La Serena

Mit dem Bus ging es von Valparaíso nach La Serena. Der Ort liegt an der Küste und eignet sich wunderbar als Zwischenstopp in die Atacamawüste. Wir wollten die lange Strecke nämlich lieber teilen, denn die Distanzen hier sind nicht vergleichbar mit Deutschland.

Das Reisen mit dem Bus ist für uns nun auch schon selbstverständlich geworden und nicht nur umweltfreundlicher als ein Flug, sondern auch deutlich günstiger.

In La Serena angekommen, sollten wir den Schlüssel für unsere gebuchte Wohnung ( 5 Betten, Küche und Bad für uns allein = 16 Euro die Nacht 😄) beim Hausmeister abholen. Dieser war einfach herrlich 😍, er fragte uns gleich wo wir her kommen und als er Rostock hörte, strahlte er und sagte „Hansa Rostock“. Die nächsten Tage, ganz egal zu welcher Uhrzeit wir an seinem kleinen Aufsichtshäuschen vorbei gingen, lächelte er, winkte wie wild und hielt seinen Daumen in die Höhe und fragte: „Bien?“ Gefühlt hatte er nie Feierabend – lächelte aber trotzdem IMMER!

Die Wohnung war okay, der viele Platz war Luxus für uns. Die Sauberkeit war zwar nicht die beste, aber ausreichend. Und wir freuten uns, da es Waschmaschinen geben sollte. Doch im Waschraum angekommen, die Ernüchterung. Beide kaputt. Also hieß es mal wieder Handwäsche.

Ansonsten verbrachten wir in La Serna die Zeit am menschenleeren Strand. Unsere Wohnung lag mittig von Kilometerweiten Strand und so liefen wir am ersten Tag in die eine Richtung und am zweiten in die andere. Wir genossen die Ruhe, da hier ja Winter ist, ist alles ziemlich leer. Im „Jumbo“ – quasi Real bei uns, füllten wir unsere Nudelvorräte auf 😄 – dennNudeln gehen immer!

Am Strand entdeckten wir viele Vögel, leere Krabenpanzer, unglaublich schöne Muscheln, einen toten Seelöwen und beobachteten viele Taucher, die Seealgen aus dem Wasser zogen um diese dann zu verkaufen.

Im Ort Copuimbo konnten wir dann auch lebendige Seelöwen beobachten. Diese liegen ungelogen mitten auf dem Gehweg der Promenade und lassen sich die Sonne auf den Bauch scheinen. Neben ihnen donnern LKWs und hupende Auto lang, doch die Tiere lassen sich nicht aus der Ruhe bringen. Nur wenn man zu nah an sie ran geht, brüllen sie kurz los, lassen sich aber ganz schnell wieder auf die faule Haut fallen.

Wir machten ganz in Ruhe Fotos und beobachtet die Meeresbewohner ausgiebig.

Danach bummelten wir noch durch ein Einkaufscenter und besorgten einen Block und gönnten uns einen Burger. Hier sind nämlich keine Salatblätter oder Gurke drauf – nein, viel besser: schön dick Avocado 😄

Als wir wieder den Rückweg antreten wollten, kam grad ein Fischer mit seinen Resten zu den Seelöwen. Er signalisierte uns, dass er sie nun füttern würde. Mit genügend Sicherheitsabstand beobachteten wir dieses Schauspiel. 3 Seelöwen und bestimmt 50 Pelikane sammelten sich um den Fischer. Dieser blieb ganz cool und quatsche auf die Tiere ein, als seien sie alte Kumpels. Als er die Fischreste dann aus dem Eimer holte, brüllten und kämpften die Seelöwen Und zwischendrin der Mann. Wir wären vor Angst gestorben. Er sprach weiterhin ganz ruhig auf die Tiere ein.

Zwischendurch versuchten die Pelikane sich auch was aus dem Eimer zu stibitzen. Dann kam der größte der Seelöwen aber gleich angerannt und brüllte sie zur Seite.

Nach 5 min war der Fisch leer und wir überzeugt – wir sind Glückspilze das gesehen zu haben 😄

Es war nämlich wirklich faszinierend.

Ein Gedanke zu “La Serena

  1. Avatar von Djamila Steinborn

    Ein wirklich schöner Blog.
    Die Seelöwen füttern zu sehen stelle ich mir fantastisch vor.
    Es liest sich alles sehr gut. Man hat Spaß beim lesen. Ich freue mich für euch, vermisse euch aber sehr.
    Ich drücke euch
    Mama

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