Unsere erste lange Busfahrt stand an, denn unser Plan war weiter nach Buenos Aires zu reisen und ein gutes argentinisches Steak zu essen. Wir buchten zwei Sitzen in der Kategorie „Semi Cama“ – das sind Sitze die man 140 Grad nach hinten klappen kann. Eher die schlechteste Variante in diesen Bussen hier. Die Luxussitze kann man sogar zum „Bett“ umbauen. Doch die waren natürlich für die 17 stündige Fahrt am nächsten Tag schon ausgebucht. Insgesamt bezahlten wie für die Reise für uns beide 4080 Peso (84.56 Euro).
Wir hatten das Glück zwei Plätze ganz vorn im Doppelstöckigen Bus zu haben und konnten wunderbar raus schauen. Zu unserer Überraschung gab es im Bus sogar eine rundum Verpflegung, bestehend aus Getränken, Schnacks und einer warmen Mahlzeit. Ich glaube es sollte sowas wie Hackbraten sein 😄. Leider war es ziemlich kalt in dem Bus, fanden jedenfalls wir. Ich hatte meine dickste Jacke an, Kapuze auf, Oma Susannes Wollsocken an und eine Decke umgewickelt. Der Argentinier neben uns, saß knallhart 17 Stunden im T-Shirt!

Marias Seite war nach 3 Minuten häuslich eingerichtet 😄
Da die Fahrt über Nacht war, verging die Zeit recht schnell und wir trafen bereits am Vormittag in Buenos Aires ein. Der Bus fuhr einmal quer durch die Stadt und uns fiel sofort auf, hier ist es deutlich sauberer als in Rio. Nur die Ankunft am Omnibus Bahnhof war ungewöhnlich. Er befindet sich direkt an einer Art „Favela“, überall stehen total abgewrackte Fahrzeuge umher.Ein Markt an dem die Bewohner den Ankommenden alles mögliche andrehen wollen, befindet sich gleich vor den Haltestellen. Man hat bei der Ankunft erstmal
ein mulmiges Gefühl.
Wir schnallten daher schnell unsere Rucksäcke auf und bewegten uns weg vom Busbahnhof in Richtung Unterkunft. Alex meinte es seien nur 3 km die könnten wir doch schnell laufen. Er hatte sich die Route bereits auf „Maps Me“ an gesehen, so dass wir dann schön am Wasser lang laufen würden. (übrigens eine riesige Empfehlung – da
Man kostenlos Karten runterladen kann, um diese offline zu nutzen. Man kann sich Orte in der Karte markieren, sieht Sehenswürdigkeiten und Namen von Gebäuden. Sehr hilfreich unserer Meinung nach)
Die ersten Meter waren auch okay, doch irgendwann, waren die 3 km geschafft, die Unterkunft aber noch in weiter Ferne. Dazu kam die ständigen Berge. Ich hatte definitiv keine Lust mehr und war heil froh, als wir nach fast 6 km endlich da waren.
Unser Zimmer hatten wir wieder über Airbnb gebucht und waren wirklich zufrieden. Für 17 Euro die Nacht, für uns beide zusammen, hatten wir eine Menge Platz. Wir konnten eine große Küche nutzen, ein Wohnzimmer und sogar einen Garten. Doch leider regnete es ständig! Der Gastgeber selbst wohnte nicht mit im Haus, so waren wir mit 4 anderen Reisenden allein im großen Haus. Das Zimmer war sauber. Das Bad hielt sich in Grenzen und in der Küche haben wir doch lieber unsere eigenen Löffel genutzt. Aber nach 2 Nächten im Mehrbettzimmer, waren wir erstmal zufrieden.

Da sich in den letzten 1,5 Wochen einiges an Wäsche gesammelt hatten, machten wir uns auf der Suche nach einem Waschsalon. Wir irrten stundenlang durch die Stadt, mit der Wäsche auf dem Rücken, fragten Anwohner und googelten. Doch wir fanden nur „Reinigungen“. Also wieder zurück zur Unterkunft und die klassische Handwäsche nutzen.
Aber wenigsten konnten wir so bereits ein wenig von der schönen Stadt sehen und freuten uns auf die nächsten Tage.

