Rio de Janeiro – eine DER Megastädte auf der Welt, ist Heimat für ca 11,9 Millionen Menschen. Und wir sind nun mitten unter ihnen.
Mit großen Augen und etwas Aufregung verlassen wir Montag früh das Haus, auf der Suche nach einem Supermarkt und etwas zum Frühstück. Als erstes entdecken wir aber, dass wir direkt vor der Haustür einen Strand haben mit wunderbaren Blick auf den Zuckerhut und die berühmte Christusstatur. Unsere Herzen hüpfen kurz vor Glück – denn wir können es selbst noch gar nicht fassen, hier zu sein.
Nach einem kleinen Frühstück, wollen wir den ersten Tag eigentlich entspannt angehen und nur mal zum Strand schlendern. Schnell werden daraus 22 km entlang der Traumstrände von Rio. Mit den Füßen im Wasser, laufen wir die komplette Copacabana ab und gönnen uns unsere erste Kokosnuss. Auch den Ipanema Strand lassen wir uns nicht entgehen. Am Abend fallen wir erschöpft ins Bett. Die Zeitumstellung macht sich doch bemerkbar. Abends sind wir total müde, morgens sehr früh wach.
Am zweiten Tag, stellen wir uns extra einen Wecker. Den Strand vor der Haustür wollen wir natürlich nutzen um von dort aus den Sonnenaufgang mit dem Zuckerhut im Hintergrund zu sehen. Leider ist es ziemlich bewölkt. Doch wir genoßen trotzdem das Meeresrauschen.
Da die Wolken den Himmel besetzten, erkunden wir nicht den Zuckerhut sondern entscheiden uns für die Escadaria Selaron, eine 250 stufige Treppe die von einem Künstler über 23 Jahre lang mit Fliesen aus aller Welt bestückt wurde. Wir schlenderten die vielen Stufen langsam empor und entdecken dabei eine Rostocker Fliese. Wir fühlten uns gleich heimisch und freuten uns riesig.
Von dort aus, spazierten wir in Richtung Hafen. Dort, am Olympischen Boulevard kann man das größte Graffiti der Welt betrachten. Die 5 riesigen Gesichter, sollen die Ureinwohner der Kontinente darstellen, eine Anspielung auf die Olympischen Ringe sein und symbolisieren, dass wir alle gleich sind. Was für ein schöner Gedanke und ein gigantisches Kunstwerk.
Da wir hier noch kein mobiles Netz haben, blieb uns nichts anderes übrig, als zur Unterkunft zu laufen. Und mein Mann ist wirklich unerbittlich – selbst im strömenden Regen, wollte er kein Taxi rufen! Unser hart erspartes Geld soll nämlich seiner Meinung nach nur für Aktivitäten und Fleisch ausgegeben werden. 😄
Am dritten Tag wollten wir nun endlich DIE Wahrzeichen Rios erklimmen. Mit einem
Uber ging es zur Bahn die zum Christus hoch führt. Laut Internet total sehenswert. Wir fanden es lediglich okay, mit der Bahn dort hoch zu fahren. Aber vielleicht liegt es auch daran, dass es bereits während der Fahrt anfing zu regnen und der Himmel sich mit Nebel bedeckte. Oben angekommen dann die große Ernüchterung. Es schüttete in Strömen und Maria hatte natürlich Sandalen an 😐 also erstmal warten und warten und noch länger warten. Zwischendurch mal einem Magneten als Andenken kaufen und ne Schnitte essen und dann weiter unter einem kleinen Dach mit 50 anderen warten. Auf den Regen starrend rätselten wir : wird es nun weniger?
Nach fast 1.5 Stunden wagten wir es und gingen die letzten
Stufen zum Christus hoch.
Doch was saß denn dort im Baum? Lauter kleine Äffchen die uns mit großen Augen ansahen. Wir mussten natürlich erstmal stehen bleiben und sie in Ruhe für „soooooo süüüüüß“ betiteln 😄 und als wir uns umdrehten war der Christus verschwunden. In der kurzen Zeit war Nebel aufgezogen und man konnte lediglich den Sockel noch sehen, alles andere war in der Nebelwand verschwunden.
Also hieß es wieder: waaaarten.
10 Minuten… 20 Minuten… 30…. und da war er wieder zu sehen. Nun aber Zack hin da und ihn endlich anschauen. Der Niesel wurde nun ignoriert. Wir machten ein paar Bilder, staunten über die Größe und machten uns bewusst, wir stehen nun wirklich hier!
Ein verdammt gutes Gefühl. Trotz der Warterei und des Regens.
Wir machten uns auf den Rückweg und liefen zu unserer Unterkunft. Wir spazierten durch ein „Villen“ Viertel. Hier ist alles super abgesichert. Überall sind Stromzäune und vor besondereren Häusern stehen immer Wachmänner. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist hier gewaltig. Wir haben so viele Obdachlose Menschen gesehen, die am Straßenrand liegen und sich irgendwie durch kämpfen. In diesen Momenten waren wir unglaublich dankbar in Deutschland groß geworden zu sein, abgesichert aufgewachsen zu sein und den Zugang zu genügend Lebensmittel und Bildung gehabt zu haben.
Am Nachmittag ging es für uns auf den Zuckerhut. Die Fahrt mit der Gondel bot eine tolle Aussicht und auf dem Berg wurde sie immer besser. Wir genossen mit einer kleinen Flasche Sekt den Sonnenuntergang und konnten unser Glück wieder einmal kaum fassen. Das Wetter meinte es diesmal sehr gut mit uns und wir konnten stundenlang die Aussicht auf die Stadt genießen. Als es dunkel wurde und die Menschen ihre Lichter anmachten, erstrahlte Rio. Wir waren wirklich gefesselt. Nur leider wurde es auch immer kälter. Die Temperaturen sollte man Abends nicht unterschätzen.
Nach diesem letzen Tag fielen wir müde ins Bett und waren uns sicher: Rio wir kommen wieder!










