Anacondas, Delfine & Piranhas an einem Tag

Die erste Nacht im Dschungel schliefen wir sehr gut. Das Bett war bequem und durch das Moskitonetz waren wir gut geschützt. Ab und an hörten wir wie die kleinen Äffchen auf unserem Dach umherspringen, doch das störte uns nicht.

Nach einem guten Frühstück machten wir uns bereit für die Suche nach Anacondas. Im Gemeinschaftsraum standen einige Gummistiefel bereit und wir begaben uns auf die Suche nach dem passenden Paar.

Bereit für die Tour!

Bewaffnet mit Kamera und einer Flasche Wasser, starten wir erst mit dem Boot und wenig später zu Fuß in diese Tour. Am Anfang liefen wir noch über staubigen Boden, doch nach einer Weile entdeckten wir den ersten Sumpf. Luis, unser Guide, erklärte uns, dass die Schlangen sich gern im Schumpfgebiet aufhalten. Das Wasser ist ruhig und warm. Auch ein paar Krokodile bleiben während der Trockenzeit dort. In der Regenzeit wird das gesamte Gebiet überschwemmt. Deswegen ist es auch okay, dass wir nun hier querfeldein laufen. Bald ist alles wieder unter den Wassermassen verschwunden. Ein ewiger Kreislauf.

Wir liefen den Rand des Tümpels entlang, Luis ging durch die Mitte. Er meinte, während wir mit dem Game Boy gespielt haben, hat er Schlangen gesucht. Na gut. Dann vertrauen wir ihn mal 😄

Am Anfang ging die Schlammtiefe auch noch, doch je tiefer wir in das Gebiet gingen, umso tiefer wurde auch der Matsch. Meine Gummistiefel kamen schnell an ihre Grenze. Die waren nämlich nicht so hoch. Wir blieben regelrecht in dem festen Matsch stecken und mussten aufpassen, dass wir die Stiefel nicht verlieren.

Die Sonne brannte währenddessen vom Himmel und es war super heiß. Das Wasser was wir mit genommen hatte, färbe extrem ab und so hatten wir alle blaue Arme. Also keine Sorge – keine blaue Flecken 😘

Auf unserer Tour entdecken wir einige wunderschöne Pflanzen. Viele Vögel. Sahen wirklich einige Krokodile die in der Trockenzeit in diesem Gebiet wohnen. Doch von einer Schlange war erstmal nichts in Sicht. Wir schlossen uns einer anderen Gruppe aus unserem Lager an und gemeinsam entschieden die beiden Guide, wir müssen auf die andere Seite des Tumpels. Als Luis dort durch marschierte, dachte ich noch, das sei ein Scherz. Aber Nein, nach und nach liefen auch die anderen einmal quer durch den Teich. Man bedenke, in diesem Gebiet leben Anacondas.

Mir schossen gleich Bilder aus dem Film in den Kopf, wie eine riesige Schlange aus dem Wasser gesprungen kommt und einen Erwachsenen Menschen mit Haut und Haaren verschluckt. Und nun sollten wir da durch? Ach je! Nach einer Minute jammern, wagte ich aber doch den ersten Schritt. Das Wasser war warm und schlammig. Der Boden ganz weich. Alles lief in unsere Stiefel und wir gingen immer weiter rein. Am Anfang noch Hand in Hand, merkten wir schnell, allein läuft es sich besser. Ich marschierte vor. Einfach nur schnell raus. Alex kam hinterher. Auf der andere Seite angekommen, sah man das Ausmaß. Fast bis zum Po war ich im Wasser. Wir sahen alle aus wie die „Schweine“. Doch irgendwie, waren wir plötzlich auch ein bisschen stolz und das Adrenalin pummte durch unsere Körper.

Kurz danach wurden unsere Mühe auch belohnt. Wir fanden eine Schlange. Eine Anaconda. Vor der Reise, hab ich zu Alex noch gesagt, ich würde gern eine sehen. Und nun war es auch wirklich soweit. Natürlich war sie nicht so ein Monster wie in dem Film. Aber wer weiß, vielleicht hat uns solche eine aus der Ferne beobachtet 😄

Ein bisschen skeptisch war ich schon!

Wir genossen nach diesem Trip, alle eine Kalte schnelle Dusche und ein leckeres Mittagessen. Danach stand eine Siesta an. Die Hitze um die Mittagszeit ist wirklich unbeschreiblich. Umso mehr freuten wir uns, am Nachmittag an eine kleine Bucht zu fahren und dort schwimmen gehen zu können. Das besondere, diesmal lagen am Rand nicht nur wieder die Krokodile, sondern im Wasser, tobten rosa Flussdelfine. Mit Herzklopfen ging es ins braune Wasser. Und ja- wir waren aufgeregt. Ganz klar. Und als einmal ein Delfin plötzlich neben Maria auftauchte, dachte wir eigentlich auch, ihr habt uns bis nach Deutschland quieken hören. 😄 Aber auch wenn’s super dreckiges Wasser war, tat die Abkühlung gut und das Erlebnis ist einfach unbeschreiblich.

Da tauchen grad zwei Delfine auf!

Nach einem ausgiebigen Bad, hieß es, Abendessen besorgen. Wir fuhren an eine bewachsene Stelle, holten ein bisschen Angelsehne und einen Haken raus und hingen etwas Fleisch dran. Und dann ging es auf Piranha jagt. Man muss schnell sein, die kleinen Fleischfresser nagen nämlich blitzschnell die Haken blitzeblank. Der Druck war groß – wir wollten unbedingt Papa ein Bild mit einem Fisch schicken 😄 umso größer das Gejubel, als endlich einer am Hacken war.

Die Freude war riesig!

Die ganz kleinen ließ Luis wieder frei, die anderen kamen mit zum Abendessen.

Auf dem Rückweg hielten wir bei einer Familie und konnten dort den Sonnenuntergang sehen. Ihre kleinen Jungs, spielten gleich mit uns Ball und genossen es „Besuch“ zu haben.

Bei Abendessen servierte uns Luis, dann unseren Fang und zeigte uns wie man den Frisch isst. „Wenn man etwas im Amazonas tötet, muss man es auch ganz verwerten“ brachte er uns bei und verspeiste auch die Augen, die Wangen und das Gehirn. Wir haben auch gekostet – aber sagen wir mal so, nicht alles! 😄

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