Nach einem leckeren Frühstück, stellten wir unsere großen Backpacks im Gepäckraum des Hostels unter und machten uns mit leichten Gepäck auf den Weg zum Hafen. Dort hatten wir uns schon vor zwei Tagen nach einem Boot erkundigt. Klang alles unkompliziert. Und war es wirklich. Schnell konnten wir zwei Tickets für je 10 Sol kaufen und noch mal 5 pro Person als Taxe und schon saßen wir auf einem kleinen Kahn. Ich war angespannt wie ein Flitzebogen. Bootfahrten sind ja so gar nichts meins. Doch ich hatte wirklich Glück, das Wasser war ganz ruhig und ich hatte einen guten Platz um starr an den Horizont zu schauen.

Und so tuckerten wir ganz langsam über den Titicaca-See und mein Herzschlag beruhigt sich ein bisschen. Nach einer Weile konnten wir auch bereits die ersten Schilfinseln entdecken und die Vorstellung, dass die Menschen dort wirklich drauf leben, faszinierte uns. Wir hielten auch an einer Insel an und wollten sitzen bleiben, denn schließlich hatten wir keine Tour gebucht, sondern wollten lediglich auf die Insel Quecha gebracht werden. Dort hatten wir uns ein Zimmer gebucht und die Chance verschiedene Aktivitäten zu machen.


Doch plötzlich hieß es, wir sollen auch aussteigen, die Fahrt würde gleich weiter gehen. Na gut, dann warten wir halt kurz hier und schauen uns auch diese Insel mit an. Begrüßt wurde die ganze Gruppe von einem Einheimischen der einen kleinen Vortrag über das Leben auf der Insel hielt. Wir verstanden allerdings von seinem schnellen Spanisch nicht viel außer : „Amigo, Amigo, Amigo“ Definitiv sein absolutes Lieblingswort.

Gleich nach seinem Vortrag wurden wir in kleine Gruppen aufgeteilt und die in einzelnen Wohnhäuser geschickt. Diese bestanden alle nur aus einem Raum mit einem Bett, vollgemüllt mit persönlichen Dingen. Wir sollten uns nun aufs Bett setzen. (Na, dass ist ja genau das richtige für mich – Fremde Leute mit Alltagskleidung aufm Bett! 🙈) Und dort saßen wir nun und sollten uns Handarbeit anschauen und am besten auch gleich abkaufen. Da steckt sicherlich auch viel Arbeit hinter, aber bitte wer hängt sich denn so einen knallbunten Wandteppich auf? Wir verneinten höflich und flüchteten aus dem kleinen Häuschen.

Endlich sollte es auch weiter gehen; doch nicht mit dem Boot, sondern plötzlich mit einem Katzenschiff – alias „Mercedes“. Auch wir sollten dort rauf und waren genervt. Die Laune sank allerdings noch mehr, als wir plötzlich auch noch 20 Sol bezahlen sollten und dazu von 4 Damen schiefe Popsongs dargeboten wurden. Da wir uns auf spanisch nicht ausdrücken konnten, blieb uns gar nicht anderes übrig als zu zahlen. Das I- Tüpfelchen dieser Abzocke war dann, als die Kinder der Insel während der Fahrt auf dem Boot umhersprangen, ebenfalls sangen und wieder Geld haben wollten.

Was waren wir erleichtert, als wir endlich auf unserer Insel angekommen waren und herzlich vom Besitzer begrüßt wurden. Und als wir unser hübsches Ein Zimmer Häuschen gezeigt bekommen haben, war die Freude riesig. Es war so hübsch und das riesige Fenster mit Blick auf den Titicaca-See war einfach traumhaft.

Wir erkundeten die kleine Insel, mit einem Restaurant, einem Minimarkt, ein paar kleinen Häuschen und einem Forellenteich. Sehr groß ist sie nicht, weswegen wir schnell mit unserer Besichtigung am Ende waren. Und nun? Wir gönnten uns eine leckere Forelle als Mittagessen und genossen währenddessen die Aussicht aufs Wasser. Und danach mussten wir erstmal lernen abzuschalten. Die letzten Wochen hatten wir immer etwas zu tun und es gab immer etwas zu entdecken. Und nun saßen wir auf einer einsamen Insel und sollten einfach entspannen. Erstmal ungewohnt. Vor allem für Alex, der Hummeln im Hintern hat. Doch wir schnappten uns eine Decke und legten uns in die Sonne. Und bald bekamen wir auch Gesellschaft von Miguel – dem kleinen 11 jährigen Sohn vom Besitzer. Er bestaunte unsere Kamera, die Drohne und naschte mit uns Kekse. Und immer wenn wir ihn nicht verstanden, haute er seine Hand gegen seinen Kopf und schüttelte ihn wie wild. 😄

Am Abend genossen wir den Sonnenuntergang mit einem Bier und konnten wunderbar die Lichter der Stadt Puno betrachten.

Die Nacht war ziemlich kalt und auch wenn das Bett sehr schön aussieht, so ganz bequem war es leider nicht. Aber trotzdem fanden wir es toll, hier geschlafen zu haben. Und da wir morgens eh zum Angeln verabredet waren, war es auch nicht schlimm früh aufzustehen. Gemeinsam mit einem alten Opi fuhren wir aufs Wasser und holten ein altes Fischernetz ein. Ein paar kleine Babyfische waren auch drin, diese werden später als Köder wieder benutzt. Und nachdem wir das Netz wieder ins Wasser gelassen hatten, gab es ein leckeres frisches Frühstück. Neu gestärkt starten wir dann nochmal mit dem Boot um die Inseln. Wieder mit dem Opi. Auf spanisch erklärte er uns wo die Schulen sind und wie man das Schilf schlägt. Wir probierten es auch selbst aus. Einen Teil des Schilfs kann man übrigens essen und es schmeckt auch gar nicht so schlecht. 😄

Nach der privaten Tour, war es Zeit Abschied zu nehmen. Und vor allem Schokolotti, der kleine Inselhund,tat sich schwer. Haben wir ihn doch die ganze Zeit so gut gestreichelt.

Zurück in Puno, stand dann noch die Mission „Friseur“ auf dem Tagesprogramm. Uns hatten schon einige Nachrichten erreicht, was auf Alex Kopf los sei. 😄
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