Zurück in der Zivilisation

Der letzte Tag im Amazonas brach früh an, da wir den Sonnenaufgang sehen wollten. Wir fuhren mit dem Boot zu einem Feld und warteten dort auf die Sonne. Leider konnte man sie an diesem Morgen nicht so gut sehen, dafür konnten wir aber umso besser die hungrigen Affen brüllen hören. Es war ein ohrenbetäubendes Gebrülle.

Und wir hatten Glück auf den Rückweg zum Lager konnten wir sogar einen Affen im Baum entdecken. Zwar ziemlich weit weg, doch wir konnten gut erkennen, dieser war deutlich größer als die anderen die wir aus nächster Nähe gesehen hatten.

Nach einem weiteren leckeren Frühstück und der Feststellung, dass in unserer Gruppe nichts verkommt. (Die anderen Tische ließen ihr leckeres frisches Obst fast unberührt stehen – aber dass mopsten wir uns und teilten gerecht 😄) Machten wir uns für eine letzte Erkundungstour fertig. Wir sollten auch noch einmal Badesachen mit nehmen, vor uns lag ein langer Tag und ein bisschen Abkühlung konnte nicht schaden.

Auf dem Weg zur kleinen Badebucht in der sich auch die Delfine gern tümmeln, entdeckte Luis ein Krokodil am Rand liegen, welches er sehr gut zu kennen scheint. Er steuerte unsere kleine Nussschale ans Ufer, stieg aus und begrüßte seinen „Kumpel“. Er ging ganz nah ran, streichelte das Tier und sagte zu uns, wir können nun aus dem Boot aussteigen. Kurz dachten wir, dass wir ihn falsch verstanden hätten. Doch mittlerweile kannten wir unseren verrückten Guide und wussten, auch wenn er ein bisschen speziell ist, vertrauen können wir ihm. Also stiegen wir langsam aus dem Boot aus, bloß keine falsche Bewegung machen.

Doch das Krokodil blieb ganz entspannt in der Sonne liegen und ließ sich von uns gar nicht beeindrucken. Und so trauen wir uns nach und nach ein bisschen näher ran um ein Foto mit diesem beeindruckenden Tier zu machen. Luis stand vor ihm, und beobachtete es genau und machte für uns die atemberaubenden Fotos.

Wir beobachteten das Tier noch eine Weile und waren fasziniert. Es war unglaublich so nah an diesem Tier zu stehen. Mitten im Dschungel.

Nach diesem Herzklopfmoment ging es weiter zur Badebucht. Diesmal steuerte Luis das Boot an die andere Seite der Bucht und meinte wir können nun rein springen. Aber warte – da lag doch nur zwei Meter neben dem Boot ein Krokodil im Wasser. Doch es war sein Ernst. Und die Jungs fackelten nicht lange und hüpften rein. Ich war noch nicht so überzeugt und blieb erstmal im Boot. Nachdem ich aber sah, wie viel Spaß die anderen im Wasser hatten, hüpfte ich auch noch ins braune Trüb. Und es war einfach herrlich erfrischend.

„Hilfe! Ein Krokodil kommt! 😄“

Zurück am Lager, hingen wir die nassen Sachen noch einmal in die Sonne und genossen ein letztes leckeres Mittagessen. Dann hieß es Sachen packen und ein letztes Mal ins Boot steigen. Der Rückweg stand an. Und dieser sollte lang werden. Erst fuhren wir knapp zwei Stunden mit dem Boot, dann ging es gleich in einen kleinen Van, welcher uns 3 Stunden lang über Stock und Stein nach Rurre bringen sollte. Dort stellten wir unsere Backpacks im Office des Veranstalters unter und gingen eine Kleinigkeit essen. Wir kaufen noch ein paar Getränke für die Fahrt und machten uns dann auf den Weg zum Busbahnhof.

Unser Bus, warb außen mit Wifi und 4 Sternen. Innen glich es eher einer kleinen Katastrophe. Aber gut, uns war klar, dass dies keine Luxusfahrt werden würde. Doch die 15 Stunden Berg auf und ab, waren sogar noch schlimmer als vorher gedacht. Wir wurden hin und her geschaukelt. Es war heiß und stickig. Und ich kämpfte die gesamte Zeit mit starker Übelkeit, Schweißausbrüchen und Schwindel. Es war ganz schrecklich und ich war so glücklich als wir in La Paz endlich aussteigen konnten.

Hier hieß es nun aber erstmal wieder warten. Nachdem wir unsere Backpacks abgeholt hatten, gingen wir in unser Lieblingscafé und genossen dort erstmal was gutes zu essen. Wir entschieden uns die Zeit bis zum nächsten Bus hier zu warten und freuten uns als wir Leni – unsere Uyunibekanntschaft durch Zufall wieder trafen.

Am Nachmittag fuhren wir gemeinsam mit Annika & Samuel, zwei Deutschen, die wir auf der Pampastour kennengelernt haben, zum Bus Bahnhof in La Paz. Wir wollten nicht noch eine Nacht hier bleiben, sondern die Zeit lieber nutzen um weiter zu kommen. Und so setzten wir uns in den Bus nach Puno. Wir verließen Bolivien und reisten nach Peru ein. Unser fünftes Land auf Weltreise…

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