Willkommen im Amazonas

Die letzte Nacht in Rurre schliefen wir beide sehr unruhig. Wir waren ein bisschen aufgeregt wegen der bevorstehenden Dschungeltour. Alex hatte Sorgen wir verschlafen. Ich war nervös wegen der Bootsfahrt, dem Feuer und einfach aufgeregt wie immer.

Unsere sieben Sachen waren am Morgen schnell zusammen gepackt und auch das spärliche Frühstück des Hostels war schnell gegessen. Wir sollten um 8 am Office des Touranbieters sein. Um 8.30 sollte es dann los gehen.

Pünktlich waren wir da, gaben unsere Unterlagen ab und buchten über die Agentur gleich noch den Bus für die Rückfahrt am Sonntag. Dieser ist im übrigens deutlich günstiger als der Flug. Für die besten Sitze haben nur nun zusammen 300 Bobs bezahlt. Für den Flug zusammen 1100 Bobs.

Vor Ort lernten wir dann auch unsere anderen Mitreisenden kennen. Mit an Board war ein Paar aus Deutschland in unserem Alter und ein weiteres Pärchen aus England, beide etwas jünger als wir. In einem Familienkutsche – welche als 4×4 ausgeschrieben war, ging es los in Richtung Nationalpark.

Die Fahrt dauerte 3 Stunden und war sehr holprig. Es wackelte und schaukelte hin und her. Und plötzliche Bremsungen waren normal. Denn unseren Weg kreuzten so einige Kühe und Pferde.

Die gesamte Strecke über wurde an der „Straße“ alias Schotterweg gebaut. Nicht nur ein kleines Stück, nein wirklich 3 Stunden lang sahen wir nur Baustelle. Unser Fahrer gab ich aber viel Mühe, denn Weg trotzdem interessant zu gestalten und hielt permanent Ausschau nach wilden Tiere. Und so konnten wir bereits einige auf dem Weg zu Park entdecken.

Unterwegs hielten wir für ein schnelle Mittagessen und stärkten uns für die nächsten Stunden. Kurz danach wechselten wir vom Auto auf ein kleines, schmales Boot, mit 8 angeschraubten Klappsitzen. Wir machten es uns bequem und bekamen eine weiteres Gruppenmitglied. Thai kam in unsere Gruppe.

Gemeinsam mit unserem Guide Luis & einem Koch ging es los in Richtung Dschungelabenteuer. Und wir fuhren keine 5 Meter und entdecken die ersten Krokodile. Übrigens ganz gleich ob Alligator, Krokodile oder Kaiman – alle stammen aus einer Familie. Der Krokodilfamilie. Also ganz gleich welches Tier man nun genau vor sich hat; Krokodil ist nie falsch! 😄

Marias Herz klopfe vor Glück. Ihr großer Wunsch, ein Krokodil in freier Lebensbahn zu sehen, war in Erfüllung gegangen. Und in den kommenden Stunden sahen wir noch so einige wilde Krokodile. Manche lagen an Land und genossen die heiße Sonne. Andere kühlte sich im Wasser ab. Viele lagen mit offenen Mäulern und zeigte ihre gefährlichen Zähne. Aber alle waren ganz friedlich und ließen sich von unserem kleinen Boot gar nicht beirren.

Luis unser Guide erklärte nebenbei ganz viel. Wir unterhielten uns auch über das Feuer, das derzeit im Amazonas ganz viel Unheil anrichtet. Er berichtet stolz, dass in diesem Gebiet seit 10 Jahren kein Feuer mehr wütete. Es ist nämlich ein Nationalpark und die Anbieter der Touren achten darauf gut mit diesem Gebiet umzugehen. Wir fanden es gut, das wir die Chance haben, das alles kennen zulernen und das unser Geld nicht nur gute Arbeitspläte schafft sondern auch das Gebiet mit schützt.

Nachdem wir eine ganze Weile durch die heißen Sonne gefahren sind, hielt Luis unser Boot an und meinte wir können uns nun abkühlen. Ein bisschen verwundert waren wir schon. Hier tummeln sich so viele Krokodile. Mit ein bisschen Witz erklärte uns Luis, wir sind nun extra so weit gereist und wenn er uns sagt wir können das machen, dann sollten wir diese Chance auch nutzen.

Er hatte uns überzeugt und ganz langsam gingen wir in das braune Wasser. Ganz ehrlich in Deutschland hätte uns in dieses Dreckige Zeug niemand rein bekommen. Hier, mitten im Dschungel, klopften unsere Herzen nur so vor Freude. Und nach ein paar Minuten waren wir wirklich alle im Wasser und genossen die Abkühlung. Und das obwohl nur einige Meter weiter die Krokodile lagen.

Nach unserem kleinen Bad ging es weiter in Richtung Camp. Die nächsten zwei Tage wollten wir mitten im Dschungel wohnen. Die kleinen Lodges waren auf Stelzen gebaut. Jedes Häuschen bestand auf Seitenwänden aus Moskitonetzen, einem Bett mit einem Moskitonetz drüber, zwei Stühlen und einen Tisch. Ein kleines Bad mit WC, Waschbecken und sogar einer kleinen Dusche um sich abzubrausen. Wir waren zufrieden und freuten uns auf zwei Nächte im Amazonas.

Als kleinen Snack bekamen wir Popcorn uns stärkten uns bevor wir noch einmal auf eine kleine Bootstour gingen. Diesmal bewaffnet mit Taschenlampen, machten wir uns im dunklen auf den Fluss auf die Suche nach leuchtenden Krokodilsaugen. Und wirklich nun bei Nacht, waren alle Tiere im Wasser und beobachten unser Boot ganz genau. Es war fast ein bisschen unheimlich.

Nach diesem letzten Tagespunkt, gab es ein leckeres Abendessen und wir ließen uns voll mit neuen Eindrücken in die Hängematten fallen.

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