Valparaíso schockte uns. Wir dachten es sei ein kleiner Ort? Doch wir fanden uns in einer großen Stadt wieder. Und wie soll es anders sein? Ein Verkäufer nach dem anderen, diesmal allerdings mit der Besonderheit das auch frischer Fisch angeboten wurde. Die Fischköpfe werden auf einem Holzbrett, was einfach auf einem Einkaufswagen gelegt wurde, abgehackt und in einen ollen Karton am Straßenrand geworfen. Was für ein Anblick und dieser Geruch! Traumhaft 😄
Wir schnallten schnell unsere Rucksäcke auf und machten uns auf den Weg in Richtung Unterkunft. Diese liegt auf einem Berg und unser Plan war, ein Stück in die Richtung zu gehen und dann ein Uber zu rufen. Wir wollten ein bisschen sparen.
Und so liefen und liefen wir. Nachdem wir das erste Stück des Berges geschafft hatten, sahen wir auf unser Karte, dass es nur noch 750 Meter zu Fuß waren. Naja das schaffen wir ja auch noch. Also weiter. Und dann kam der Hammer. Die 750 Meter bestanden nur aus Treppen 🙈 also mit den 4 Rucksäcken irgendwie da hoch. Zwischen durch arbeiteten ein paar Bauarbeiter an einer Straße – die haben sich wohl auch gedacht, diese dummen Touris 😄, die Einheimischen düsen nämlich alle mit Sammeltaxis die Berge nach oben. Völlig außer Atem und nach einer Ewigkeit, waren wir endlich am Ziel und wurden belohnt.
Wir fanden uns in einer wunderschönen Wohnung wieder. Die wir auch noch ganz für uns allein hatten. Alles war Biltzsauber, ganz neu eingerichtet und liebevoll dekoriert.
Wir fühlten uns auf Anhieb Wohl und waren so glücklich diese Wohnung auch für mehrere Nächte gebucht zu haben. Vom Esstisch aus, hatten wir einen wunderbaren Blick über die Stadt. Unsere Gastgeberinnen Madeleine & Daniela sind ganz lieb, gastfreundlich und versuchten uns den Aufenthalt so schön wie möglich zu machen. Wir waren wirklich super begeistert und können diese Unterkunft aus ganzem Herzen empfehlen: https://abnb.me/RpEV2TrYXY
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Den ersten Tag gingen wir entspannt an. Außer ein bisschen einkaufen und kochen, genossen wir hauptsächlich sie wunderbare Aussicht über den Ort.
Am zweiten Tag wollten wir der Stadt eine Chance geben, denn Valparaíso ist bekannt für seine Grafits. Wir spazierten durch die Straßen zum „Cerro Alegre“. Dort sind viele wunderbare Wandbilder zu entdecken und unzählige kleine Läden die Handmade Dinge verkaufen. Wir fühlten uns wohl und kauften ein paar kleine Erinnerungsstücke. Natürlich ein kleinen Magneten und zwei Sticker für unser Tagebuch.
Wir setzten uns am Hafen in die Sonne, beobachteten die Menschen und fühlten uns doch mittlerweile ganz wohl.


Am Abend kochten wir entspannt in unserer Wohnung, schrieben Tagebuch und sortierten Fotos. Der Wind war ziemlich stark seit gestern und pustete durch alle Ritzen. So stark das selbst der Tisch wackelte?
Nein – das war, wie wir später erfuhren ein Erdbeben in der Nähe der Stadt mit einer Stärke von 6,8. Wir selbst waren ein bisschen überrascht. An dem Abend hatten Alex es im Wohnzimmer mit bekommen, ich war grad im Bad. Gewundert hatten wir uns beide, darüber gesprochen nicht. Als es uns erzählt wurde, hatten wir beide aber ein mulmiges Gefühl. Ein Erdbeben? Schon ein bisschen verrückt und uns wurde wieder einmal bewusst: das hier ist wirklich eine ganz andere Welt!
Am zweiten Tag, klingelte unser Wecker sehr früh. Wir wollten in einen Nationalpark in der Nähe. Mit der Metro und dem Bus sollte es bis kurz vor den Parkeingang gehen. Im Internet hatten wir uns vorher schlau gemacht. Als wir dann aber im Bus saßen, fragten wir uns, ob wir die richtige Bushaltestelle auch erkennen würden? Alex verfolgte die Fahrt auf unserer Karte und meinte wir fahren immer weiter weg vom Park. Also stiegen wir aus. Dann laufen wir halt ein Stück. Ironischerweise bog der Bus kurz nachdem wir ausgestiegen sind, in die richtige Richtung ab.
Naja kann ja nicht so weit sein, dachten wir uns und liefen durch ein „Wohnviertel“ in Richtung Nationalpark. Überall liefen Straßenhunde umher. Die trifft man hier immer und sorgen regelmäßig für Angstzustände bei Maria. Es ging die ganze Zeit bergauf. Wir liefen am Ende fast 6 km durch den Ort, immer Berg auf, zum Eingang des Nationalparks.
Beim Kaufen der Tickets war Maria quasi schon das erste Mal kaputt!
Doch nun lag die eigentliche Wanderung, 5km und 1270 Höhenmeter erst noch vor uns! Über Geröll ging es im Entenmarsch rauf auf den Berg. Bei einer ersten kleinen Pause, erstmal einen guten Schluck Wasser! Doch was war das? Unser Wasser schmeckte schlecht! Wir hatten gestern keins mehr gekauft und deswegen zwei Liter abgekocht. Doch diese schmeckten quasi schon nach „Magen-Darm“. Das konnten wir auf keinen Fall trinken! Also hatten wir nur eine Dose Energie von Alex. Was für Vorraussetzungen für diesen Tag. Und auch das kleine Frühstück tat Marias Kreislauf nicht gut. Nach den ersten 2 km im Park musste eine längere Pause her. Zum Glück hatten wir genug Zeit. Um 17.30 mussten wir erst wieder raus sein. Wir genossen also die Sonne, eine gute Stulle und die Ruhe. Alex ließ unsere Drohne das erste mal steigen und filmte die schöne Gegend aus der Vogelperspektive.
Nach knapp 45 min griffen wir den Berg wieder an. Der Ehrgeiz hatte uns schließlich schon gepackt. Unsere erste Wanderung in Chile sollte schließlich ein Erfolg sein!
Bewaffnet mit einem Stock ging es also Schritt für Schritt nach oben. Alex bekam einiges zu lachen, durch mein Getottere. Ganz verstehen konnte ich diese Gewandere noch nicht 😄
Erst als wir oben angekommen waren und einen unglaublich schönen Ausblick genießen konnten, war auch ich überzeugt, dass sich der Weg gelohnt hatte.
Der Abstieg machte trotzdem mehr Spaß 😄




