was uns versprochen wurde.

Wir zogen uns also in Windeseile um und rasten zur Cenote um dort baden zu gehen. Es war unsere erste Erfahrung mit einer Cenote und wir fanden es unglaublich schön, in solch einem riesigen Kalksteinloch baden zu gehen. Es gab sogar ein kleines Podest zum reinspringen und so hüpften wir mehrmals ins kühle, kalte Wasser. Wenn dann mal Platz war und sich nicht grad wieder eine Bikini Schönheit auf dem Steg regelte, um das perfekte Instafoto zu machen 🙈

Doch die Zeit saß uns im Nacken und wir hetzten wieder zu den Umkleidekabinen, zwängten uns wieder in unsere Sachen und flitzen zum Essen. Wir hatten nur noch 20 min und super Hunger. Man konnte sich frische Tacos machen lassen, doch leider schien der Koch schon Siesta zu machen. Denn er machte in einer Seelenruhe einen Taco nach dem anderen fertig und die Schlange war meterlang. 🙁

Als wir endlich unser Essen hatten, mussten wir regelrecht stopfen. Auch die andere Paare hatten zu tun. Es war super unentspannt.

Im Dauerlauf ging es zum Bus und wir sackten regelrecht erschöpft in die Sitze. Auf der Fahrt nach Chitzen Itzá informierte uns der Guide über die Maschen der Verkäufer vor Ort. Sie locken wohl immer mit einem Preis von 1 Doller. Damit sind aber nicht USD oder Pesos gemeint – sondern „Mayadoller“. Eine Währung die es gar nicht gibt und bei der man sich natürlich wunderbar dann einen Wechselkurs ausdenken kann.

Und kaum hielt unser Bus, versammelten sich schon die ersten Verkäufer um uns, um Hüte uns anzudrehen. Und dann begann der Jahrmarkt. Ein Stand nach dem anderen reihte sich aneinander und alle Verkäufer buhlten um die Aufmerksamkeit der Touristen. Es wurden Puma Geräusche nach gemacht und um die Wette gerufen. Jeder hatte natürlich den besten Preis für seinen Amigo.

Von unserem Guide bekamen wir eine Führung für das Gelände und ausführlich erklärt, warum grad Chitzen Itzá eins der neuen sieben Weltwunder ist. Die Maya liebten Mathematik nämlich nicht nur, sondern waren regelrecht besessen davon. Und so soll die berühmte Pyramide einen Kalender darstellen und ganz gleich auf welche Weise man die Stufen und Absätze zählt und zusammenrechnet – man wird immer auf 365 Tage kommen.

Doch leider leidet diese faszinierende Tatsache sehr unter dem Verkauftsrummel drum herum. Später erfuhren wir von einem Einheimischen, dass schon mal versucht wurde, die Stände zu reduzieren. Daraufhin gab es große Aufstände und Straßensperren und niemand kam mehr zum Weltwunder.

Nach der Führung, hatten wir noch ein bisschen Freizeit um ein paar Erinnerungsfotos zu machen. Dann ging es mit dem Bus wieder in Richtung Cancún. Es sollte noch einen kleinen Zwischenstop in der Stadt Valladolid geben. Aber auch hier, nur 20 min statt der versprochen Stunde. Und diese 20 min verbrachten wir damit, mit dem Organisatoren zu sprechen. Diese wollten nämlich noch mal 10 Doller von uns haben. Obwohl wir alles bezahlt hatten. Es gab ein großes Hin und Her. Telefonate und schließlich hieß es, der Betrag den wir gezahlt haben, sei okay. Immerhin waren es ja auch 60 Doller pro Person.

Wir waren ein bisschen genervt und entschlossen nun endgültig uns einen Mietwagen zu buchen und allein die nächsten Mayaruinen & Cenoten zu besuchen. In einer Facebookgruppe fragten wir andere nach ihren Erfahrungen und wurden ermutigt es zu wagen.

Und so setzten wir uns hin und erkundigten uns nach einem kleinen Mietwagen 😊

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